Mein Fastenversuch Tag 3 – Zweiter Fastentag

Zu erst berichte ich noch von dem gestrigen Abend: Alles lief planmäßig. Meine Mutter macht es mir dankenswerter weise aber auch wirklich einfach. Da sie auch gern ein paar Pfunde verlieren möchte, fastet sie dann am Abend, wenn sie heimkommt, einfach mit mir mit. Wir trinken zusammen Tee und verdünnten Saft und verleiten uns so zu nichts. Danke Mama!

Mir geht es sehr gut soweit. Natürlich grummelt der Magen, zwar nicht hör- aber spürbar. Aber ich finde es nicht schwieriger oder leichter als gestern damit umzugehen.

Ich habe heute sogar noch meinen Früchtetee UND meinen verdünnten Saft offen. Hip Hip Hurra.
Der Fruchtsaft am Abend gestern war so unglaublich gut. Ich freue mich schon seit den Morgen wieder drauf.

Einen Versuch zu Singen musste ich als gescheitert abstempeln. Ich bin dann scheinbar doch noch etwas zu schwach, um ordentlich Operntöne zu schmettern. Ich werde sehen, wie es morgen läuft. Ab dem dritten Tag soll der Körper (fast) wieder wie gewohnt funktionieren.

Ansonsten verbrachte ich den Tag mit Lesen und einen Spaziergang bei schönstem Sonnenschein.

Ich wohne gerade am Stadtrand. Nur ein Sprung über die Straße und ich kann durch die wunderbare Welt der brandenburger Wiesen und Wälder spazieren. Ich bin entlang der Spree dabei mehreren Kranichen, Pferden auf einer Koppel, und verschiedensten anderen kleinen und mittleren Vögeln begegnet. Beim Laufen begleitete mich das Klopfen zweier Spechte links und rechts von mir. Da hatte ich dann doch noch meinen romantischen Moment.
Unten ein paar Auszüge in Bildern.

Ich bin so ein Dorfkind. Das merke ich immer wieder. Ich bin eben mit Buden im Wald und auf der Wiese und zwischen Feldern spielen großgeworden. Was genau mache ich in einer so großen Stadt wie Berlin? Ach ja… Die Kunst… 😉 (und weniger Nazis…)

Auch heute ist der Tag noch nicht vorbei, aber ich bin gewiss, dass ich die restlichen Stunden auch noch herum kriege.

Mir geht’s prima und ich bin auf die kommenden Tag gespannt.

 

Mein Fastenplan steht!

Meine Fastenwoche steht fest. Ich werde kommenden Montag (19.03.18) damit beginnen.

Ganz zu Beginn bitte ich mein Vorhaben nicht als Anleitung misszuverstehen. Ich werde lediglich in groben Zügen beschreiben, was ich vorhabe und zusätzlich (wohl hauptsächlich) berichten, wie es mir dabei ergeht.

Ein paar Worte zu meinem Vorhaben.

Warum möchte ich überhaupt Fasten?
Ich habe schlicht so viel Gutes darüber gehört, dass ich es selbst erfahren möchte.
Es regt die Zellerneuerung an und stärkt die Immunabwehr. Fasten zeigt sich als positiv im Kampf gegen viele Krankheiten, beziehungsweise soll die Beschwerden bei Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Rheuma, Darmerkrankungen, Migräne, Arthrosen und Rückenschmerzen (wenigstens zeitweise) lindern. (S.93, Heilen mit der Kraft der Natur – Prof. Dr. Andreas Michalsen).

Ich leide glücklicherweise an keiner dieser Beschwerden. Dennoch ist niemand vor zukünftigen Krankheiten gefeit und wenn ich vorbeugend handeln kann, warum es nicht ausprobieren.
Außerdem müsste ich lügen, wenn ich nicht von der schnellen Gewichtsabnahme fasziniert wäre.

Vorbereitung
Ich habe mich mit Buch (Wie neugeboren durch Fasten – Dr. med. Helmut Lützner) und Internet schlau gemacht, was es für Methoden gibt.
Ob und wie ratsam es ist, Fasten allein durchzuführen.
Wie lange Fasten für den Körper gut tut und überhaut möglich ist.

