Und nu?

Einen guten Monat besetze ich also einen neuen Job und schweige seit dem still. Bis heute.
Vielleicht wollt ihr ja wissen, wie es so ist?

Also so langsam komm ich rein. Eigentlich noch bis letzte Woche war es einfach viel viel viel. Mein Kopf raucht und ich komm zu gar nichts. Auf Arbeit komm ich zu nichts. Privat komm ich zu nichts (was so eigene Projekte anbelangt (Hallo? Sport?)).
Ich bin nach jedem Tag Arbeit immer so froh, dass ich mich zu Hause verkriechen kann.

Dafür sind hingegen die freien Tage noch so schön.
Ich war vorher freiberuflich. Frei hieß für mich immer Job- und somit Geldlos. Und ich konnte es gar nicht genießen, weil ich oft nicht wusste wann und ob da nochmal Geld reinkommt.

Also diese Last ist weg und ich fühle mich seelisch soviel besser!

Zum Job: Ich übernehme sehr viele Schichtleiterdienste in meinem Unternehmen (eine Freizeitattraktion). Und bin an diesen Tagen die Managerin, die dann gerufen wird, wenn es irgendwo hakt. Ich schaue, dass alle Mitarbeiter an den Positionen sind und pfeif die dann wenn nötig zurück. Ich muss Ersatz bei krankmeldungen finden, oder einen Plan B erschustern, wenn ich niemanden finde.
Ich kümmere mich um Kunden und alles mögliche, wo eben Hilfe und Entscheidungen verlangt werden. Ich gebe Kassen raus und mache Abrechnungen.
Das bringt eine Verantwortung, die ich noch nie tragen musste. Zudem leite ich ja noch eines der Teams in dieser Attraktion, was auch nochmal alles neu ist.
Dazu kommen noch logistische Dinge. (Mein Team ist das Café-Team. ich leite also noch so ganz nebenbei ein Café). Wenn ich das so lese, muss ich selber lachen. Wie absurd das alles ist.
Bisher ging alles gut, auch wenn einiges (durch technische Probleme) daneben ging.
Wie verhext war das alles.

Wieso schreib ich ausgerechnet heute?
So richtiges Feedback gab es von oben für mich bisher nicht. Die haben sich die ganze Sache ja auch erstmal angeschaut. Heute hatte ich dann mal ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten (dem Betriebsleiter) über meine zukünftigen Projekte, deren Stand und auch mich in dieser neuen Position. Das war im Großen und Ganzen sehr positiv.

Interessanterweise hat er Sachen gesagt, die ich immer höre, egal wo ich bin. Er meinte, ich sei zu bescheiden.
Als er das sagte, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein?? Das durfte ich mir ja vorher auch immer anhören in Bezug auf mein Auftreten auf der Bühne.
Ich bin zu perfektionistisch und stresse mich selbst zu sehr, hat er auch gesagt.
Das höre ich ja auch schon die ganze Zeit von links und rechts, dass ich mich zu sehr stresse.

Also im Prinzip ist er mit meiner Arbeit zufrieden, nur mache ich mich kleiner als ich bin. 🙈🙈🙈

Wie war das mit dem Selbstwert und so? Da hab ich echt noch nen langen Weg vor mir.

Ich habe den Betriebsleiter auch nochmal direkt gefragt, ob er die Entscheidung schon bereut mit mir (etwas besser formuliert im Gespräch). Und er meinte, nein gar nicht. Er weiß, dass ich das alles kann und hinkriege. Ich war ja noch bevor ich mich beworben hatte bereits seine 1. Wahl. Und er war ganz enttäuscht, als ich ihm im Personalgespräch vor knapp 2 Monaten quasi sagte, dass ich mich für keine höhere Position im Unternehmen interessiere. Er wollte mich damals schon abklopfen, denn 2 Tage später wurde ja mein damaliger Chef gekündigt. Was er wusste, ich aber nicht. 😉

Jedenfalls muss ich mal etwas auf mein Umfeld vertrauen. Und es vor allem entspannter angehen. Er meine sogar selbst, wenn etwas mal liegen bleibt oder ich Fristen nicht schaffe, wird ja der Laden nicht gleich untergehen.
Das fand ich nochmal sehr gut zu hören.

Ich will die Sache halt nicht verbocken und denen zeigen, dass es eben nicht die falsche Entscheidung war, eine komplett Ahnungslose in die Position zu lassen. Ich bring genug mit in den Job und den Rest kann ich lernen. Ich hab ja genug Lebenserfahrung und bin nicht zu dumm. Ich bin also eigentlich gar nicht ahnungslos. 😉
Das wird alles gut.

Und wenn ich mich dann an das Pensum gewöhnt habe und mein Kopf nicht mehr raucht, dann widme ich mich auch wieder meinem Langzeitprojekt: dem Abnehmen!

Morgen hab ich wieder frei und freue mich wie Bolle!

Passt auf euch auf vor allem bei der kommenden Hitze!

Eure Katinka 🙂

Mut. Warten. Mutig bleiben…

Da dieser Beitrag quasi eine Fortsetzung des letzten Beitrags vom Sonntag ist, empfehle ich diesen vorigen zu erst zu lesen, denn sonst versteht man wohl nicht, was los ist.
(Wer keine Zeit hat, eine Kurzfassung: Mein Teamleiter musste gehen und ich habe mich am Montag todesmutig auf die Stelle beworben. Obwohl ich absolut keine Ahnung von dem ganzen Kram habe.)

