Japan – Katinkas Reise ins Zauberland Teil 1

Ich bin für ein paar Tage in die Heimat gefahren. Hier habe ich fast hauptsächlich Sturmfrei und pendel zwischen üben (Opernsgesang), zocken (grad ist es A Link Between Worlds aus der Zelda-Reihe), lesen (Roald Dahl) zwischen Wohnzimmer und Terasse hin und her. Außerdem habe ich mir vorgenommen Dinge, die lang liegen geblieben sind, anzugehen. Dazu gehört der Japan-Bericht. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran, dass ich mit meinem Liebsten im Frühling für gute 3 Wochen in Japan war.

Vielleicht ist es auch ganz gut, so viel Zeit dazwischen zu haben, so bleiben nur die prägnantesten Erinnerungen zurück und ihr bekommt nicht den ungefilterten Kulturschock entgegengehauen.

Die Schritte vorher.
Die japanische Kultur mit all ihren vielen Facetten fasziniert mich schon eine ganze Weile. Ich schätze, dass Sailor Moon den Grundstein dazu gelegt und Studio Ghibli (das ist ein Anime-Studio. Das Disney von Japan quasi. Bekannte Filme aus dem Hause sind „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Prinzessin Mononoke“) das Interesse ausgeweitet hat. Mit mittlerweile 30 steh ich immernoch total auf Animes und Mangas. Irgendwann habe ich sogar das Schämen dafür abgelegt und kann seit dem ganz offen dazu stehen.
Zu Disneyfilmen darf man mittlerweile ja auch ganz offen stehen. Wer Disney-Filme mag sollte sich mal „Das wandelnde Schloss“ aus Hayao Miyazakis Hand anschauen. Das ist wohl mein Lienlingsfilm. Danach wird man von keinem Disneyfilm mehr befriedigt sein. Es geht bei diesen Filmen um so viel mehr als die Suche nach dem Prinzen. Gut und Böse bleibt in der Balance, bzw. das pure Böse gibt es oft nicht einmal. Allein das ist eine Qualität, die Disney eigentlich nie hinbekommt.

Durch die Mangas und Animes wird einem gleichzeitig die Kultur und Religion nahegebracht. Eigenschaften, die mir einfallen sind folgende: Ursprünglichkeit, Reinheit, Reinlichkeit, Vollkommenheit durch Unvollkommenheit, Zartheit, Kraft, Natur, Geister. Das spiegelt sich in vielen Dingen wieder und hat durch die Naturbezogene Kultur und Ästhetik etwas sehr sanftes und beruhigendes. Anderseits ist das Land wahnsinnig fortschrittlich, knallig, bunt, voll und laut. Auch das übte seinen Reiz auf mich aus und ich war bereit, alle Farben Japans zu sehen und zu erleben.
Im März 2017 war es dann soweit.

Die Flüge haben wir fast ein Jahr im Voraus gebucht. Ursprünglich wollten wir die Reise frei gestalten und einkehren wann und wo wir eben lustig waren. Aber mir ist dann wieder eingefallen, dass das für mich immer starke Stresssituationen sind, wenn ich nicht weiß, wo ich noch am Abend schlafen werde. Außerdem war das Geld auch ein Faktor und ich wollte nicht in einem gemischten Schlafsaal enden um im Budget zu bleiben. Also begannen wir die Reise aus Deutschland aus zu planen. Nur die Züge haben wir dann vor Ort gebucht, aber das war durch den Japan-Rail-Pass auch ein Zuckerschlecken.

Station 1) Tokyo 1
Wir wollten uns Tokyo für das Ende der Reise aufheben und haben die ersten 2 Tage dazu genutzt um uns zu akklimatisieren. Trotzdem haben wir natürlich mit dem Sight Seeing begonnen. Wir waren schließlich in Tokyo!
Schon am Flughafen haben wir die allseits beliebte und verhasste Kaffee-Kette aus den Staaten besucht. Das war wohl auch unsere Haupt Frühstückslokalität der gesamten Reise. Ich erwischte mich einmal beim Sagen von: „Lass uns lieber zu Starbucks gehen, da ist der Kaffee günstiger“. Und das, meine Freunde, war keine Ironie. Japan ist sehr teuer und in solchen Fällen kommt einem eine Kette mit immergleichen Preisen auf dem Erdball ganz entgegen. Außerdem konnten wir das WLan dort frei nutzen, was doch sehr hilfreich ist in einem fremden Land. So wurde Starbucks unser bester Freund.