Herausgekommen ist:
Mit meinem derzeitigen Gewicht (77,x Kg) kann ich (theoretisch unter fachkundiger Aufsicht) ca. 30 Tage komplett auf Essen (nicht Wasser) verzichten.
Wenn man es ganz allein durchführt, sollte man 10 Tage allerdings nicht überschreiten (auch da gemessen an der Leibesfülle.) und auch diese 10 Tage richten sich eher an erfahrene Faster.
Ich habe mich für die empfohlenen 5 Tage für Einsteiger entschieden.
Hinzukommt ein Entlastungstag vor dem Fasten, der den Darm und Körper auf die kommende Zeit vorbereitet, und Aufbautage nach dem Fasten, die den Körper wieder an die Verdauungstätigkeit gewöhnen. Diese variieren, je nachdem wie lange man gefastet hat. Bei mir werden es 2 Aufbautage sein.

Es gibt verschiedene Fastenformen:
z.b. nur Gemüsebrühe und Säfte, Molke, Schleim (Haferschleim, Reisschleim…), Teefasten, Wasserfasten….

Ich habe mich für die Buchinger-Methode entschieden.
Es gibt verdünnte Säfte, Gemüsebrühe und Kräutertees für mich. Allerdings nur zu gewissen Zeiten und dann auch limitiert. Wasser darf und muss den ganzen Tag über getrunken werden.

In meinem Fasten-Buch gibt es einen ausführlichen Zeitplan der den möglichen Tagesablauf von Entlastungstag über die Fastentage bis hin zu den Aufbautagen mit Bewegung, Meditation, Körperpflege, Gymnastik, Aufnahme der Getränke beschreibt.
Da ich sehr aufgeregt und unerfahren bin, bin ich froh über das Werkzeug und werde mich an schwierigen Tagen dran klammern.

Ort
Ich bin örtlich ungebunden und werde mich mal wieder bei meiner Mutter absetzen (ihr wisst die Sauna und so 😉 ). Ihr Mann ist für eine Woche unterwegs und sie ist tagsüber arbeiten, so bin ich einerseits aus meinem Alltag (und meiner Küche) heraus und andererseits habe ich tagsüber die Ruhe um meinen Übungen und Vorbereitungen für kommende Vorsingen nachgehen zu können.

Ursprünglich wollte ich einfach eine Wohnung an der Ostsee mieten. Ich möchte in der Zeit für meine Umwelt nicht erreichbar sein. Das habe ich mir sehr romantisch vorgestellt. So ganz allein mit all meinen Kram und Ideen. Das raue Meer im Übergang vom Winter zum Frühling…. Aber der Kostenpunkt hat mich dann doch umgestimmt. Cottbus ist ja auch schön…

Zum Wochenende hin, wenn ich die ersten schwierigen Tage durchgestanden habe, werde ich wieder zurück nach Berlin fahren um das Fastenbrechen später zu Hause zu zelebrieren.

Ich hoffe, trotzdem nicht verfügbar sein zu können, auch wenn ich da bin. Also keine sozialen Verabredungen oder Verpflichtungen (Nur eben die Engsten mit/bei denen ich wohne).

Ab Montag werde ich jeden Tag mindestens einmal posten, wie es mir geht. Das soll mir helfen, Gefühlsschwankungen und Emotionen zu ordnen und mich selbst abzulenken. Da ich keine Mitfaster habe, wird das eben mein Austausch sein.

Ich bin wahnsinnig gespannt und aufgeregt, wie es wird und ob ich überhaupt durchhalte.

Ihr hört von mir!
Habt eine schöne Woche! 💃

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Bilanz Januar 2018

Ja huch?! Da sind einfach mal ein paar Wochen vergangen bis ich mich mal wieder zu Wort melde.
Wer mich kennt, vermutet gleich ganz Schlimmes. Grund für meine Schreibabstinenz ist oft, dass ich Unzufrieden bin und nichts hinbekomme und weiß der Fuchs, was noch.
Wenn ich dann wieder den Mut finde, etwas zu Pabier zu bringen, brauche ich es um mich zu sammeln und sortieren.

Diesmal ist alles ganz anders. Ich bin gerade so klar wie nie. Ich bin so fröhlich, wie schon lange nicht mehr und mir geht’s wunderbar. Scheinbar ist genau das der Grund, warum ich nichts schreibe. Ich brauche es nicht, weil ich schon super aufgeräumt bin.

Außerdem habe ich gerade nichts Spannendes zu berichten. Keine neuen Erkenntnisse, keine Vorhaben… (bis jetzt jedenfalls. unten mehr)
Sport läuft so lala, Ernährung etwas besser…. Was soll ich euch also immer das Selbe vorkauen? Ich will euch gewiss nicht langweilen.