Ich gab Montag also persönlich meine Bewerbung ab.
Meine Chefin (Die Hauptgeschäftsführerin) sah mich mit dem Zettel in der Hand, bekam große Augen und sprach schon eher seufzend: Oh nein.
Ich tippte darauf, dass sie dachte, dass ich kündigen möchte. Und sagte „keine Angst, ich möchte nicht gehen. Eher im Gegenteil.“
Sie sah den Betreff. Und jetzt begann ein sehr lustiges Schauspiel für mich. Sie begann zu lachen, zu klatschen und mit den Füßen auf den Boden zu trommeln. Ungelogen!!
Und sagte „Oh ich hab mir das so sehr gewünscht, dass du das machst.“
Was ernsthaft??
Sie war auf einmal total aufgeregt und wollte sofort ein Gespräch vereinbaren. Sie hatte schon mit den Betriebsleiter über mich in dieser Position gesprochen. Deshalb sagte er in meinem Personalgespräch vor einer Woche „Schade“, als ich noch ganz unschuldig nicht wusste, dass die Stelle bald frei wird, und mir keine hohen Ziele in der Firma gesteckt habe. Und mit einer anderen Kollegin von auch da ganz oben, sprach sie über mich, die sich das mit mir auch super vorstellen konnte.

Dienstag (also am nächsten Tag) kam ich wieder ins Büro und ich wurde schon von einem anderen Teamleiter, mit dem mich eine – ich sag mal Hass-Liebe – verbindet, grinsend begrüßt. Interessanterweise dachte ich, sei es bei ihm am schwierigsten – von all den anderen – ihn auf meine Seite zu ziehen, aber dann sprach er: Er hatte sofort an mich gedacht, als die Stelle frei wurde…
Also meine Wahrnehmung scheint ja völlig für den Müll zu sein…
Er ist halt sehr gemein und hat immer nen total nervigen Spruch auf Lager. Ich bin allerdings auch nicht auf den Mund gefallen und konnte bisher immer gegenhalten. Allerdings falle ich bei im auch mal aus der Rolle und mir ist egal wenn ich sämtlichen Respekt verliere. Ich habe ihn wohl schon mehr als einmal Arschloch genannt und den Stinkefinger gezeigt. Wohlgemerkt, ist das einer meiner Vorgesetzten. (würde ich auch nicht bei jedem machen…. ) Aber er scheint, das nicht so schlimm zu finden, wenn er sich grinsend freut, dass ich eventuell bald auf seiner Ebene bin. Er sagt auch, dass er mich voll unterstützt und mir gern hilft, wenn ich was brauche. Der Arschloch-Kollege?? Mein Gott. Werden wir jetzt noch beste Freunde oder was?

Im Prinzip scheinen alle Teamleiter auf meiner Seite zu stehen. Und 2 davon meinten, sie werden sich für mich einsetzen. Mir kommen ja fast die Tränen. Also das ist wirklich mal Wertschätzung.
Habe mich also Montag und Dienstag unbesiegbar wie Superman gefühlt. Kein Kryptonit weit und breit.

Meine Chefin hatte es dann aber doch gefunden. Gestern kam dann mal eine gehörige Ernüchterung. Ich hatte mein Gespräch. Sie hatte sich nach all dem Vorgestelle dann auch mal meinen Lebenslauf angeschaut. Da sie wusste, dass ich Sängerin bin, dachte ich, dass sie das schon einkalkuliert hatte, dass ich eben keine kaufmännische Ausbildung oder dergleichen habe. Sogar im Gespräch als ich ihr die Bewerbung gab, sagte sie noch „Ich kann dir alles beibringen und das kriegen wir schon hin. Die meisten sind wie ich aus einer anderen Position hochgerutscht. Ich selbst ja auch.“
Nun war das aber doch ein Problem??

Gestern sind wir dann all die Punkte durchgegangen, die die Stelle mit sich bringt. Und das war schon enorm, hat mich aber nicht überrascht. Ich finde, ich habe mich ganz gut angestellt.
Sie meinte, sie lässt sich das nochmal durch den Kopf geben und sagt mir nächste Woche bescheid, ob sie sich das überhaupt vorstellen kann.
Die Ausschreibung der Stelle ist allerdings noch 2 Wochen aktiv. Wenn sich niemand Geeigneteres findet, bin ich dann wohl Schmerzwahl. Aber immerhin.
Dafür, dass ich absolut gar keine Erfahrung mitbringe, ist das doch schon eigentlich ziemlich cool, dass ich so viel Unterstützung seitens der anderen Teamleiter und sogar des Betriebsleiters erfahre.

Am 11.06. wird es wohl die finale Entscheidung geben.
Es bleibt also spannend!

Hier ist der Artikel quasi zu Ende, aber ich möchte nochmal herausziehen, was das alles für mich bedeutet. Ich lerne ja grad, meine Qualitäten mir auch selbst bewusst zu machen und so besser in die Zukunft zu schreiten.
Dass mich quasi jeder gut genug kennt in einem tatsächlich großen Unternehmen, ist ja schonmal was, warüber ich nie nachgedacht habe. Ich bin halt sehr gesellig und quatsche mit jedem, egal auf welcher Ebene. Ich hatte ja sogar schon ein Pläuschchen mit eben der Geschäftsführerin. Sie ging sogar bei einer Bewerbung drauf ein: das kurze Gespräch hat ihr sehr viel über mich gezeigt. Ich kann gut mit Menschen und bin klug genug.
Mein Alter macht mir meist auch zu schaffen. Ich werde bald 32.
Allerdings ist nun auch mein Alter eine Qualität. Ich bin reifer als die anderen und besitze mehr Lebenserfahrung. Das sticht halt auch heraus. Deshab fühle ich mich ja auch so wohl bei den anderen Teamleitern. Die sind nämlich eher in meinem Alter.
In der Kunst duzen sich alle. Ich habe schon zu Unizeiten, meine Dozenten und Professoren duzen können. Daher ist auch meine Respektwand vor Obrigkeiten nicht so extrem. Natürlich ist mir klar, wer mein Vorgesetzter ist und ich behandel den auch so, dennoch bin ich recht locker und habe keine Angst (… Ihn auch mal Arschloch zu nennen xD).
Und ich glaube mein darstellerisches Studium und gerade der Schauspielunterricht mit den Improvisationen war gute Voraussetzung um auf jede Situation irgendwie adäquat reagieren zu können. An sich bin ich recht schlagfertig. Das hab ich auch in meinem Bewerbungsgespräch gemerkt. Ich war total ruhig und entspannt.