Tag 1) war für die Katz. Wir haben quasi überhaupt nicht geschlafen, weil wir von 1 Uhr morgens die Uhr auf 9 Uhr morgens umgestellt haben und somit komplett die Nacht übersprungen. Wir haben etwas abseits vom Zentrum gewohnt, aber das macht in Tokyo nichts. Wir hatten quasi unsere eigene kleine Stadt mit großem Bahnhof und Einkaufspassage und haste nicht gesehen… Also selbst unsere Gegend war ganz spannend. Außerdem hatten wir unsere erste Begegnungen mit den Toiletten und mit einem Essenbestell-Automaten.
Zu erst die Toilette. Mein 1. Foto, was ich in Japan aufgenommen hatte, galt eben einer Toilette. Die Toiletten da sind ja sowas von toll. Vergesst diese widerlichen sich selbstreinigen Klobrillen, sowas haben die nicht. Sondern ein komplettes Steuerbord mit unzähligen Knöpfen mit dem man wahrscheinlich auch ein Raumschiff bedienen könnte. Da waren Knöpfe mit Musiknoten drauf (denn die feine Dame von Welt schämt sich bei dem Pipi-Geräusch und kann so ihr Geschäft mit Bachrauschen, Spülungsgeräusch vom Band oder Vogelgezwitscher durch Druck dieses Knopfes überdecken). Es gab Knöpfe für Deo, Fön, Bidet vorn, Bidet hinten, die Stärke des Bidet-Strahls, die Höhe des Strahls, die Temperatur des Strahls und selbstverständlich eine eingebaute Brillenheizung. (Übrigens sind alle öffentlichen Toiletten in Japan kostenlos und sauber. Selbst die hinterletzte Toilette in einem abgelegenem Ort ist sauber und man setzt sich immer auf eine warme Brille und das ist wunderschön…. Ich vermisse sie…. Brilli…. schnief…)
Nun der Essensautomat: In vielen Restaurants und Suppenküchen bestellt und bezahlt man sein Essen zuerst an einem Automaten und geht dann mit dem Ticket zum Koch. Lost in translation haben wir das Ding natürlich übersehen und der Koch, der ausschließlich japanisch gesprochen hat, hat uns versucht klar zu machen, dass wir doch den Automaten benutzen sollen. Soweit so gut. Stehste also wie Schweinchen vom Uhrwerk. Die Zeichen für klein und groß habe ich erkannt. Success! Aber was wir dann wirklich in der Suppe hatten? keine Ahnung. Auf den Tasten waren Bilder angebracht, die das Gericht präsentierten. Sah aber so aus wie 5 mal das Selbe nur aus unterschiedlichen Winkeln fotografiert. No risk no fun! irgendwas geklickt. Und mein tolles Wissen über klein und groß ausgepackt und den Knopf für klein gedrückt (ich versuch ja abzunehmen, falls das jemand von euch mitbekommen hat). Hat geklappt. Essen war toll!
Ab diesem Moment wurde also immer erst das Lokal beäugt und nach Automaten abgecheckt.