Ich möchte immer noch abnehmen und mein 2. Zwischenziel von 75 Kg ist zum Greifen nah. Das wären dann 20 Kg, die ich verloren hätte. Wenn es soweit ist, melde ich mich natürlich um das gebührend zu feiern. Aber eventuell hampel ich vorher noch ewig auf 77. Die 76 habe ich jedenfalls schon seit 2006 nicht mehr gesehen. Aber das wird schon noch!!

Mein nächstes Vorhaben, mit dem ich mich grad intensiv befasse: eine Woche Heilfasten. Ich habe da großen Respekt vor und möchte mich vorher über alles informieren, was dazugehört. Den Zeitpunkt habe ich mir just ausgesucht und es wird wohl Anfang März werden. (eventuell verschiebe ich das auch, da muss ich noch mit meiner lieben Mutti drüber reden. Vielleicht kann ich ihr Haus besetzen, wenn sie im Urlaub ist. Das ist am Stadtrand gelegen. Ich kann in Ruhe Üben, Sport machen, spazieren gehen und vielleicht die hauseigene Sauna benutzen?? (die ist noch brandneu und wir sind alle noch ganz aufgeregt) Das sind alles meine Ideen und gleichzeitig mit diesen Post wird sie darüber informiert. Hallo Mutti 😀 ). Schauen wir mal!

Mein Gewicht heute falls es interessiert: 77,7 Kg.
Differenz seit Beginn der Abnahme 2015: -17,8 Kg
BMI 070218
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Bilanz KW 45 & 46 – Seele

Kurve 46

Gewicht: 80,6 Kg
Defizit zur letztens Messung: – 1,1 Kg

Es geht. Langsam, aber immerhin. 🙂
Es ist schon eine Weile her, dass ich die 80 gesehen habe. Leider. (Ich wollte grad schauen, wann das war und habe dabei etwas anderes gefunden: ich wog noch im Juni (5 Monate her) 78,4 Kg. 🤦‍♀️ Es kam mir länger her vor.

Also in ca. 2-3 Monaten habe ich ca 4-5 Kilo zugenommen und in den letzten 2 Monaten wieder 3 Kg abgenommen. Puh. Die Aussage: man nimmt leichter ab als zu, kann ich persönlich also nicht unterschreiben.

Aber das liegt auch daran, dass ich kein normaler Esser bin.
Ich nehme jetzt Bezug auf einen vergangenen Kommentar zu meiner Abnahme, der mich ziemlich verärgert hat. Ich konnte tatsächlich nicht schlafen und wusste gar nicht was ich antworten sollte, dass ich es einfach gelassen hab. (Vielleicht liest du ja mit, und fühlst dich angesprochen. denn meine Antwort folgt nun in Form eines Beitrags).

Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich immer das Gleiche mache. Meine Strategien immer die Selben sind und jemand von außen einen Besseren Blick hätte (grob zusammengefasst). So einfach, so wahr. Da stimme ich zu, denn von außen sieht das tatsächlich so aus. Mit Hilfe von meinen ganzen Angaben: (Gewicht, Größe, Ernährung der letzten 2 Wochen,…) sollte herausgefunden werden, was ich falsch mache. Das klingt total logisch. Nur leider ist das Ganze nicht so einfach.

Ich kenne meinen BMI, ich weiß wieviel ich Essen muss um Ab-/Zuzunehmen oder mein Gewicht zu halten, ich weiß, dass Sport hilft, ich weiß, dass ein Schnitzel nicht die Beste Wahl zum Abnehmen ist, trotzdem falle ich öfters zurück.
Aber auch dazu habe ich öfters Stellung genommen. Vielleicht nicht immer ganz klar, weil es mir zum Teil einfach zu privat war, aber wenn ich schreibe: Mir ging es nicht gut, dann war das keine Übertreibung. Und mit mir nicht gut gehen, meine ich meiner Seele geht’s scheiße.
Die einen greifen zur Flasche, andere ritzen sich, ich esse halt. Und da kann mir jeder noch so toll die Kalorien ausrechnen. Ich esse dann um mich zu betäuben.