Natürlich befürchte ich, falls ich den Job bekomme, zu versagen. Aber das ist total berechtigt und kann ja sogar passieren. Ich bin dennoch total froh, den Schritt gewagt zu haben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich genug von auf-der-Stelle-stehen habe. Sollte sie mich nicht für die Position besetzen, werde ich mich weiter umsehen nach einer geeigneteren Zukunft. Ich hab schon Ideen. Ich muss nur mutig genug sein, es auch anzugehen. Und gerade habe ich vor gar nichts Angst.

Muahhh!

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Foto von Pixabay

Weiter geht’s mit der Selbstbeweihräucherung. Es ist nötig!

Mein letzter Post hat mir nochmal vor Augen geführt, dass ich besser zu mir selbst sein soll. Ich bin zwar selbstbewusst, aber nicht in allen Bereichen und vor allem mein Selbstwert hinkt arg hinterher.
Ich möchte mich für eure Kommentare und Likes darunter bedanken, das hat mich auf jeden Fall gestärkt und eine gewisse Euphorie mitgebracht.

Ich bin total wechselhaft mit meinem Denken mir selbst gegenüber. Ein „Hab ich gut gemacht.“ wird meist von drei „Mein Gott bin ich dämlich“ überschattet. Das hab ich doch gar nicht nötig. Warum möchte ich mich schlecht machen?
Eine gesunde Selbsteinschätzung ist toll, aber sich permanent fertig zu machen, scheint mir nicht dazu zugehören. Ich möchte mich gern also auf meine Qualitäten stürzen.

Gerade die letzte Woche brachte sehr viele positive Prädikate von verschiedenen Personen über mich.
Es begann mit einem Konzert am Sonntag. Ich hatte ein für mich recht anspruchsvolles Stück als Solistin begleitet von Orchester zu singen und ich hab das ganz toll hinbekommen. (Ich wollte das Konzert ursprünglich gar absagen, weil ich ja ich bin und mir ja nichts zutraue… -.-‚ Also erste Hürde, überhaupt zuzusagen, habe ich schon mal gemeistert.) Später nach dem Konzert bekam ich eine Nachricht von einem Zuschauer, der meinen Kontakt über meine Homepage suchte. Er wollte sich nur für den schönen Abend bedanken und sagte mir noch, ich hätte eine phantastische Stimme. Wenn sich jemand extra bemüht, mich googlet um über ein Kontaktformular einen netten Gruß zu hinterlassen, dann ist das wirklich ein tolles Kompliment.

Weiter geht’s mit Montag. Meine Probezeit in meinem Nebenjob ist fast um und deshalb gab es ein Personalgespräch mit meinem Teamleiter und dem Personalchef über meine jetzige und weitere Tätigkeit dort.
Die Worte über mich waren: zuverlässig, pünktlich, fleißig, tolle Kollegin, weitsichtig, gute Kommunikation. Als es darum ging, was ich verbessern könnte ist denen nichts eingefallen und sie schlossen mit den Worten: Na wir müssen uns ja jetzt auch nichts ausdenken, nur damit was auf dem Zettel steht.
Das war ne pure Komplimenten-Dusche. Ich musste mich arg zurückhalten um nicht zu widersprechen und gleich auf all meine Schwächen hinzuweisen…
Ich wurde auch zu meinen beruflichen Zielen (es gibt nämlich Aufstiegschancen) innerhalb des Unternehmens befragt und ich hab wahrheitsgemäß gesagt, dass das grad für mich eine Zwischenstation ist und ich noch auf der Suche nach meiner Zukunft bin oder so ähnlich. Also, dass ich eigentlich nicht ewig da bleiben möchte um andere Positionen zu besetzen (das Feld ist für mich auch komplett Neuland und mir fehlen sämtliche Qualifikationen). Daraufhin sagte mein Personalchef: Schade. (Auch das war ja im Prinzip ein Kompliment. Auch wenn ich mit dieser Aussage nicht unbedingt glänzte)

Mittwoch (2 Tage später also) bekomme ich eine Nachricht, dass mein direkter Vorgesetzter, also mein Teamleiter gekündigt worden ist (ich war auch kein Fan seiner Arbeit muss ich gestehen. Und dass es für ihn brenzlich wird war augenscheinlich).
Ab morgen wird die Stelle intern ausgeschrieben (wir sind ein sehr großes Unternehmen mit Standorten weltweit. Daher ist „intern“ sehr großflächig).

Also nochmal kurz drüber nachgedacht: neee…. ich weiß nicht.. neeeee….. Angst… nee….

