Japan – Katinkas Reise ins Zauberland Teil 2 – Kyoto

*Hier gehts zum 1. Teil

Station 3 Kyoto
Erst einmal ein paar Worte zu Kyoto.
Kyoto ist eines der bedeutendsten kulturellen sowie historischen Zentren Japans, wenn nicht sogar DAS bedeutendste. Der Stadtname bedeutet übersetzt „kaiserliche Residenz“ und war von 794 bis 1868 auch tatsächlich der Sitz des Kaisers (Seit 1868 sitzt er in Tokyo). Daher gab es Geld und Kultur in Hülle und Fülle. In Zahlen aktuell:
1600 buddhistische Tempel
400 Schinto-Schreine
viele Paläste
Viele Gärten
(und das bei einer Einwohnerzahl von 1’469’000 Einwohnern).
Die 2 großen Religionen in Japan sind der Buddhismus und der Shintoismus. 80% der Japaner gehören beider Religionen gleichermaßen an, daher gibt es so viele Schreine verschiedener Religionen.  Andere Religionen sind in der klaren Minderheit. Durch meine Manga weiß ich, dass Kurisumasu (gesprochen: krismas (Christmas=Weihnachten)) für verliebte Paare sehr wichtig ist xD. Sie gehen am 24. oder 25.12. auf ein Deto (Date) geben sich Presento (Geschenke) und essen Keki (Cake/Kuchen). Im Japanischen sind viele Wörter aus anderen Sprachen angelehnt und japanisiert. Das war grad eine schöne Beispielkette. Übrigens ist das Wort für Arbeit aus dem Deutschen entnommen und heißt auf Japanisch Arubaito. xD

Während des 2. Weltkriegs gab es die Diskussion, an welchem Ort die erste Atombombe abgeworfen werden sollte. Kyoto stand aufgrund seiner Bedeutung ganz vorn auf der Liste. Einer der befehlshabenden amerikanischen Offiziere (ich habe keine Ahnung von Militär-Sprech, also verzeiht falsche Titelbezeichnungen.) war zuvor schon in Kyoto gewesen und wusste um seiner Schätze. Er fand die Stadt zu wertvoll um sie zu zerstören, so dass Kyoto wieder von der Liste gestrichen wurde und man sich für die Stadt mit großem militärischen Stützpunkt entschied: Hiroshima.
Übrigens wurden fast alle japanischen Großstädte während des Krieges nahezu vollständig zerbombt (wenn auch nicht durch die Atombomben). Nur Kyoto hat man aus Respekt komplett verschont.