Und ich geh noch einen Schritt weiter: wer hier immer das gleiche Muster erkennt, hat recht und irrt zugleich. Ich werde immer besser. Das erste Mal habe ich 1,5 Jahre (+15Kg, gelandet bei 95,5 Kg)) gebraucht um zu begreifen, was passiert. Aufgewacht bin ich 2015 und ich habe den Blog gestartet. Das Zweite Mal war Anfang dieses Jahres nach einem + 5 Kg bis zur 84 Kg und dieses Mal nach einem + von 4 Kg bei 83 Kg. Die Abstände werden immer kleiner. Und der Wille zur Umkehr ist jedes Mal größer.
Wer das nicht sieht und nicht alles weiß, wird mir nicht gerecht und braucht nicht versuchen, nett zu sein in dem er mir, dem dummen Kind, erklärt, wie die Welt funktioniert. Es tut mir leid, aber das ist das, was bei mir ankam, auch wenn es freundlich gemeint war, fühlte ich mich total belehrt und degradiert.

Ich muss dazu sagen, dass es immer Auslöser gibt, die mich überhaupt erst in eine „Krise“ stürzen. Und die waren im letzten Fall wirklich übel und gehen über den Alltag weit hinaus. Mehr will ich aber nicht sagen, denn das geht zu weit.

Der Blog dient mir um mich zu sortieren. Wenn ich mich nicht melde, hat das meistens den Grund, dass es schon wieder los geht. Dann versuche ich einfach irgendwas zu schreiben auch wenn ich nur schreibe: Mir geht’s blabla, es läuft nicht, ich nehme nicht ab blabla… Das hat ab diesem Zeitpunkt (manchmal) nichts mehr mit meiner Abnahme zu tun und ist eigentlich nur noch Psychotherapie. Solange ich irgendwie dran bleibe und auch wenn ich immer das Gleiche schreibe, geht es nämlich weiter.
Und das bitte ich zu berücksichtigen.
Wer das langweilig findet und nur Erfolge begleiten möchte, ist hier eindeutig falsch. Ich fahre sehr oft gegen die Wand. Allerdings rappel ich mich auch auf und versuch’s nochmal. Mit den selben Mitteln, ja, meinetwegen. Irgendwann wird die Wand jedoch mürbe und ich kann durchbrechen.

Vielleicht lasse ich mir auch einfach nicht gern helfen. Jedenfalls nicht, wenn meiner Meinung nach die Hilfe an falscher Stelle eingesetzt wird.
Es ist kompliziert.

Nun zu den Erfolgen der letzten 2 Wochen. Dieses Mal hatte das sich nicht melden einen anderen Grund: ich war verreist. Ein kurzes WE mit meinem Mann in MeckPomm (kein Sport aber die Ernährung lief sehr gut) und dann noch 8 Tage in Israel für Konzerte.

Essen in Israel ist ziemlich teuer und dadurch schon limitiert und außerdem war ich oft auf den Rhythmus des Hotels oder verspätetes Essen, wegen Proben und Konzert (erst abends um 11 manchmal) angewiesen. Ich hatte keine Küche und selbst etwas vorzubereiten war dadurch nicht möglich. Irgendwie habe ich mich durchgewurschtelt. Dafür habe ich mich bewegt. Wir waren viel spazieren, ein paar mal habe ich Yoga gemacht und einmal war ich doch tatsächlich joggen (in Jerusalem).

Zur Israelreise, werde ich keinen Bericht schreiben. Das war schon mein zweites Mal dort und alles war weniger aufregend. Es war aber eine tolle Reise. (Außerdem möchte ich Japan noch fertig bekommen, auch wenn das keinen interessiert. Ich hab so viel Spaß dabei 😀 )

Die Wogen glätten sich. Ich habe immernoch Angst vor dem neuen Jahr aber ich arbeite an meiner Zukunft. Gerade geht’s mir gut. Sonne hilft!

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See Genezareth (Sea of Galilea), Jesus lief auf dem Wasser, ich war drin baden.

Bilanz der letzten KWs

Was ist hier schon wieder los?
Madame kommt nicht zu Potte und dümpelt wieder im eigenem Mus.

Theoretisch könnte ich auch einen alten Post recyceln, denn letztendlich passiert das ja immer wieder und ich komm immer zu den gleichen Schlüssen.

Aber ich mach mal einen Umriss der gegenwärtigen Umstände.

Positiv bleiben ist das Einzige was mir hilft um nicht komplett im Sumpf des Versagens abzutauchen.
Worte haben eine große Kraft und ich muss aufpassen, wie ich mich artikuliere, vor allem mir selbst gegenüber.
Ich neige dazu mich klein, dumm, unfähig und schwach zu machen. Ich mache das zwar mit Selbstironie, aber derart oft und fast immer, wenn ich über mich selbst rede, dass das mittlerweile schon sämtliche Ironie verloren hat und Realität geworden ist.