Freitag komm ich seit dieser Verkündigung wieder zur Arbeit und der erste Büromensch( Wir haben Arbeiterlein auf Mindestlohn, das was ich grad mache und Büromenschen in leitenden Positionen) kommt auf mich zu: bewirb dich doch (und das immer energischer nach Protest meinerseits).
Samstag erzähl ich meiner Kollegin, die Assistenten meines nun ehemaligen Teamleiters, dass mich der eine Büromensch schon fast genötigt hat, mich zu bewerben. Sie fand diese Idee nun auch großartig und meinte, sie könnte sich das ganz toll vorstellen und wüsste, dass sie gern meine Assistentin wäre. Keim gesetzt. hm…..
Hab dann einem anderen Vorgesetzten, mit dem ich sehr freundschaftlich bin auch erzählt, dass ich nun überlege mich zu bewerben. (er selbst wäre sogar für die Einarbeit zuständig) Auch er war sofort Feuer und Flamme und meinte, er würde sich für mich einsetzen.
Ab dem Moment hab ich mich entschieden und einer weiteren engen Kollegin und ein paar engen Freunden gesagt, dass ich mich nun bereits entschieden habe mich zu bewerben.

Ich habe mir ja nun mal vorgenommen mutig zu sein. Also bin ich mal mutig und werfe mich in einen total neuen Themenbereich und einer total neuen Verantwortung.

Das Leben besteht aus Erfahrungen und die bringen mich ja alle weiter.

Ich bin ja schon so aufgeregt, nur weil ich die Bewerbung einreiche. Ob ich den Job überhaupt bekomme, weiß ich ja gar nicht. Aber ich bin total stolz auf mich, dass ich selbst den Grundstein lege.

Ich habe die Bewerbung heute morgen geschrieben, ausgedruckt und werde sie morgen meiner Chefin persönlich überreichen. Da kann ich ja gleich mal schauen, wie sie guckt und ob ihr die Idee gefällt.
Drückt mir die Daumen! Das wäre ein sehr neues und sehr spannendes Kapitel in meinem Leben, sollte es klappen.

Nach dem Bewerbungsschreiben Schreiben war ich übrigens wählen.
Geht Wählen!
Frieden ist ein wertvolles Gut, das wir uns nicht durch Ignoranz und Desinteresse nehmen lassen dürfen.

Geburtstagsgeschenk

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Den Strauß habe ich gestern von ner lieben Freundin bekommen. So wunderschön 😀

Dieses Jahr ist für mich das letzte Jahr mit ner 2 vorne dran. Oder das vorletzte. Oder vorvorletzte schauen wir mal, wie eitel ich sein werde.
Was mit 2016 geschieht, weiß ich noch nicht so genau, ich habe noch ein größeres Singsang-Projekt vor mir. Endlich mal. Ne richtige Opernrolle, in nem richtigen Projekt, mit richtigem Orchester und richtig Gage. Die Rolle passt zwar eigentlich gar nicht zu mir (sie liegt zu hoch für meine Stimme), und ich befürchte umbesetzt zu werden, aber ich beiße mich erstmal durch und keep my fingers crossed, wie die lieben Ex-EUler zu sagen pflegen.

Ich bin grad in einer großen Umbruchphase und überleg, wie es weiter geht. Ich war letztes Jahr schon bei der Berufsberatung. Mitgenommen daraus habe ich nur BerufAktuell, in dem ich ab und an lustlos blätter, und sonst nichts.
Ich überlege, nochmal ne Ausbildung zu machen, habe auch schon einiges Konkretes im Auge, ich informiere mich, treffe mich mit verschiedenen Leuten und rede über ihre Berufe und was es Wissenswertes drüber gibt, Job-Chancen, Gehalt, etc…
Studieren kommt für mich nicht nochmal in Frage (nach Diplom und Master-Abschluss) (Höchstens ein Duales Studium). Sicherlich würde man das mit der Finanzierung irgendwie hinkriegen. Aber ganz ehrlich, ich will es gar nicht hinkriegen. Ich will jetzt endlich Geld verdienen und nicht nur grad so viel, dass es reicht. Außerdem ist die Freiberuflichkeit so gar nichts für mich. Ich stell mich richtig doof an.
Ich denke, dass der Sängerberuf einfach nichts für mich ist. Mag sein, dass das Instrument (die Stimme) passt, aber meine Persönlichkeit ist oft zu weich, zu sprunghaft, zu zweifelnd.
In letzter Zeit sind mir auch einige Artikel über den Weg gelaufen, wie es um die Kunst (der Oper) bestellt ist, wie es am Theater ist, wie die Leute ausgebeutet werden. Und man den Beruf nur macht, weil man ihn liebt, aber eigentlich vorne und hinten nichts raukommt.
Hier ein Zeit-Artikel und ein weiter Artikel von br-klassik. Und das sind Artikel über Leute, die bereits im Job arbeiten. Das macht echt keinen Mut. 😉
Die längsten Verträge (wenn man nicht grad im Opernchor singt) gehen ein Jahr lang und danach wird man verlängert oder sucht sich eben was neues. Familienplanung ist auch so ein Ding. Wenn man freiberuflich ist, gibt’s keinen Mutterschutz. Keine Arbeit, kein Geld. So einfach. Aber eigentlich habe ich keine Ahnung, weil ich soweit ja noch gar nicht gekommen bin.
Wusste ich vorher schon? Jein. Ich hab es mir einfach anders vorgestellt. Ich dachte man studiert. Nach dem Abschluss ist man fertig und toll ausgebildet und alle reißen sich um dich. Die Dozenten reden auch immer in der Zukunftsform: „wenn du dann am Theater bist….“. Und mir wurde mehrmals von Dozenten versprochen Agenturen vorgestellt zu werden.
Niemand stellt dich vor. Niemand reißt sich. Du musst natürlich Klinken putzen (wie auch in anderen Berufen) und vorsingen vorsingen vorsingen. Das mache ich nicht, weil ich mich nicht richtig vorbereitet fühle, weil ich die falschen Sachen gelernt habe und weil ich immer wieder den Mut verliere und zwischenzeitlich resigniere. Das ist ziemlich bekackt und bringt mich natürlich nicht weiter.