Tag 2) begann Jetlag bedingt sehr früh. Wir besuchten zuerst den Meiji Schrein und den großen Park drumherum. Das liegt direkt neben Shibuya bzw. gehört sogar zum Bezirk Shibuya (ihr kennt sicherlich diese Große Kreuzung, die immer mit Tokyo zusammen gezeigt wird, die von Tausenden von Menschen (zu Spitzenzeiten am Abend bei einer einzigen Ampelphase bis zu 15000 Menschen (Quelle wikipedia)kreuz und quer überquert wird.) Das ist Shibuya. Jedenfalls ist dieser super ruhige und schöne Park grad mal 10 Geh Minuten vom Trubel entfernt. Es beherbergt noch einen japanischen Garten. Dieser war nur der erste den wir besuchten. Allein der war schon wahnsinnig schön dabei hat noch gar nix geblüht. Außerdem waren wir in der Takeshita-Dori. Eine hippe Einkaufsstraße mit bunten Menschen und bunter Kleidung und alles ist bunt und überhaupt… Ich habe mir dort eine Jacke mit Katzenbaby Köpfen gekauft. Die ist super.
Und wir haben dem Hund Hachiko einen Besuch abgestatt. Dieser super treue Hund, dem unter anderem ein Film mit Richard Gere gewidmet ist. (Ich hab Rotz und Wasser geheult.)

Tag 3) Besuch in Akihabara. Das Electronic-/Animé-/Amusment-Viertel. Alles ist hoch und laut und bunt und es gibt zahllose Arcade-Häuser (!) und Plüschtiergreifautomaten-Häuser (!)…. und und und… Darauf hab ich mich ja die ganze Zeit gefreut. Und Bekloppte, die vor Automaten tanzen, singen und springen oder irgendwelche Trommelspiele spielen. Die müssen den ganzen Tag nichts anderes machen, die sind derart begabt, das ist ziemlich beeindruckend. Also die ganzen Nerds gehen dahin und wir wurden auch sehr fündig was Plüschtiere von Anime und Pokemon und so was angeht…. wir haben jetzt ein Plüsch-Pokeball und ein Plüsch-Trasla (das ist mein Lieblingspokemon. Ja ich hab ein Lieblingspokemon. :D).

Station 2 Hakone
Tag 4)-5)
Am Vierten Tag sind wir dann nach Hakone gefahren. Es wird als das Nahrerholungsgebiet der Tokyoter beworben. Es liegt ca. 80 km südlich von Tokyo in den Bergen Richtung Fuji-San und zieht durch seine Vulkanität und den dadurch natürlichen heißen Quellen viele Besucher an. Es gibt einen riesigen Vulkansee und wunderschöne Landschaft zum bewandern und bewundern.
Wir haben in einem Ryokan eingecheckt. Das ist ein Traditionelles Hotel was etwas hochkarätiger ist. Mit Tatamimatten ausgestattet schläft man auf Futonmatratzen auf dem Boden. Auch das Essen ist traditionell Japanisch reichhaltig und üppig. Ryokans mit Onsen (also eigener heißen Quelle) sind so eine Art Spa-Hotel. Man bekommt einen Yukata (eine leichte Version des Kimono. Der Ursprung unseres Bademantels) und es ist völlig normal den ganzen Tag mit dem Badelmantel durch die Gegend zu laufen. Das machen alle. Man geht zum Essen mit dem Bademantel. Man geht ins Bad mit dem Bademantel und man schläft sogar damit. Jeden Tag bekommt man einen Frischen Yukata (also der Bademantel) und Zehensöckchen für die Slipper 😀
Es war so herrlich. Der Onsen war herrlich. Das Essen war herrlich. Die Berge waren herrlich. Es war sooooo toll. Haaaach….. Von den heißen Quellen durften wir keine Bilder machen (aus ähnlichen Gründen, warum man in der Sauna keine macht 😉 )

hier folgen nun Bilder und der nächste Bericht kommt dann auch bald nach.

 

Die Malediven – Zwischen Muscheln und Moscheen

Ende Januar war ich mit meiner Mama für eine Woche auf den Malediven. Es folgt mein Reisebericht.

Die Maldiven.

(Hier geb ich euch kurz Zeit, ein eigenes Bild im Kopf zu erschaffen:)

Inselparadis.
Weiße Strände.
Türkises Meer.
Bunte Fische.

Habt ihr das Bild?

Super.

Vergesst es wieder.

Jetzt kommt meins. 🙂

Ok. Natürlich hab ich das da auch gesehen und erlebt. Aber eben nicht nur.