Hauptsächlich zieht mich mein Berufliches herunter. Und eigentlich ist es nicht mal das, sondern Menschen um mich herum, die meinen wissen zu müssen, wie es mir geht, weil sie denken, dass mich meine berufliche Situation herunter zieht. Und dadurch, zieht einem dann irgendwann wirklich die berufliche Situation herunter, weil das ja nicht gesellschaftsfähig ist, wie ich lebe.

Vorgeschichte: Die Uni hat mich damals ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich habe sehr lange studiert und war am Ende so ausgebrannt, dass ich ein Jahr lang nicht wusste, wohin es mit mir gehen soll. Ich konnte mir jedenfalls nicht vorstellen zu singen.
Ich war leider immer viel zu brav und habe auf alle guten Ratschläge gehört. Ich habe immer einfach gemacht, was von mir erwartet wurde. Auch nie mehr. Eigene Ideen und Wünsche habe ich gar nicht gelernt zu verfolgen, da ich immer auf die, die es besser wissen, vertraut habe (vor allem Lehrer und Dozenten dann später).
Gerade die Uni hat mich sehr sehr klein gemacht. Sie hat mir viel meiner Natürlichkeit genommen.
Ihr müsst verstehen, ein Gesangsstudium ist sehr speziell und intim. Ich hatte fast nur Einzelunterricht. Der Gesangslehrer ist schon fast ein Therapeut und weiß eigentlich immer, was gerade in deinem Leben los ist, denn jede Stimmung legt sich auf die Stimme (jedenfalls konnte ich das schwer trennen). Durch dieses uneingeschränkte Vertrauen, haben Gesangslehrer auch eine große Macht über dich. Intuition gegenüber der eigenen Stimme (welche Stücke zu früh, zu hoch, zu schwer, zu einfach,… sind. Oder mein eigenes Verhängnis: was habe ich überhaupt für eine Stimme? Alt oder Sopran?) wird einem aberkannt und über einen hinweg entschieden. Noch zu Musikschulzeiten hatte ich in einer Jazzband gesungen und wegen Wettberwerbe im klassischen Bereich bekam ich das Verbot mit der Band weiter aufzutreten (weil nicht alle Sänger das unterschiedliche Singen trennen können. Mir wurde abgesprochen, dass ich das kann). An der Uni organisierten Kommilitonen ein Projekt, in dem wir zum ersten mal szenisch auftreten konnten, meine Gesangslehrerin verbot mir die Teilnahme, weil es zu früh für mich war. (Ich war 20 und im 2. Semester).
An der Uni gab es ein Projekt mit dem „Skandal-Regisseur“ Calixto Bieito und manche Lehrer verboten die Teilnahme ihrer Studenten am Kurs, weil seine Inszenierungen eben skandalträchtig sind.
Man lernt an der Uni, dass man noch zu jung, zu früh, zu irgendwas ist. Selbstbewusstsein sein wird einem abtrainiert, dabei ist das so wichtig auf der Bühne.
Hier möchte ich erwähnen, dass die Lehrer natürlich wirklich nur im besten Interesse des Studenten handeln wollen. Ich ärger mich über mich selbst, denn es gehörte zu meiner Natur artig zu sein. Und ich ärgere mich über die Dozenten, die wie Übereltern alle Entscheidungen übernehmen und mich und auch andere nicht wirklich für den Beruf ausgebildet haben.

Was ich erfahren habe an der Uni, ist, dass all die Studenten, die sich damals hinweggesetzt haben, Gesprächsstoff der Lehrer/Studenten waren und eben nicht von ihnen gegängelt worden sind, jetzt erfolgreicher sind.
Sie haben immer auf ihr Bauchgefühl gehört und wenn sie vielleicht doch mal daneben lagen, konnten sie zumindest aus ihren eigenen Fehlern lernen.