Gestern hatte ich Geburtstag. Ich hatte einen sehr schönen Tag, eine schöne Feier mit vielen lieben Menschen und viele Gückwünsche. Anders dieses Jahr waren aber die Glückwünsche an sich. Der Tenor war fast überall: das wird schon. Bin ich denn grad wirklich so traurig? Mir geht’s gut und ich bin glücklich. Aber ganz ehrlich, eigentlich stimmt es. Ich brauch ein „es wird schon“, denn grad „ist“ nichts. also muss erstmal irgendwas „werden“. Ein „Es“ muss existieren.

Ich habe grad die Kraft, Motivation und Lust, Dinge zu verändern. Ich werde jetzt weiter Gesangsunterricht nehmen (Termine habe ich bereits bis September gebucht), mich vorbereiten. Wenn mein Repertoire halbwegs steht, werde ich vorsingen gehen, Wettbewerbe machen und was sonst noch möglich ist, irgendwie voranzukommen.
Ich werde mich parallel weiter informieren, was es es für Job-, Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Das ist für mich komischerweise greifbarer, als das Singen.

Außerdem werde ich mir einen Wunsch erfüllen, den ich schon lange vor mir herschiebe, weil ich danach komplett pleite sein werde, aber jetzt soll es halt so sein.
Mein Freund und ich haben grad die Flugticktes für einen 3 wöchigen Japan-Aufenthalt gebucht. Und ich bin soooo irre gespannt und freu mich wie sonstwas.

Das ist ein Wunsch, den ich mir einfach erfüllen möchte und grad erfüllen kann, also warum warten? Danach wird es natürlich weitergehen. Ich darf mich nicht immer von allem verschrecken lassen. Mir werden so viele Hände gereicht, ich muss einfach mal zugreifen.

Ich selbst bin mein größter Feind und Saboteur. Ich wünsche mir für mich vor allem mehr Selbstbewusstsein für meine Fähigkeiten und mehr Selbstwertschätzung im Allgemeinen.

So das war mein teils psychologischer, teils philosophischer und einfach nur ehrlicher Text zu meinem 29. Geburtstag!

Mir geht’s sehr gut und ich bin sehr gespannt, was noch kommen wird. Die Welt steht mir offen und ich befreie mich grad von unnötigen „Aber“-Fesseln.
Es wird ein gutes Jahr, das weiß ich jetzt schon. 😀

Bilanz nach 38 Wochen

Kurve 38

Tag 268

Gewicht: 79,5 Kg
Defizit zur letzten Woche: -0,2 Kg
Defizit allgemein: –16 Kg

Leute! Dieser Winter! Ich bin sowas von lethargisch.

Ich hatte sogar überlegt, die Bilanz komplett zu lassen, da sich grad eh nicht viel regt.

Ich streue mal wieder wild sämtliche Gedanken in diesen Beitrag:

Sonntag hatte ich meinen letzten Arbeitstag im Coffee-Shop. Ich bin schon mit nem Grinsen hin- und mit noch nem größeren Grinsen wieder weggegangen. Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich ich war. Es war gewiss nicht die Hölle dort, aber so froh wie ich war, da nicht mehr hinzumüssen, bestätigte absolut meine Entscheidung, auch wenn die Zukunft nun wieder brach vor mir liegt.

Ich bin viel zu sprunghaft und laufe irgendwie vor der Realität weg. Kennt ihr das auch? Ich versuch ja nicht mal richtig Fuß zu fassen, weil ich Angst hab… Ich fasse ständig Entschlüsse und mach dann wieder nen Rückzieher. Und dann fasse ich ein halbes Jahr später genau den selben Entschluss und mache wieder nen Rückzieher…
Jetzt ist grad wieder der schreckliche Winter da, spukt im Kopf und paralysiert mich. Aber eines kann ich schon mal sagen: Es ist nicht so schlimm wie letztes Jahr.

Das Gewicht verändert die Psyche!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Gewicht eine andere Person aus mir gemacht hat. Es lag nicht daran, dass ich mich unwohl in meiner Haut gefühlt habe. Ich war tatsächlich einfach viel mürrischer und kraftloser mit Sicherheit dem Übergewicht geschuldet. Ich habe jetzt auch schon vermehrt gehört, dass ich irgendwie fröhlicher wirke und mehr Energie ausstrahle. Das bemerke ich ja selber. Allein der Vergleich zu letztem Jahr, gleiche Zeit mit 16 Kg mehr. Ich war eine sehr deprimierte Person, der von Freunden Visitenkarten von Psychotherapeuten zugesteckt worden war.
Jetzt bin ich zwar auch lethargisch, aber es ist nicht so quälend wie vorigen Winter.

Sport: Ich war am Montag Bowlen. Zählt das?

Ich hab das Gefühl, dass ich wieder nen langen Atem brauche um mich von was auch immer zu erholen. Ich genieße grad das Lesen auf der Couch, in der Decke eingekuschelt und nen schönen Kaffee (vom coffee-shop, der ist echt lecker) in der Hand.

Ich habe mir vorgenommen: Heute ist der letzte Tag im Lümmelland. Morgen muss ich eh wieder zum Gottesdienst. Bei der Gelegenheit, gehe ich in die Bib und leih mir ganz viele Noten aus und üb, was das Zeug hält. So… Muss mich wieder Casting-tauglich machen.
Habe auch einer neuen Gesangslehrerin geschrieben und nach Unterricht gefragt. Dafür muss ich mich vorbereiten, also kann ich mich nicht verstecken.