Die erste Berührung ist wohl für jeden Besucher der Flughafen der Hauptstadt Malé.
Malé, Heimat von 123.400 Einwohner (Quelle: Wikipedia) ist auf mehrere Inseln aufgeteilt, zum Teil auf eigens aufgeschütteten Inseln um den Menschen Platz zu bieten, denn der ist auf einer Insel naturgemäß begrenzt. Auch der Flughafen ist seine eigene Insel. Viele Touristen beginnen ihren Transfer zum Resort direkt von hier und betreten niemals auch nur einen Fuß auf die Hauptinsel. Da sie gefühlt nur einen Kilometer vom Flughafen entfernt ist, kann man sie auch vom Boot aus gut bewundern. Sie hat nichts vom typischen Klischeebild einer Trauminsel. Dicht an dicht quetschen sich Hochhäuser, Autos, Mottoräder und einiges an Menschen. Ich weiß es. Ich war da.
Da wir kein Resort gebucht haben, und wir als Sparfüchse lieber die öffentliche Fähre für 3$ nutzen, als das Speedboot für 50$ oder gar das Wasserflugzeug für 300$ oder mehr (gleiche Strecke), sind wir einen Tag in Malé und setzen erst am nächsten Tag unsere Reise fort, denn die Fähre zu unserer Zielinsel fährt nur einmal am Tag. Mit dem Wissen, dass wir die Fähre am Anreisetag verpassen werden, hatte meine Mutter schon eine Unterkunft auf einer der Nebeninseln von Malé gebucht.

Um auf unsere erste Insel Vilinghilli zu kommen, mussten wir von der Flughafeninsel, auf die Hauptinsel. Diese komplett durchqueren (Die Insel ist für maledivische Verhältnisse ziemlich groß und wir haben bestimmt ne 3/4 Stunde gebraucht um auf die andere Seite zu kommen) um von dort die nächste Fähre zu nehmen auf die einheimischen Insel Vilinghilli. Ich muss ganz ehrlich sagen. Ich mag Malé nicht. Ich habe mich unfassbar unwohl gefühlt und wollte nur schnell die Abfahrtstelle der Fähre finden.

Es gibt einige Informationen, die man über die Maldiven wissen sollte, die mir vorher auch neu waren um das nachvollziehen zu können. Die Malediven sind zu 100 % muslimisch. Ich klaue hier mal was von Wikipedia:

Der Islam ist die alleinige Staatsreligion. Religionsfreiheit wird ausdrücklich ausgeschlossen: Die öffentliche Religionsausübung jeder anderen Religion ist verboten und unterliegt strafrechtlicher Verfolgung. Das muslimische Glaubensbekenntnis ist Bedingung für die maledivische Staatsbürgerschaft, seit der Verfassungsrat im Dezember 2007 eine Verfassungsänderung verabschiedete (Artikel 9 Absatz D der neuen Verfassung). Auf dem aktuellen christlichen Weltverfolgungsindex der privaten Organisation Open Doors stehen die Malediven auf Platz 11 (Stand 2015, im Vergleich 2008: Platz 4, 2009: Platz 6, 2010: Platz 5, 2014: Platz 7).[8]

Nicht-Muslime werden diskriminiert und die gesellschaftliche Kontrolle ist enorm. Zum 1. Januar 2008 wurde vielen Staatsbürgern, die Christen sind, die Staatsbürgerschaft entzogen. Mehr als 700 Christen wurden so zu Staatenlosen. Kirchen sind verboten; der Import christlicher Literatur ist untersagt; Staatspräsident Mohamed Nasheed bat deutsche Islam-Gelehrte darum, ihm bei der Durchsetzung der Scharia auf den Malediven zu helfen.[9][10]

In Relation zur Einwohnerzahl hat die Terrororganisation Islamischer Staat nirgendwo so viele Anhänger wie auf den Malediven. Den ideologischen Nährboden hierfür bereiten unter anderem von Saudi-Arabien finanzierte radikale Prediger.[11]

Oha! Als Tourist sollte man wissen, dass man auf den einheimischen Inseln gut daran tut, vielleicht nicht die ganze Zeit im Sommerkleidchen und Hotpants rumzulaufen. Besser noch die Schultern zu bedecken (Bikini tragen… O lala…). Es ist verboten Schweinefleisch (dazu zählen auch gelatinehaltige Gummibärchen), Alkohol, pornografisches, allgemeine religiöse Güter anderer Religionen einzuführen.