Kyoto unterscheidet sich zusätzlich im Stadtbild von anderen Städten, da neue Häuser unter der Auflage stehen, nicht höher als die historischen zu sein. Dadurch gibt es keine Skyline (na, ein paar höhere Gebäude stehen um den Bahnhof um ehrlich zu sein). Die Stadt ist zwar weitläufig, man kann aber fast alles erlaufen (aber ich komm auch aus Berlin. Hier ist alles unter 2 km ein Katzensprung und wird erlaufen.) und man hat einen gewissen kleine Großstadtflair trotz seiner Größe. Es gibt ein historisches Zentrum, an den man manchmal wohl auch Geishas sehen kann (die gibt es nämlich bis zum heutigen Tage). Kyoto ist ebenso von den Japanern sehr geschätzt und ein beliebtes Reiseziel. Jede Schulklasse muss mal dort gewesen sein. Außerdem sieht man sehr viele Leute im Kimono herumspazieren. Kimonos werden zu besonderen Anlässen herausgeholt: Abschlussveranstaltungen, Schreinfestivals, Hochzeiten. Für große Feste eben, egal ob spirituell oder weltlich. Da Kyoto so viel Geschichte und göttliche Spiritualität (diese vielen Schreine) ausstrahlt, tragen viele Japaner auch bei der Stadtbesichtigung einen Kimono. Die Stadt ist eben besonders. Übrigens gibt es zahllose Kimono-Verleihe inklusive Styling (bis 18 Uhr muss man die Kleidung wieder zurückgeben), das sowohl von den japanischen als auch den nichtjapanischen Touristen gern genutzt wird. Wir haben einmal zwei ältere europäische Damen gesehen, komplett gestyled mit den FlipFlop-Holzlatschen und den kleinen Täschchen. Das sah ziemlich niedlich aus und ich war ein ganz klein bisschen neidisch (aber meinen Kimono Auftritt hatte ich dann später noch in Tokyo 😉 )
Tag 6
Unser Hostel lag direkt neben einem großen bedeutenden Schrein (Namen sind Schall und Rauch. (hab jetzt doch gegooglet: Heian-Jingu, ein Shinto-Shrein)). Daher wurden wir direkt an unserer Bushaltestelle von einem großen rotem Torii begrüßt. (Wir erlebten das erste Mal das Abenteuer Busfahrt in einem fremden Land. Das ist ja immer ziemlich aufregend. Aber Japan ist natürlich super übersichtlich und es gab keine Probleme, nachdem wir verstanden haben, wie man im Bus bezahlt (beim Aussteigen)).
Wir sind erst Nachmittags in der Stadt angekommen daher blieb nur eine kurze Schreinbesichtigung (Schreine an sich darf man gar nicht betreten, aber auch von außen machen sie viel her. Außerdem gehörte zu ihm noch ein wunderschöner Garten, den man besichtigen konnte.
Später haben wir uns die alten Gebäude des historischen Kerns angeschaut.
Und hatten einen wunderbaren Abend-Spaziergang zurück zum Hostel. Wir mussten jedesmal wieder durch das Gelände des Heian-Jingu (Schrein vor unserem Hostel), der abends schön angeleuchtet wurde. Unser Heimweg war jedes Mal so wundervoll, allein durch die Anwesenheit des Schreins. 🙂
Tag 7
Dieser wurde fast ausschließlich dem Fushimi-Inari-Taisha gewidmet, ein Shinto-Schrein. Inari ist zwar nur eine von vielen Shinto-Gottheiten, gehört aber mit zu den wichtigsten (Gottheit für Fruchtbarkeit, Reis und Sake). Inari Schreine erkennt man an den zinnoberroten Torii, die den Weg zum Schrein deuten. (Allgemein steht fast vor jedem Schrein oder Tempel mindestens ein Torii um den Weg anzuzeigen) Und an den weißen Fuchstatuen, die oft auch paarweise den Weg links und rechts markieren. Allgemein sieht man die Füchse im Inari-Schrein/-Areal überall. Da ranken sich auch mehrer Legenden herum. Die weißen Füchse (Kitsune genannt) gelten als Boten des Inari-Gottes. Außerdem verwandelt sich der Gott/die Göttin (es ist regional unterschiedlich welchen Geschlechts Inari angehört) wohl auch selbst als Fuchs. Jedenfalls gelten Füchse in Japan fast überall als heilig.
Dieser Schrein in Kyoto (genauer gesagt zählt er zum Ort Fushimi, angrenzend an Kyoto) gehört zu den 3 Haupt Inari-Schreinen Japans (Es gib nämlich wohl mehrer Inari-Gottheiten oder Geschwister oder Familien. Dramen ganz wie in griechischer-Mythologie-Manier). Die Besonderheit dieses Schreins in Kyoto sind seine abertausenden Torii, die um einen Hügel herum auf das Heiligtum des Schreins auf die Spitze führen. Am Anfang quetscht man sich noch mit Schaaren von Menschen durch die Tor-Allee, aber der Weg ist recht lang außerdem stetig bergauf und als sportlicher junger Mensch hängt man dann nach und nach die Leute ab und man hat sogar mal private Momente in den Alleen für Fotos! (übrigens war der Inari Tag einer, an den ich 27000 Schritte gelaufen bin. und das zur Hälfte bergauf!) Man kann auch einfach mal durch die Tore heraustreten und den wunderschönen wechselnden Bambus-, Nadel- und Blattwald bewundern. Links und rechts gibt es noch weitere kleine Schreine. Manche irrwitzig klein. Zwischendurch sieht man auch mal buddhistische Tempel oder Figuren, in Ausbuchtungen an denen sich Wand an Wand Miniatur-Schreine sammeln.
Schrein Schrein Schrein. Das ist halt Kyoto.
Übrigens. Falls ihr das nächste mal Sushi esst. Schaut mal ob ihr Inari-Sushi seht. Die zählen zu den Nigiri und bestehen aus einer frittierten Tofutasche mit Reis gefüllt. Dies ist die typische Opfergabe für den Inari-Gott. Daher der Name für das Sushi. 😀
Später zurück in der Stadt sind wir auf den Kyoto-Tower (die Form soll an eine traditionelle japanische Kerze erinnern) herauf und haben die Stadt von oben bestaunt.
Tag 8
Der goldene Pavillon ist eines der großen Sehenswürdigkeiten in Kyoto, da die obere Fassade komplett mit Blattgold verziert ist. Zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir nicht geschafft haben ihn zu besuchen. Dafür waren wir beim silbernen Pavillon (der nie versilbert wurde, daher ist der Name hinfällig, steht aber irgendwie im Gegensatz zum goldenen und wird deshalb trotzdem Silberner Pavillon genannt). Zum silbernen Pavillon gehört wieder ein entzückender verträumter Garten, den ich bis heute nicht vergessen kann. Die Gärten strahlen so viel Ruhe aus, das kann man gar nicht beschreiben.
Wir haben noch einen ganz tollen Überdachten Einkaufskomplex mit Fischmarkt und Handwerksläden gefunden, aber leider keine Bilder gemacht. Aber das hat sehr viel Spaß gemacht.
Kyoto hat unendlich viel zu bieten. Den Königspalast haben wir nicht mal gesehen. 3 Tage sind eindeutig zu wenig, aber wirwollten ja weiter und anderen Städte bereisen.