Gedanken zu einer eventuellen Ausbildung (Logopäde stand jetzt ganz hoch im Kurs), habe ich wieder verworfen. Ich muss (!) einfach mal aus dem Knick kommen. Ich kann mir eine Therapeuten-Stelle eigentlich sogar wirklich gut bei mir vorstellen, aber was das alles wieder mit sich zieht, ist es irgendwie nicht wert.
Zu allererst: Es kostet Geld. 2. Es geht 3 Jahre. 3. Diplom und Master-Abschluss wären für die Katz… Man man man… Ich fühl mich aber auch echt immer wie eine Versagerin. Unfähig Dinge zu tun oder Entscheidungen zu treffen.
Früher war ich auch viel energischer. Als ich wusste, dass ich Musik studieren will, habe ich prompt die Schule gewechselt und vergessen, meiner Mutter davon zu erzählen… Wo ist denn bitte diese Selbstständigkeit und Entscheidungsfreude hin. Die muss doch irgendwo tief in mir vergraben sein, denn ich war ja schon mal zu sowas fähig…

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Bericht bei der wundersamen Jobreise der Katinka Bell….

Bilanz Nr. 22 – und bissl mehr

Kurve 22Tabelle 22

Tag 155

Gewicht: 82,2 Kg
Defizit: 13,3 Kg

whoop whoop….

Wenn ihr euch die Daten der letzten 2 Wochen anschaut, seht ihr, dass ich im Vergleich zu den ganzen anderen Kilozahlen der letzten Monate die 83 nahezu übersprungen hab. Und was gab’s vorgestern (12.10.) zu sehen? ne 81. Ich dachte, ich raste aus…
Noch 300 g abnehmen und dann ist sie auch schon wieder da. xD
Jetzt bin ich ungefähr bei dem Gewicht mit dem ich meinen Freund kennengelernt hab. Also muss ich mich deshalb schonmal nicht mehr schlecht fühlen.

Ich hatte mir gedacht, dass ich euch mal Bilder von mir zeige von vor 5 Jahren und von diesem Jahr, bevor ich angefangen hab abzunehmen. Ich hab ja sogar extra Startbilder aufgenommen von mir um meinen Prozess zu dokumentieren. Grad beim Durchschauen habe ich mich doch dagegen entschieden. Ich ertrag die einfach nicht. Ich bin so aufgeschwommen und schäme mich so sehr.
Ich brauch noch ne Weile um die Bilder zu verarbeiten. Ich fass es immernoch nicht, wie ich da aussehe. Und so bin ich ein paar Jahre rumgelaufen… Ich hab mich komischerweise ja nie dick gefühlt. Also so wirklich dick. Es fühlte sich immer an wie ein: „ach es ist nur vorrübergehend. Das pendelt sich schon wieder ein.“
Wieso sagt einem das Spiegelbild nicht, wie man wirklich aussieht? Das erschließt sich mir einfach nicht. Meine Waage hatte es mir ja auch gesagt. Ich hab fast 100 Kilo gewogen. Diese Grenze habe ich allerdings nie erreicht und bin froh, dass ich die Bremse vorher gezogen hab.
Ich muss zur Zeit immer wieder daran denken, wie ich nen Schock bekam, als ich zum ersten mal 85 Kg gewogen hab. Damals war ich 17 oder 18 Jahre alt. Ich hab zu ner Freundin gesagt, dass das oberste Kante ist und ich niemals NIEMALS wieder so viel wiegen möchte. 10 Jahre später, wiege ich gar 10 Kilo mehr. Pro Jahr ein Kilo. (Nee, sogar doppelt so viel. 2006 (mit 19) war ich ja wieder auf 75 Kg gewesen.)

Ich bin so froh, dass ich aus meinem Schlaf aufgewacht bin und mir quasi zur richtigen Zeit, die richtige Hilfe in die Arme gelegt worden ist. Das ist so unfassbares Glück, ich glaub’s kaum und fang gleich wieder an zu flennen ^^ bin heute etwas emotional… ^^
Ich weiß jetzt auch, warum ich so zugenommen hab.
Dicke Menschen fressen NICHT pausenlos fettiges oder/und süßes Zeug! Dicke Menschen essen manchmal ein Quäntchen zuviel und gleichen das nicht an anderen Tagen wieder aus und werden deshalb ganz langsam dick. Auch wenn sie der Meinung sind „normal“ zu essen. Klar essen dicke Menschen auch mal Chips und Süßkram. Das machen dünne Menschen aber auch… Natürlich sprech ich hier von mir und scher alle über einen Kamm. Aber so wie ich das sehe, ist es bei sehr vielen genau so. Alle wundern sich, warum sie dick sind.

Eine zusätzliche positive Sache gibt es außerdem. Ich hab gelernt, mich nicht schlecht zu fühlen, wenn ich mal Kekse oder Burger oder sonstwas esse.
Essen ohne schlechtes Gewissen gab es für mich eigentlich gar nicht. Da muss ich erst ne Diät beginnen um festzustellen, wie völlig in Ordnung es ist, mal ne Pizza zu essen. Und dadurch schmeckt sie nur umso besser 😀
Dieses Jahr bringt so unglaublich viel Neues für mich.

Ich mach ja irgendwie grad ne Radikalveränderung. Mein komisches Gejobbe und Jobgesuche ist ja auch Teil davon.
Nach meinen Studiumsabschluss letzten Sommer hatte ich mich irgendwie arg verirrt und brauch scheinbar dieses ganze Jahr um mich davon zu erholen und wieder den richtigen Weg zu finden. Ich kann nicht mal sagen, was der ausschlaggebende Punkt war, dass ich diesem ganzen Prozess überhaupt ne Chance gebe.
Mein Problem war ja nie nur mein Gewicht.
Aber ich muss sagen, dass ich mich so viel besser fühle. Nicht körperlich. Geistig. Ich bin wieder viel fröhlicher geworden und nicht mehr so miesepetrig und zynisch. Es ist alles wieder viel einfacher und nicht mehr so dunkel. Auch wenn ich grad noch etwas dusslig vor mich herdaddel.
Es wird Licht. Der Anfang ist gemacht.