Ich habe sehr spät gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören.
Ich habe das Gefühl zum ersten Mal zu wissen, was mir gut tut und was ich gerade brauche um dahin zukommen, wo ich auch hin möchte. (wichtig: wo ich hin möchte. Und nicht wo andere mich sehen.)
Dennoch quatschen immernoch Leute rein und meinen es besser zu wissen oder wollen helfen.
Ich nehme mir gerade ganz bewusst eine Auszeit. Ich singe Projekte hier und da, habe mein festes Ensemble, das jede Woche auftritt und nehme Dinge an, die durch Kontakte entstanden sind. Ich gehe aber nicht zu Vorsingen oder anderen Auditions, weil ich einfach nicht so weit bin. Das ist aber OK. Mir nutzt es nichts eine Arie toll vorsingen, dann aber die ganze Rolle nicht durchstehen zu können um dann einen schlechten Eindruck zu hinterlassen und nie wieder gefragt zu werden.

Gerade lerne ich unter anderem diese Arie:

Das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Ich muss noch ganz schön an meinem hohen C arbeiten, aber hey, ich habe ein hohes C… Ich bin jedenfalls sehr froh und spüre, dass grad ganz viele Knoten platzen. Das gibt mir also Recht!

Und jetzt kommt ganz viel Eigenlob für meine eigene Selbstwertschätzung: Ich habe eine außergewöhnlich Stimme, die einen großen Wiedererkennungswert besitzt. Ich habe eine große Stimme, die auch herausgehört wird, wenn ich in einem Ensemble oder Chor singe. Ich habe eine gefällige, warme Stimme.

Das sind meine Punkte. Die habe ich. Daran gibt’s nichts zu rütteln, die gab mir die Natur.
Was mir noch fehlt ist eine stabile Technik und die Ruhe und das Vertrauen vor schwierigen Phrasen. Das lerne ich gerade! Also ist doch eigentlich alles in Ordnung?

Ich möchte mir den Schuh nicht mehr anziehen, dass weil ich nicht sooo viel zu tun hab, es mir ja auch schlecht zu gehen hat.
Es ist selbstgewählt! Ich verdiene nicht so viel, weil es selbst gewählt ist. Das ist der Unterschied. Je mehr Zeit ich mir jetzt gebe, desto schneller bin ich am Ziel. Auch wenn alle anderen dagegen sprechen und meinen, ich sollte trotzdem vorsingen gehen und trotzdem blabla….

Fassen wir zusammen:
Ich habe einen beruflichen Fahrplan. Ich weiß, was ich erreichen möchte und wie ich es erreichen kann. (Das ist ziemlich toll!)
Meine Teilzeit-Tätigkeit ist selbst gewählt. Und dass ich trotzdem überlebensfähig bin, (wenn auch sehr knapp) ist doch ein gutes Zeichen.
Ich bin optimistisch. Ich glaube wirklich daran, dass ich erfolgreich sein kann.
Alle Hindernisse sind überwindbar. Es liegt tatsächlich in meiner Hand, dadurch ist es machbar!

Was hat das ganze mit meiner Abnahme zu tun?
Sehr viel. Mein beruflicher Zwischenzustand belastet mich ziemlich stark (vor allem in der letzten Zeit) und zieht mich dann doch herunter. Und in solchen Momenten, verliere ich Kraft und Lust für andere Dinge und flüchte ins Fressen.
Die Lage in meiner einzigen festen Tätigkeit ist gerade einfach zum Davonlaufen, weshalb ich sogar auch diese Tätigkeit ab Januar aufgebe.
Das ist sehr mutig von mir, aber es ist notwenig. Ich bange äußerst vor dem neuen Jahr, denn ich habe absolut keine Ahnung, wie es weiter geht. Aber ich werde es anpacken und nicht in ein Loch fallen.

Selbstmitleid schüttel ich also mal ab. Ich habe mehr zu bieten.

shana towa!

🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀

Eis Eis Eiiiiiis

Ich weiß nicht, was ich schon wieder ausbrüte, aber irgendwas ist ja immer. Hab seit Tagen schon leichte Halsschmerzen und versuche drumherum zu singen. Man will es ja nicht noch schlimmer machen. Mit nem verstauchten Bein geht man ja auch nicht aufs Laufband. Und jetzt kommt noch ein Mega-Brummschädel dazu. Ahhh…. Ich mag das nicht. Es soll weg gehen. Jedenfalls trau ich mich so nicht zum Sport. Und trete allgemein lieber kürzer, kann mir zeitlich nämlich keine Krankheit leisten. Habe nächste Woche noch 2 Gesangsstunden. Die möchte ich ungern absagen, da mein nächster Unterricht erst Ende August ist. Und außerdem muss ich üben üben üben, hab seit kurzer Zeit auch endlich die Noten für mein Projekt bekommen und muss mir das in Körper und Kopf hämmern. Aber wenn der Körper schlapp macht, muss ich pausieren und das nervt!
Egal wie es weiter geht, mein Plan am Sonntag steht! Passt auf:

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Haselnuss- und Pistazieneis mit Sahne ❤

Der eine oder andere erinnert sich, dass ich im Mai in Rom war. Ich habe nicht drüber berichtet, obwohl ich fleißig am knipsen war und genug Stoff gesammelt hatte um drüber zu reden. Ich hatte aber keine Lust 😛

Hier trotzdem noch ein Bild, was ich ziemlich witzig fand und unbedingt teilenswert finde:

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Voldemorts Büste

xD Hab ich in der Engelsburg gefunden. Der sieht doch eins zu eins wie Voldemort aus XDDD

Zurück zum Thema: Eine Sache will ich euch nicht verschweigen. Ich liebe Eis. Über alles. Eis ist das Beste überhaupt!!!
Rom war das Paradis auf Erden. Mein Freund und ich haben ausnahmslos jeden Tag unglaublich wohlschmeckendes Eis gegessen. Am vorletzten Tag waren wir im Park um die Villa Borghese. Es war sommerlich angenehmes Wetter. 25°C bei strahlender Sonne. Mitten im Park seufzte ich laut, dass ich jetzt gern meine Tagesration hätte (Ich rede natürlich vom leckren selbstgemachten italienischem Eis und nicht vom schnöden Fertigeis am Stiel). In der Stadt gibt’s an jeder Ecke eine gute Eisdiele, im Park sah das anders aus. Die Hoffnung wollte ich nicht aufgeben, dass es vielleicht ein Parkcafé gibt. Letztendlich schaffte es eine Art Imbissbus unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich sagte: Lass mal hingehen, vielleicht gibt’s da ja welches….

Ihr werdet nicht glauben, was wir gefunden haben. Das war kein Imbissbus. Es war ein Eis-Festival!!!! ahahaah… Wie geil! Ich bin manchmal ja so ein Glückskind!

Man kaufte sich ne Art Stemplkarte und konnte dann die 14(!) verschiedenen Eissorten probieren. Überall gab’s ne minikugel um alles überhaupt bewältigen zu können. Das war so toll!
Und wisst ihr was? Dieses Eisfestival wanderst durch Europa und ist gerade eben, just in diesen Moment, in BERLIN: ahhhh…. GEIEL… Hab mich soeben mit ner Freundin verabredet und werde Sonntag wieder den Himmel auf Erden erleben.
Selbst wenn ich im Koma liegen würde, ich würde erwachen und schurstracks hingehen!!

 

Geburtstagsgeschenk

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Den Strauß habe ich gestern von ner lieben Freundin bekommen. So wunderschön 😀

Dieses Jahr ist für mich das letzte Jahr mit ner 2 vorne dran. Oder das vorletzte. Oder vorvorletzte schauen wir mal, wie eitel ich sein werde.
Was mit 2016 geschieht, weiß ich noch nicht so genau, ich habe noch ein größeres Singsang-Projekt vor mir. Endlich mal. Ne richtige Opernrolle, in nem richtigen Projekt, mit richtigem Orchester und richtig Gage. Die Rolle passt zwar eigentlich gar nicht zu mir (sie liegt zu hoch für meine Stimme), und ich befürchte umbesetzt zu werden, aber ich beiße mich erstmal durch und keep my fingers crossed, wie die lieben Ex-EUler zu sagen pflegen.