Ich lasse nun wieder Bilder sprechen:

 

Japan – Katinkas Reise ins Zauberland Teil 1

Ich bin für ein paar Tage in die Heimat gefahren. Hier habe ich fast hauptsächlich Sturmfrei und pendel zwischen üben (Opernsgesang), zocken (grad ist es A Link Between Worlds aus der Zelda-Reihe), lesen (Roald Dahl) zwischen Wohnzimmer und Terasse hin und her. Außerdem habe ich mir vorgenommen Dinge, die lang liegen geblieben sind, anzugehen. Dazu gehört der Japan-Bericht. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran, dass ich mit meinem Liebsten im Frühling für gute 3 Wochen in Japan war.

Vielleicht ist es auch ganz gut, so viel Zeit dazwischen zu haben, so bleiben nur die prägnantesten Erinnerungen zurück und ihr bekommt nicht den ungefilterten Kulturschock entgegengehauen.

Die Schritte vorher.
Die japanische Kultur mit all ihren vielen Facetten fasziniert mich schon eine ganze Weile. Ich schätze, dass Sailor Moon den Grundstein dazu gelegt und Studio Ghibli (das ist ein Anime-Studio. Das Disney von Japan quasi. Bekannte Filme aus dem Hause sind „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Prinzessin Mononoke“) das Interesse ausgeweitet hat. Mit mittlerweile 30 steh ich immernoch total auf Animes und Mangas. Irgendwann habe ich sogar das Schämen dafür abgelegt und kann seit dem ganz offen dazu stehen.
Zu Disneyfilmen darf man mittlerweile ja auch ganz offen stehen. Wer Disney-Filme mag sollte sich mal „Das wandelnde Schloss“ aus Hayao Miyazakis Hand anschauen. Das ist wohl mein Lienlingsfilm. Danach wird man von keinem Disneyfilm mehr befriedigt sein. Es geht bei diesen Filmen um so viel mehr als die Suche nach dem Prinzen. Gut und Böse bleibt in der Balance, bzw. das pure Böse gibt es oft nicht einmal. Allein das ist eine Qualität, die Disney eigentlich nie hinbekommt.

Durch die Mangas und Animes wird einem gleichzeitig die Kultur und Religion nahegebracht. Eigenschaften, die mir einfallen sind folgende: Ursprünglichkeit, Reinheit, Reinlichkeit, Vollkommenheit durch Unvollkommenheit, Zartheit, Kraft, Natur, Geister. Das spiegelt sich in vielen Dingen wieder und hat durch die Naturbezogene Kultur und Ästhetik etwas sehr sanftes und beruhigendes. Anderseits ist das Land wahnsinnig fortschrittlich, knallig, bunt, voll und laut. Auch das übte seinen Reiz auf mich aus und ich war bereit, alle Farben Japans zu sehen und zu erleben.
Im März 2017 war es dann soweit.

Die Flüge haben wir fast ein Jahr im Voraus gebucht. Ursprünglich wollten wir die Reise frei gestalten und einkehren wann und wo wir eben lustig waren. Aber mir ist dann wieder eingefallen, dass das für mich immer starke Stresssituationen sind, wenn ich nicht weiß, wo ich noch am Abend schlafen werde. Außerdem war das Geld auch ein Faktor und ich wollte nicht in einem gemischten Schlafsaal enden um im Budget zu bleiben. Also begannen wir die Reise aus Deutschland aus zu planen. Nur die Züge haben wir dann vor Ort gebucht, aber das war durch den Japan-Rail-Pass auch ein Zuckerschlecken.