Es gibt nur zu sagen. Dass ich sehr hoffnungsvoll bin. Meine Ziele (wenigstens gewichtstechnisch) schonmal gesteckt sind, und immer näher kommen.
Der Rest ergibt sich und kommt wie er kommt. Ich brauch eben manchmal etwas Zeit, aber treff dann irgendwann Bauchentscheidungen und das sind ja bekanntlich die Besten.

Bleibt gesund und munter. Ich geh jetzt schlafen. Ist ja auch schon 19:18 Uhr. … Gott, die Frühschicht macht mich fertig…

Macht’s gut 🙂

*Nachtrag: Ich bin noch nicht schlafen gegangen. Das Internet ist böse ist und hält einem von wichtigen Dingen ab. So… Dann ist mir aufgefallen, dass sich vielleicht einige Leser auf den Schlips getreten fühlen können. Wenn dem so ist, tut mir das leid. Es geht hier nur um mich und wie schrecklich ich mich mit welchem Gewicht auch immer fühle. Das heißt nicht, dass ich andere Menschen mit welchem Gewicht auch immer schrecklich finde. Ich denke, dass dieser Nachtrag unnötig ist. Dennoch möchte ich sicher gehen, dass es euch gut geht. Ich hab euch alle lieb!

Kurze 19. Bilanz und lange Beschreibung meines Ist-Zustands ;)

Tag 135

Gewicht gestern: 84,5 Kg
Gewicht heute: 84,8 Kg 😦

Unterm Strich achte ich grad nicht so wirklich viel auf meine Ernährung. So ein bisschen halbherzig bin ich dabei. Sieht man ja an der Stagnation, bzw. gemächlichen Abnahme die letzten Wochen (gar Monate um es genau zu nehmen). Am Anfang ging das alles viel locker flockiger (die ersten 8Kg gabs ja bereits nach 3 Monaten und seitdem schleppt das ziemlich).

Es hat für mich grad einfach keine Priorität. Mir schwirrt so viel anderes im Kopf rum. Letzter Beitrag war auch eher ein Sortieren für mich. Genau das beschrieb ich auch im allerersten Post. Der Blog dient zur Sammlung meiner zerstreuten Selbst. Mir geht einfach unheimlich viel im Kopf herum und manchmal muss ich es einfach aufschreiben, oder eben einfach Buch über meinen Tag führen und für euch gibt es dadurch random facts ohne Sinn und Verstand. Diese Beiträge könnt ihr meinetwegen auch getrost überlesen.

Es folgen genannte random facts:

Gestern war Jom Kippur. Der höchste jüdische Feiertag und das bedeutet für mich der alleranstrengendste Synagogen Tag. Der Vorabend – Kol nidre – ging ja auch mit einer Kaffeeschicht einher. Deshalb war der Tag dann doch ziemlich lang. Heute war auch wieder Coffee-Bar und jetzt bin ich derbe fertig.
Ich lass heute auch das ganze Tabellengedöns. Ich reich das dann vielleicht nach.
Morgen muss ich nur zum normalen Shabbat-Gottesdienst. Yay!

Meine erste Kaffee-Schicht heute lief gut und ich konnte endlich mal in der Pause schön runterkommen (weil ich nervlich gar nicht so weit oben war ^^). Aber nach der Pause gings los. Ich hab wieder ein super beknacktes Minus gemacht und ich könnte mich dafür ohrfeigen. Aber das reicht natürlich nicht. Ich wurde dann auch total blöd von nem Kollegen (Den ich nur vom Probetag von vor 7 Wochen kenne, also heute hatten wir das 1. Mal so richtig das Vergnügen) angekackt und wir hatten so eine Endlosdebatte, bei der der eine den anderen nicht versteht, man immer die gleiche Erklärung gibt und man einfach nicht zum Ziel kommt. Super nervig und anstrengend.
Außerdem gab er mir noch total tolle Tipps: „Du musst besser aufpassen!“ (Ach was.) „Das ist echt blöd!“ (Das sagte er aber genervt und nicht mein-Beileid-mäßig). WEIL mein Minus wird nicht von MEINEM Trinkgeld (was sich in nem Coffee-shop verständlicherweise bescheiden hält) sondern vom GESAMTEN Trinkgeldtopf abgezogen. Also von allen. Jetzt fühl ich mich nur noch mieser. Deshalb war der auch so böse.
Ich versteh es auch nicht so ganz. Ich kann durchaus nen 10er von ’nem 20er Schein unterscheiden. Ich weiß nicht, warum mir sowas fast einmal Pro Tag passiert. Gerade an der Kasse bemühe ich mich um Ruhe und Aufmerksamkeit.
Das hat dem Feierabend jedenfalls auch nochmal so einen richtig bitteren Beigeschmack gegeben. Nicht nur das Minus sondern diese blöde Debatte mit dem angepissten Typen. Entschuldigung das war meine 5. Schicht. Also meine 1. Woche… Fehler sind Scheiße und ich ärger mich mindestens genauso dolle, wenn nicht noch mehr. Ich fühl mich ja eh schon wie der allerletzte Depp…