Ich bin grad in einer großen Umbruchphase und überleg, wie es weiter geht. Ich war letztes Jahr schon bei der Berufsberatung. Mitgenommen daraus habe ich nur BerufAktuell, in dem ich ab und an lustlos blätter, und sonst nichts.
Ich überlege, nochmal ne Ausbildung zu machen, habe auch schon einiges Konkretes im Auge, ich informiere mich, treffe mich mit verschiedenen Leuten und rede über ihre Berufe und was es Wissenswertes drüber gibt, Job-Chancen, Gehalt, etc…
Studieren kommt für mich nicht nochmal in Frage (nach Diplom und Master-Abschluss) (Höchstens ein Duales Studium). Sicherlich würde man das mit der Finanzierung irgendwie hinkriegen. Aber ganz ehrlich, ich will es gar nicht hinkriegen. Ich will jetzt endlich Geld verdienen und nicht nur grad so viel, dass es reicht. Außerdem ist die Freiberuflichkeit so gar nichts für mich. Ich stell mich richtig doof an.
Ich denke, dass der Sängerberuf einfach nichts für mich ist. Mag sein, dass das Instrument (die Stimme) passt, aber meine Persönlichkeit ist oft zu weich, zu sprunghaft, zu zweifelnd.
In letzter Zeit sind mir auch einige Artikel über den Weg gelaufen, wie es um die Kunst (der Oper) bestellt ist, wie es am Theater ist, wie die Leute ausgebeutet werden. Und man den Beruf nur macht, weil man ihn liebt, aber eigentlich vorne und hinten nichts raukommt.
Hier ein Zeit-Artikel und ein weiter Artikel von br-klassik. Und das sind Artikel über Leute, die bereits im Job arbeiten. Das macht echt keinen Mut. 😉
Die längsten Verträge (wenn man nicht grad im Opernchor singt) gehen ein Jahr lang und danach wird man verlängert oder sucht sich eben was neues. Familienplanung ist auch so ein Ding. Wenn man freiberuflich ist, gibt’s keinen Mutterschutz. Keine Arbeit, kein Geld. So einfach. Aber eigentlich habe ich keine Ahnung, weil ich soweit ja noch gar nicht gekommen bin.
Wusste ich vorher schon? Jein. Ich hab es mir einfach anders vorgestellt. Ich dachte man studiert. Nach dem Abschluss ist man fertig und toll ausgebildet und alle reißen sich um dich. Die Dozenten reden auch immer in der Zukunftsform: „wenn du dann am Theater bist….“. Und mir wurde mehrmals von Dozenten versprochen Agenturen vorgestellt zu werden.
Niemand stellt dich vor. Niemand reißt sich. Du musst natürlich Klinken putzen (wie auch in anderen Berufen) und vorsingen vorsingen vorsingen. Das mache ich nicht, weil ich mich nicht richtig vorbereitet fühle, weil ich die falschen Sachen gelernt habe und weil ich immer wieder den Mut verliere und zwischenzeitlich resigniere. Das ist ziemlich bekackt und bringt mich natürlich nicht weiter.

Gestern hatte ich Geburtstag. Ich hatte einen sehr schönen Tag, eine schöne Feier mit vielen lieben Menschen und viele Gückwünsche. Anders dieses Jahr waren aber die Glückwünsche an sich. Der Tenor war fast überall: das wird schon. Bin ich denn grad wirklich so traurig? Mir geht’s gut und ich bin glücklich. Aber ganz ehrlich, eigentlich stimmt es. Ich brauch ein „es wird schon“, denn grad „ist“ nichts. also muss erstmal irgendwas „werden“. Ein „Es“ muss existieren.

Ich habe grad die Kraft, Motivation und Lust, Dinge zu verändern. Ich werde jetzt weiter Gesangsunterricht nehmen (Termine habe ich bereits bis September gebucht), mich vorbereiten. Wenn mein Repertoire halbwegs steht, werde ich vorsingen gehen, Wettbewerbe machen und was sonst noch möglich ist, irgendwie voranzukommen.
Ich werde mich parallel weiter informieren, was es es für Job-, Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Das ist für mich komischerweise greifbarer, als das Singen.

Außerdem werde ich mir einen Wunsch erfüllen, den ich schon lange vor mir herschiebe, weil ich danach komplett pleite sein werde, aber jetzt soll es halt so sein.
Mein Freund und ich haben grad die Flugticktes für einen 3 wöchigen Japan-Aufenthalt gebucht. Und ich bin soooo irre gespannt und freu mich wie sonstwas.

Das ist ein Wunsch, den ich mir einfach erfüllen möchte und grad erfüllen kann, also warum warten? Danach wird es natürlich weitergehen. Ich darf mich nicht immer von allem verschrecken lassen. Mir werden so viele Hände gereicht, ich muss einfach mal zugreifen.

Ich selbst bin mein größter Feind und Saboteur. Ich wünsche mir für mich vor allem mehr Selbstbewusstsein für meine Fähigkeiten und mehr Selbstwertschätzung im Allgemeinen.

So das war mein teils psychologischer, teils philosophischer und einfach nur ehrlicher Text zu meinem 29. Geburtstag!

Mir geht’s sehr gut und ich bin sehr gespannt, was noch kommen wird. Die Welt steht mir offen und ich befreie mich grad von unnötigen „Aber“-Fesseln.
Es wird ein gutes Jahr, das weiß ich jetzt schon. 😀