Station 1) Tokyo 1
Wir wollten uns Tokyo für das Ende der Reise aufheben und haben die ersten 2 Tage dazu genutzt um uns zu akklimatisieren. Trotzdem haben wir natürlich mit dem Sight Seeing begonnen. Wir waren schließlich in Tokyo!
Schon am Flughafen haben wir die allseits beliebte und verhasste Kaffee-Kette aus den Staaten besucht. Das war wohl auch unsere Haupt Frühstückslokalität der gesamten Reise. Ich erwischte mich einmal beim Sagen von: „Lass uns lieber zu Starbucks gehen, da ist der Kaffee günstiger“. Und das, meine Freunde, war keine Ironie. Japan ist sehr teuer und in solchen Fällen kommt einem eine Kette mit immergleichen Preisen auf dem Erdball ganz entgegen. Außerdem konnten wir das WLan dort frei nutzen, was doch sehr hilfreich ist in einem fremden Land. So wurde Starbucks unser bester Freund.

Tag 1) war für die Katz. Wir haben quasi überhaupt nicht geschlafen, weil wir von 1 Uhr morgens die Uhr auf 9 Uhr morgens umgestellt haben und somit komplett die Nacht übersprungen. Wir haben etwas abseits vom Zentrum gewohnt, aber das macht in Tokyo nichts. Wir hatten quasi unsere eigene kleine Stadt mit großem Bahnhof und Einkaufspassage und haste nicht gesehen… Also selbst unsere Gegend war ganz spannend. Außerdem hatten wir unsere erste Begegnungen mit den Toiletten und mit einem Essenbestell-Automaten.
Zu erst die Toilette. Mein 1. Foto, was ich in Japan aufgenommen hatte, galt eben einer Toilette. Die Toiletten da sind ja sowas von toll. Vergesst diese widerlichen sich selbstreinigen Klobrillen, sowas haben die nicht. Sondern ein komplettes Steuerbord mit unzähligen Knöpfen mit dem man wahrscheinlich auch ein Raumschiff bedienen könnte. Da waren Knöpfe mit Musiknoten drauf (denn die feine Dame von Welt schämt sich bei dem Pipi-Geräusch und kann so ihr Geschäft mit Bachrauschen, Spülungsgeräusch vom Band oder Vogelgezwitscher durch Druck dieses Knopfes überdecken). Es gab Knöpfe für Deo, Fön, Bidet vorn, Bidet hinten, die Stärke des Bidet-Strahls, die Höhe des Strahls, die Temperatur des Strahls und selbstverständlich eine eingebaute Brillenheizung. (Übrigens sind alle öffentlichen Toiletten in Japan kostenlos und sauber. Selbst die hinterletzte Toilette in einem abgelegenem Ort ist sauber und man setzt sich immer auf eine warme Brille und das ist wunderschön…. Ich vermisse sie…. Brilli…. schnief…)
Nun der Essensautomat: In vielen Restaurants und Suppenküchen bestellt und bezahlt man sein Essen zuerst an einem Automaten und geht dann mit dem Ticket zum Koch. Lost in translation haben wir das Ding natürlich übersehen und der Koch, der ausschließlich japanisch gesprochen hat, hat uns versucht klar zu machen, dass wir doch den Automaten benutzen sollen. Soweit so gut. Stehste also wie Schweinchen vom Uhrwerk. Die Zeichen für klein und groß habe ich erkannt. Success! Aber was wir dann wirklich in der Suppe hatten? keine Ahnung. Auf den Tasten waren Bilder angebracht, die das Gericht präsentierten. Sah aber so aus wie 5 mal das Selbe nur aus unterschiedlichen Winkeln fotografiert. No risk no fun! irgendwas geklickt. Und mein tolles Wissen über klein und groß ausgepackt und den Knopf für klein gedrückt (ich versuch ja abzunehmen, falls das jemand von euch mitbekommen hat). Hat geklappt. Essen war toll!
Ab diesem Moment wurde also immer erst das Lokal beäugt und nach Automaten abgecheckt.