Bröckelt die Traumfassade schon?

Jedenfalls wurde ich durch mehrere Internetseiten und nicht zuletzt von der des Auswärtigen Amts darauf hingewiesen (bei der ich mir aber vorstellen kann, dass sie vllt öfter hysterisch warnt), in Malé Obacht walten zu lassen. Das hat mir derbe Angst eingejagt. Meine Mama und ich laufen also schön als weibliche Rucksacktouristen durch die Stadt. Es war laut, voll, eng und hochgebaubt um uns herum. Es war interessant und bei weitem nicht so schlimm, wie einem einige Seiten weismachen. Allerdings hatte ich keine Ahnung, wie die Dinge hier laufen. Touristen gibt es fast gar keine in dieser großen Stadt. Ausnahmslos alle Frauen tragen Kopftücher und eigentlich sieht man auch nur Männer auf der Straße. Allein dieses Ungleichgewicht der Geschlechter hat mir etwas Angst gemacht. Natürlich total unbegründet, aber ich fühlte mich wie jemand, der in einer nicht für ihn bestimmte Welt einbricht. Wir wurden jedenfalls beäugt. Nicht wertend, aber beäugt. Man fällt als weiße Frau ohne Kopftuch einfach auf. Sowas ist immer unangenehm.
Nachdem wir dann auf unsere erste Insel hinüber gesetzt sind, wurde es schon besser. Der Trubel war passé und wir hatten mehr Insel- statt Großstadtcharackter. Auch hier waren wir Immernoch seltenes Gut. Touristen. Es gab zwar einen hübschen Strand (nicht so Broschüren-schön, aber die Malediven sind halt die Malediven, das Wasser ist türkis und der Strand weiß. was willste machen). Aber den durften wir nicht im Bikini betreten…. Waaaas??? Und nu? sind wir halt mit Kleidern ins Wasser. Mir doch egal…. Das war schön und das Wasser ist traumhaft.

Wir sind kurz um die kleine Insel herum gelaufen. Planschen Essen Trinken Schlafen und dann gab’s wieder Fähren-Action. 4 Stunden Getuckel. Super. Ich hatte etwas Angst, dass es ein Seekrank-comeback gibt. Gab es auch, aber glücklicherweise in einer geschwächten Version ohne Rückwärtsessen.

Um Malé herum gab es sehr viele riesige Schiffe, die vermutlich Sand abbauen oder aufschütten oder sowas… Jedenfalls gibt es eine große Schiffs-und Bootlandschaft, wenn man Malé verlässt. Das ist nun auch nicht das, was man sich vorstellt, wenn man an die Malediven denkt. Jedenfalls kommt jeder, der große motorbetriebene Wassergerätschaften mag, auf seine Kosten und findet in jeder Himmelsrichtung riesige Frachter oder sowas…
Ein Reisebericht versprach Fliegende Fische und Delfine auf der Fährenfahrt. Ich habe einen einzigen fliegenden Fisch gesehen. Naja immerhin. 😀

Nach ewiger Tuckelei (4 Stunden) mitten im Indischen Ozean ohne weit und breit Inseln auszumachen, haben Mama und ich schon beratschlagt, in welche Richtung wir schwimmen, falls das Boot kentert. Wir konnten nicht herausfinden, wie das geklappt hätte, weil wir dann doch sicher im Atoll ankamen.