Vorgestern früh 7:30 Uhr fegte ich den Außenbereich des Cafés. Und da überkams mich dann: „Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?“ Ich räume irgendwelche verranzten Zeitungen und Bierflaschen und versüffte Tüten weg. In aller Herrgottsfrühe (Die Frühschicht beginnt übrigens um 5:15Uhr. Die hatte ich bisher aber noch nicht.). Für nen Mindestlohn. Und drück abzüglich noch mein Kassenminus ab. Ich hab ein verdammtes Diplom. Und zusätzlich einen verdammten Master… Muss aber erstmal Geld verdienen, damit ich Gesangsunterricht nehmen kann, damit ich gut genug zum Bewerben bin. Um dann endlich im erlernten Beruf arbeiten zu können. Die Uni hat’s leider irgendwie nicht geschafft mich dahin zubringen, wo ich gerne gewesen wäre.
Dann treffe ich noch nen Dozenten im Coffee-Shop, der fragt, ob ich noch singe… Allgemein immer die Frage: „Und was machst du so??“ Ja keine Ahnung. Was mach ich denn? … Ich hasse die Frage.
Ich war letzte Woche schon bei der Berufsberatung, um mal zu hören, was denn so meine Möglichkeiten sind. Außerdem überlege ich ernsthaft noch ne Ausbildung zu machen. Ich ertrag dieses Dazwischengehänge nicht mehr.
Als Akademiker kann man sich wohl sogar auf alle möglichen Stellen bewerben. Einfach irgendne Firma anschreiben und auf ne Stelle bewerben. Das wusste ich gar nicht. Meine Mama (sie ist unter anderem Ausbilderin) bestätigte dies. So so…
Ich bleib weiter offen. Das mit dem Kaffee-Job schau ich mir noch ne Weile an, aber ich hab vor jeder Schicht fast schon panische Angst. Muss erst Mittwoch wieder hin. Gott sei Dank!
Niemand muss sich für getane Arbeit schämen. Aber ich hätte so auch einfach nach der 10. Klasser abgehen können und nicht noch 11 (ELF!!) weitere Jahre in Ausbildung stecken müssen.
Außerdem finde ich das total eigenartig, dass es scheinbar so einfach gehen soll, sich in einer Firma zu bewerben, allein durch einen Hochschulabschluss, auch wenn man „nur“ Singen studiert hat.
Meine Erfahrung bei der Bewerbung für den Kaffee-Job oder einer Drogeriekette (Ich bin scheinbar nicht fähig genug ein Regal zu bestücken, denn die haben mich gar nicht erst eingeladen) zeigte mir eine andere Wahrheit…

Fazit:
– Ich möchte singen.
– Ich möchte mit Menschen arbeiten, die zu mir kommen, weil sie von mir etwas wollen (nicht weil ich denen was andrehen will) (vllt sollte ich mir das mit dem Gesangsunterricht doch nochmal überlegen.)
– Kundenkontakt macht Spaß
– Telefonieren an sich ist OK
– Stressjobs mit schnell schnell und am Besten alles gleichzeitig sind Scheiße (Phasenweise ist ja ok)
– Teamleiter, die die ganze Zeit auf die Finger schauen und dich immer ankacken und gefühlt nur drauf warten, dass du was falsch machst, sind Scheiße
– Leuten etwas andrehen, von dem sie nicht mal wissen, dass es existiert (bspw. Telefontarif) ist Scheiße
– Leuten Kuchen andrehen, nachdem sie Kaffee bestellen, ist nett. Dabei haben alle Beteiligte auf eine seltsame Weise Spaß. (Situationsbeispiel: Ich: „Wollen sie denn vielleicht noch was Süßes zum Kaffee?“ Kunde: „Och öhm, nagut, dann gönn ich mir ein Stück Schokokuchen. Der sieht ja lecker aus.“ Ich: „ja nicht wahr? Hier, Bitteschön“ Kunde: „ja Ausgezeichnet! Vielen Dank“ Ich: „Lassen Sie es sich schmecken“ man witzelt dabei halb ironisch und irgendwie haben alle danach gute Laune)
– Ich möchte mehr als Mindestlohn verdienen
– Ich möchte mich gut und ernstgenommen beim Arbeiten fühlen und nicht durchweg wie der allerletzte Depp

Ich weiß, dass ich gut singen kann, dass ich halbwegs intelligent, offen und freundlich bin. Mit Kassen kann ich nicht so gut, aber sonst bin ich ein recht flinker Lerner. Ich Spreche Deutsch und Englisch, halbwegs Italienisch und noch halbwegsiger Französsich. Außerdem bring ich mir selbst Japanisch bei (weil ich ein オタク bin. hihi…) Und Fetzen Hebräisch kann ich mittlerweile auch schon.  Na? Jemand Interesse? 😀

Wo wir schon dabei sind: Ich suche eine/n Pianistin/en, die/der Lust hat mit mir zu arbeiten. Raum Berlin. Für kleine Mucken, Vernissages, Hochzeiten, Veranstaltungen, Bars. Was auch immer… Kennt jemanden wen, der jemanden kennt? Ich geb auch gern Klar-Namen und meine Homepage raus 😉

So! Das musste raus und jetzt geht es mir auch besser! Danke!
*Anmerkung für Mutti: Mir geht’s gut! Mach dir keinen Sorgen. ;D

Hier noch postive Neuigkeiten, die langsam spruchreif werden. Das Ensemble in dem ich singe (mit dem musizieren wir eben auch im jüdischen Gottesdienst) hat für nächstes Jahr eine Einladung nach Stockholm zum konzertieren (das sieht wohl schon sehr sehr gut aus) UUUND wenn alles klappt und bitte bitte soll es, machen wir auch ne Konzertreise nach Südafrika bereits im März. hihi… Also drückt die Daumen!!!

Ich hab jetzt eine gefühlte Ewigkeit für den Post gebraucht (Braucht ihr auch immer so lang? Also mindestens ne Stunde) und mich damit wieder gut runtergeholt und gut motiviert. Vielen Dank nochmal für eure Aufmerksamkeit und die Plattform hier.
Meine Selbstthearpie funktioniert 😉