Tag 2) begann Jetlag bedingt sehr früh. Wir besuchten zuerst den Meiji Schrein und den großen Park drumherum. Das liegt direkt neben Shibuya bzw. gehört sogar zum Bezirk Shibuya (ihr kennt sicherlich diese Große Kreuzung, die immer mit Tokyo zusammen gezeigt wird, die von Tausenden von Menschen (zu Spitzenzeiten am Abend bei einer einzigen Ampelphase bis zu 15000 Menschen (Quelle wikipedia)kreuz und quer überquert wird.) Das ist Shibuya. Jedenfalls ist dieser super ruhige und schöne Park grad mal 10 Geh Minuten vom Trubel entfernt. Es beherbergt noch einen japanischen Garten. Dieser war nur der erste den wir besuchten. Allein der war schon wahnsinnig schön dabei hat noch gar nix geblüht. Außerdem waren wir in der Takeshita-Dori. Eine hippe Einkaufsstraße mit bunten Menschen und bunter Kleidung und alles ist bunt und überhaupt… Ich habe mir dort eine Jacke mit Katzenbaby Köpfen gekauft. Die ist super.
Und wir haben dem Hund Hachiko einen Besuch abgestatt. Dieser super treue Hund, dem unter anderem ein Film mit Richard Gere gewidmet ist. (Ich hab Rotz und Wasser geheult.)

Tag 3) Besuch in Akihabara. Das Electronic-/Animé-/Amusment-Viertel. Alles ist hoch und laut und bunt und es gibt zahllose Arcade-Häuser (!) und Plüschtiergreifautomaten-Häuser (!)…. und und und… Darauf hab ich mich ja die ganze Zeit gefreut. Und Bekloppte, die vor Automaten tanzen, singen und springen oder irgendwelche Trommelspiele spielen. Die müssen den ganzen Tag nichts anderes machen, die sind derart begabt, das ist ziemlich beeindruckend. Also die ganzen Nerds gehen dahin und wir wurden auch sehr fündig was Plüschtiere von Anime und Pokemon und so was angeht…. wir haben jetzt ein Plüsch-Pokeball und ein Plüsch-Trasla (das ist mein Lieblingspokemon. Ja ich hab ein Lieblingspokemon. :D).

Station 2 Hakone
Tag 4)-5)
Am Vierten Tag sind wir dann nach Hakone gefahren. Es wird als das Nahrerholungsgebiet der Tokyoter beworben. Es liegt ca. 80 km südlich von Tokyo in den Bergen Richtung Fuji-San und zieht durch seine Vulkanität und den dadurch natürlichen heißen Quellen viele Besucher an. Es gibt einen riesigen Vulkansee und wunderschöne Landschaft zum bewandern und bewundern.
Wir haben in einem Ryokan eingecheckt. Das ist ein Traditionelles Hotel was etwas hochkarätiger ist. Mit Tatamimatten ausgestattet schläft man auf Futonmatratzen auf dem Boden. Auch das Essen ist traditionell Japanisch reichhaltig und üppig. Ryokans mit Onsen (also eigener heißen Quelle) sind so eine Art Spa-Hotel. Man bekommt einen Yukata (eine leichte Version des Kimono. Der Ursprung unseres Bademantels) und es ist völlig normal den ganzen Tag mit dem Badelmantel durch die Gegend zu laufen. Das machen alle. Man geht zum Essen mit dem Bademantel. Man geht ins Bad mit dem Bademantel und man schläft sogar damit. Jeden Tag bekommt man einen Frischen Yukata (also der Bademantel) und Zehensöckchen für die Slipper 😀
Es war so herrlich. Der Onsen war herrlich. Das Essen war herrlich. Die Berge waren herrlich. Es war sooooo toll. Haaaach….. Von den heißen Quellen durften wir keine Bilder machen (aus ähnlichen Gründen, warum man in der Sauna keine macht 😉 )

hier folgen nun Bilder und der nächste Bericht kommt dann auch bald nach.

 

Ich bin wieder hier. In meinem Revier… Bilanz…

Hallo ihr lieben Leserlein!
Ich bin glücklich, begeistert, voller Eindrücke und zufrieden von meiner Japanreise wieder in Berlin angekommen. Vor zwei Tagen um genau zu sein.

Zu gegebener Zeit wird es auch darüber einen (oder mehrere) Bericht(e) geben. Heute widme ich mich erstmal meinen Statuswerten, und wie sie zu Stande kamen.