Auch unsere Zielinsel ist eine einheimische Insel. Ukulhas. Hier gelten die selben Regeln: Züchtige Kleidung, abgesehen vom Bikini-Strand. Da darf man halbnackt rumrennen. Yay!! Also rein ins Wasser und her mit dem Sonnenbrand.
Die Insel ist erst seit 5 Jahren für Touristen geöffnet. Vorher war es ihnen untersagt, sie überhaupt zu betreten, so hab ich das verstanden. Das merkt man auch noch. Die Menschen waren uns unterschiedlich gesinnt.Viele sehr nett und aufgeschlossen, andere sehr arrogant. Die Kinder allerdings waren wenig kontakscheu und haben uns von sich aus freundlisch angesprochen.
Das Tolle an den Malediven ist, dass sie nicht überlaufen sind. Geht ja gar nicht. Um mal eben hinzufliegen braucht es ne Stange Geld oder viel Zeit um durch die Gegend zu schippern, oder Frühbucherrabbat zu erhaschen. Das nächste Festland ist Sri Lanka. (Ist natürlich ne Insel. Aber groß. Und von Sri Lanka nach Indien braucht man ja auch noch mal ne Weile). Unsere Insel hatte (glaube ich) 4 Gästehäuser, die jeweils um die 3 Zimmer hatten. Pro Zimmer 2-3 Leute. Hochgerechnet 24-36  Touristen. Eine ganze Insel für 36 Urlaubswütige. Ich kann euch sagen, dass man seine Liege nicht reservieren muss. Es ist sehr viel Platz da.
Es herrschten jeden Tag um die 30 °C, die nachts auf erfrischende 26 °C abkühlten. Das Wasser war gleichbleibend um die 28 °C. Und nein es war keine heiße Plürre, sondern wunderbar angenehm. Bei stärkerem Wellengang kam dann auch das kalte Wasser der Tiefe dazu.

Relativ am Anfang habe ich eine geführte Inseltour unternommen. Die Insel ist ein langgezogenes Oval. Die längste Ausdehnung ist ein 10-15 min Fußweg (1025 m). Für die Breite braucht man 5-10 min (225m). Sehr klein also. Es gibt 1000 Einwohner. Alle wohnen auf engstem Raum. Ich war kurz auf dem Grundstück von meinem Begleiter und das war alles sehr klein und eng und da haben einige Familien gewohnt (Seine Eltern, Schwiegereltern, Schwäger, Schwägerinnen samt Familie.) Es gab eine große Schule für die 200 Kinder (das hab ich mir gemerkt). Wir waren quasi auf der Bildungsinsel. (so nenne ich sie jetzt mal). Es gibt einen jährlich stattfindenden nationalen Wettbewerb der maledivischen Schüler, bei dem die Kinder dieser Insel immer bei den Topplätzen mitmischen. Auch die Schulabschluss- und Studiumsrate soll hier mit am höchsten liegen. Eigen war auch, dass die Bewohner sehr darum bedacht sind, die Insel und den Ozean sauber zu halten. Das war sehr augenscheinlich im Gegensatz zu unserer ersten Insel, die dann doch ziemlich vermüllt war. Es gibt eine örtlich geführte Kampagne: Überhall hängen von Kindern gemalte Plakate, die zur Sauberkeit ermahnen und pro Jahr gibt es einen Aufräumtag, an dem alle Bewohner und Touristen Müll sammlen. Der Tag wird dann mit einem großen Fest beendet, bei dem alle Helfer zusammen feiern. Die Insel hat ihr eigenes Recycling-System und eine Müllverbrennungsanlage. Es gibt ein eigenes Minikrankenhaus mit einem Arzt und 3 Krankenschwestern. Dazu eine kleine Apotheke (Medizin ist kostenlos). Es gibt sogar ein kleines Gericht. Ich wurde auch immer freundlich drüber aufgeklärt, dass es viel Money gibt. Also der Arzt kriegt viel Money. Und die Krankenschwestern. Es gab auch ein Elektrizitätswerk. Natürlich verdienen Arbeiter des Werks auch viel Money. Und vor allem der Richter kriegt richtig viel Money, obwohl er gar nichts zu tun hat (die Worte meines Ortführers). Und eine Organisation, die jährlich ein Fußballtunier der benachbarten Inseln austrägt, mehr nicht, kriegt auch viel Money… Ich habe verstanden 😉 Money ist ein Thema. Interessant fand ich auch, dass es eine große Kampagne für die syrischen Flüchtlinge gibt. Sie veranstalten Flohmärkte und Sammelaktionen und spenden dann das Geld eben den syrischen Flüchtlingen. Obwohl auch die Malediven nicht unbedingt zu den reicheren Ländern zählen.
Der Leiter war sehr offen und weltinteressiert und definitiv ein Weltverbesserer. Er war erst 21 Jahre alt, hatte Frau und Kind (und das war gewiss nicht sein letztes. Eine große Kinderschar gehört zur maledivischen Familie offenbar dazu) und er ist scheinbar überall tätig und macht alles, was gemacht werden muss und getan werden kann. Er kandidiert z.B. gerade als Bürgermeister für seine Heimatinsel. Jedenfalls hatten wir über mehrere Abende verteilte Relgions-und Weltdisskurse. Das war spannend, aber manchmal auch etwas nervig. Aber nett war er. Aber gerade im Urlaub möchte man vergessen, wer gerade Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist oder ähnliches.