Wie lief denn so der Sport?
Sport? Was ist das?
Habe ich mir so toll vorgenommen wenigstens Bodenübungen zu machen, habe ich meinen Vorsatz grandios ignoriert und mich statt auf dem Boden schwitzend lieber schlafend im Bett befunden. (wenn wir im Hotelzimmer waren)
Ansonsten sind wir gelaufen, gelaufen und gelaufen… Meinen Schrittzähler hatte ich zwar nach Japan mitgenommen, aber durch ständigen Taschenwechsel nicht immer dabei gehabt. Gerade die ersten Tage war das Teil nicht mit. Als Referenz kann ich einen Tag nehmen, an dem wir gefühlt genauso viel liefen, wie vorher auch und da brachte ich stolze 27000 Schritte zustande. ja ihr lest richtig. Und das haben wir sehr oft geschafft. Nachdem ich den Schrittzähler nach wiederholter längerer Nichtbenutzung in der Tasche hatte, überraschte mich ein Klingeln schon am Vormittag, dass die 10000 Schritte bereits bewältigt sind, die man ja so pro Tag empfiehlt. Was? schon? Und wir hatten noch den ganzen Tag Stadterkundung vor uns. Also ich bin jetzt Profispaziergängerin müsst ihr wissen.

Und das Essen so?
Das war sehr lecker kann ich euch sagen. Sehr bunt und vielfältig und toll und es gab so ziemlich jeden Tag mindestens (!) ein Eis plus zusätzlicher Süßigkeiten oder/und Knabberein. Ich habe mir sogar erlaubt zuckerhaltige Getränke zu konsumieren. Es hat sehr viel Spaß gemacht diese ganzen neuen Produkte auszuprobieren.

Wie ihr seht, habe ich mich bewusst nach Lust und Laune ernährt und das war wirklich mal schön. Allerdings habe ich auch öfter den Bogen überspannt und mich mit leichter Überfressübelkeit ins Bett legen müssen.

Heute morgen habe ich mich getraut das erste mal wieder zu wiegen: 81,8 Kg. schnell mal schauen, wo das Gewicht bei der Abreise lag: 81,8 Kg. Wie biete?? Ich habe mein Gewicht gehalten. komplett? Auf hundert Gramm? unmöglich. Weiß der Geier wie das zustande kommt. Jedenfalls fühle ich mich wie ein Wal.

Ich bin sowas von hochmotiviert wieder in die Vollen zu gehen. Allgemein habe ich durch die Reise so viel Kraft und Lust geschöpft. Mir geht’s richtig gut. Vielleicht liegt’s auch ein bisschen an den Schilddrüsentabletten, die ich seit 2 Monaten nehme, jedenfalls fühle ich mich seelisch und körperlich grad sehr im Reinen.

Getoppt wird das Ganze noch durch eine Kirsche: Ich bin jetzt nicht nur verliebt sondern auch verlobt.

Manchmal ist das Leben wunderbar. Besonders wenn man seinen Zynismus verliert 😀

Habt eine gute Woche! Mehr folgt bald! 🙂

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Südafrika – meine kurze Reise nach Johannesburg und Kapstadt

* Da wollte ich heute endlich mal den Südafrikabericht schreiben und bemerkte gleich zu Beginn ganz viel Quatsch und POP-Ups die mein Browser ungefragt öffnete. Hatte mir einen feinen Trojaner auf meinen gerade mal 2 Wochen jungen Laptop zugezogen. Selbst ist Frau, hab grad die vormittäglichen Stunden damit zugebracht, den durch diverse Programme wieder zu entfernen. Scheinbar hat das funktioniert. Denn nun klappt alles wieder reibungslos. Bäm… nun gehts aber zum eigentlichen Thema!

Südadrika. Wenn man gewisse Begriffe hört, dann kommen einen ganz viele Bilder dazu in den Kopf. Bei mir waren das Savanne (mit zugehörigen Tieren), Meer, Nelson Mandela, Kriminalität,…

Was hab ich bekommen? So ziemlich genau das.
Ich fang mal chronologisch mit meinen Eindrücken an. Unsere Reise begann in Johannesburg.
Auf Kriminalität bin ich nicht gestoßen, aber überall wird man darauf aufmerksam gemacht, dass es ganz gefährlich ist. Man soll niemals allein auf die Straße, vor allem auch nur auf gewissen Straßen bewegen, nie viel Geld mit sich herum tragen, nicht wie ein Tourist aussehen, bloß nicht mit dem Handy rumwedeln and so on…
Wenn ich Johannesburg beschreiben müsste fallen mir nur wenige Wörter ein, die auch nicht umbedingt positiv sind: Mauer, Gefängnis, Blase, Apartheid (ja immernoch).
Die jüngste Geschichte des Landes ist noch lange nicht verarbeitet und das merkt man gewaltig.

Vielleicht erklär ich besser, was ich da gemacht hab. Ich bin Sängerin und singe in einem Ensemble. Unsere Reichweite ist ziemlich groß und wir veranstalten jährlich ein Festival und laden diverse Chöre aus jeden Winkel des Planten ein. Nun gab es eine Rückeinladung mit Konzerten eines Südafrikanischen Chores. Um die Kosten einzudämmen, wurden wir (7 Sänger des Ensembles) privat bei verschiedenen Choristen des dortgen Chores untergebracht.
Ich war also ausschließlich bei den Weißen zu Gast und habe mich auch nur in deren „Welt“ aufgehalten. Ich befand mich durchweg in der Wohlstandsblase. Das klingt total pervers, aber so war mein Eindruck. Alle Familien bei denen wir untergerbacht waren hatten ein eigenes Haus mit Pool und (schwarzen) Angestellten. Das ist scheinbar normal dort. Um das Haus herum gab es eine hohe Mauer und darauf noch nen Elektrodraht. Wenn die Familie besonders gut gesittet war (wie die, bei der meine Freundin und ich untergekommen waren) gab es für das Haus noch nen eigenen Wächter, der Tag und Nacht vorm Haus saß und die Hoheit zum Eisentor hatte. Wenn die Familie nur aus der Mittelschicht kamen, dann gab es nur für die Straße, in der die Famlien in ihren ummauerten und zusätzlich Elektrodraht-geschützten Häusern wohnten, einen Wächter, der diese Straße bewachte. Um diese Straße gab es selbstverständlich auch noch ne Mauer und Elektrodraht.
Diese Mauern gibt es um jedes Haus. Überall.
Das Zweite, was mir augenscheinlich war, war, dass man auf der Straße eigentlich nur Schwarze sah. Keine Weißen. Die saßen nämlich alle im Auto. Wir ja auch. Öffentliche werden nicht benutzt (von den Weißen) und außerdem sind die ja eh gefährlich. Es ist ja alles immer gefährlich. Sagt man.
Alle Dienstleistungen, die für mich erbracht wurden (sei es nen Capuccino im Café bekommen, ein Mitbringel aus nem Laden erhalten, Empfang im Museum), wurde immer von Schwarzen getragen. Immer. Ich fühlte mich irgendwann richtig schlecht, dass ich als Weiße die ganze Zeit bedient wurde. Die Menschen dort sind aber alle unglaublich offen und nett im normalen Alltagsbla. Man mag gar nicht glauben, dass alle ne hohe Mauer um sich ziehen. Grad hat vor allem Johannesburg mit Korruption in der Politik zu kämpfen und das merkt man auch auf den Straßen. Vieles bleibt liegen. Die Ampeln fallen aus und es herrscht großes Chaos, um das sich niemand kümmert.
Man sieht sehr viel Armut auf den Straßen und große Bemühungen der Menschen, sich irgendwie nützlich zu machen um überhaupt etwas zu verdienen. An vielen Ampeln stehen Menschen, wollen irgendwas verkaufen (von selbstgemachter Kunst bis hin zu selfie-sticks) oder sammeln deinen Müll aus dem Auto ein, um ein bisschen Trinkgeld zu bekommen, oder helfen dir beim Einparken und bewachen dein Auto, während du beispielsweise einkaufen bist oder im Café hockst. Das ist wirklich bemerkenswert, wie kreativ sie sind.
Wir sind auch mal nach Soweto (Quasi Vorort), gefahren und haben uns dieses Township angeschaut (aus dem Auto). Ehrlich gesagt, sah das alles entwickelter aus, als man vermutet hatte. Auch dort gab es die obligatorischen Mauern oder Zäune um die Hauser, allerdings nicht in dem großen Stile, wie wir es von unseren Familien kannten.

So richtig viel Zeit die Stadt zu erkunden gab es gar nicht. Wir hatten ja noch Proben und Konzerte und Museen und saßen sehr viel im Auto rum.
OK das klingt grad alles traurig und fad. Das war natürlich nicht alles. Wie gesagt, waren alle Menschen sehr freundlich und nur die Stadtstruktur an sich war für mich sehr befremdlich.