Außerdem haben wir noch eine Schnorcheltour unternommen in einem weiter im Meer gelegenem Riff. Das war so unfassbar schön und bunt und interessant und toll…. Ahhhh… Wirklich toll. Und zusätzlich haben wir noch ne Mantaschnorchelrunde gedreht. Die Viehcher sind riesig. Wir hatten wohl Glück, denn die können sich ziemlich gut im Ozean verstecken und nicht jeder Besucher kriegt sie zu Gesicht. Im Prinzip war ich jeden Tag schnorcheln, habe die bunten Fische bewundert und konnte mich gar nicht satt sehen. Einmal kam unbestellt eine Schule Delfine vorbei, als wir am Strand lagen und unser Glück war vollkommen.
Kurz vor Sonnenuntergang kamen immer die Flughunde heraus und die waren auch nochmal mega putzig. Irgendwie gibt es da nur putzige und tolle Tiere.
Wobei: Meine Mama hatte bei der Schnorcheltour einen ca. 2 m langen Riff-Hai gesehen, aber ich nicht. Ich bin nicht trauig. (na ein bisschen schon… ) xD

Wie die Welt eines Resorts aussieht, weiß ich nicht. Ich weiß, dass die besondere Lizenzen haben um keinen Alkoholiker auf dem Trockenen sitzen zu lassen. Ich weiß nicht, ob die Strände dort voller sind. Und wieviel traumhaft heile Paradiswelt man dort bekommt. Jedenfalls sollen die Resort-Inseln vom Strand und Wasser her schöner sein, als die Einheimischen Inseln. Ich fand unsere Insel aber auch schon echt gut. 😉

Würde ich nochmal hinfahren? Ich weiß es nicht. Ich glaube, wenn ich mich nicht ums Geld scheren müsste, würde ich mir mal ein Resort gönnen. So ein Cocktail abends hat dann doch mal gefehlt. Ich liebe Strand und Meer. Und eine Woche heile Welt ist immer mal schön. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es dann die Malediven sein müssen. Strand und Meer gibts überall. Ich brauch erstmal Vegleiche. Ich hab gehört, die Seychellen sollen auch ganz nett sein, außerdem kann man da wandern und nen Hügel besteigen. 😉
Ihr wisst worauf ich hinaus möchte…

Ist es ein Muss? Nein. Kann man das mal machen? Absolut. Es ist wirklich traumhaft. Wenn man Schnorcheln und Strandabgegammel doof findet, sollte man vielleicht doch lieber woanders hin. Eine Woche finde ich voll ausreichend, alles drüber hinaus wird dann vielleicht doch langweilig. Vielleicht bieten die Resorts ja ein tolles Unterhaltungsprogramm…

Hier noch ein paar Bilder. Da ich keine Wasserkamera besitze müsst ihr auf den wirklich spannenden Teil verzichten. Ich empfehle die Google-Bildersuche. 😉