Nun erfreuliches:
Wir haben eine Art kleine Safari gemacht. Für einen Nationalpark hat die Zeit nicht gereicht, deshalb sind wir zu einem sagen wir mal sehr geräumigen Zoo gefahren. Die Fleischfresser sind von den Pflanzenfressern (Klingt ein bisschen wie in „In einem Land vor unserer Zeit“ ^^) getrennt, haben aber alle riesen Areale. Man fährt da mit dem Auto durch und entdeckt überall mal wieder Tiere. Das war sehr spannend und für mich ein Highlight der Reise. Bilder findet ihr unten 😉

Das ist so das Hauptsächliche, das mir zu Johannesburg eingefallen ist.
Nach 4 Tagen ging es auch schon weiter nach Kapstadt. Und schon sah die Welt wieder anders aus. Kapstadt ist sehr westlich (Johannesburg an sich auch, nur eben sehr eingeschränkt). Man konnte sich tatsächlich mal draußen bewegen und es gab keine Mauern mehr. Wahnsinn. Das war wirklich neu.
Die Reise nach Kapstadt begann schon turbulent, weil am Flughafen in Johannesburg so einiges nicht funktioniert hatte. Erst wurde unser Flug ewig nicht an der Tafel angezeigt, dann hat der Self-Check-In nur für eine Person von uns funkioniert. Dann standen wir in der falschen Schlange an, dann waren die Mitarbeiter des Flughafens unglaublich langsam, dann war der Flug überbucht, dann haben wir (meine Freundin und ich) als einzige (außer dem, der eingecheckt war) noch nen Platz bekommen. eigentlich war das Bording fast zu ende, als wir gerade mal am schalter zum check in waren. (der nette rat von der unbeschreiblich langsamen Frau am Check-In, „jetzt müsst ihr euch aber beeilen“ ja danke!). Wir haben den anderen aus dem Ensemble(die immernoch in der Schlange standen) nur zugerufen, dass wir zum Gate müssen und sind wie die Irren quer durch den Flughafen gerannt. Durften an den langen Schlagen beim Security Check vorbeirennen (leider mussten wir trotzdem die Schlange laufen („Sorry“ Excuse me“ „Sorry“, „Bording“, „Bla“), irgendwann haben wir dann das Gate erreicht und die hatten tatsächlich nur noch auf uns gewartet… Super… Da das Flugzeug eh überbucht war, konnten die anderen dann einfach mit der nächsten Maschine kostenfrei fliegen.
Am Abend hat uns dann noch die AirBnB abgesagt, aber irgendwie hat mich das gar nicht mehr gewurmt…

So!

Kapstadt ist wunderschön und toll. Krasses Gegenteil zu Johannesburg. Hinter dir liegen die Berge und vor dir das Meer. Wirklich bezaubernd. Wir sind auch auf den Tafelberg hoch und haben die schöne Aussicht genossen.

Schon als wir vom Flughafen in die Stadt reinfuhren begrüßte uns ein Schwarm Flamingos der auf einmal neben uns in die Luft stieg. Das war so toll, dass ich mich immernoch nicht einkriege, wenn ich nur das Foto sehe! ^^

Außerdem waren wir am Kap der Guten Hoffnung und haben am Meer gepicknickt. Es gab eine Weinverkostung im ältestesn Weingut Südafrikas. Wir waren auf Robben Island. Eine kleine Insel, die direkt vor Kapstadt liegt und ehemals die politischen Gefangenen beherbergte (so auch Nelson Mandela, der dort viele Jahre in Einzelhaft verbrachte). Zur Insel sind wir mit einer Fähre, die durch den starken Wellengang eine gute Stunde brauchte. So konnte ich meine Sehkrankheit entdecken und habe ordentlich.. äh… ich brauchte später einen Kaugummi…

Für die vielen schönen Dinge, lass ich nun lieber Bilder sprechen.
* Nachtrag für die WordPressblogger. Wenn ihr den Beitrag auf meiner Seite, statt im Reader lest, dann öffnet sich beim Klick auf ein Bild die Galerie. Im Reader müsst ihr jedes Bild einzeln anklicken, wodurch sich eine neue Seite öffnet: Nerv-Potenzial 😉

Viele Grüße 😀