Und nu?

Einen guten Monat besetze ich also einen neuen Job und schweige seit dem still. Bis heute.
Vielleicht wollt ihr ja wissen, wie es so ist?

Also so langsam komm ich rein. Eigentlich noch bis letzte Woche war es einfach viel viel viel. Mein Kopf raucht und ich komm zu gar nichts. Auf Arbeit komm ich zu nichts. Privat komm ich zu nichts (was so eigene Projekte anbelangt (Hallo? Sport?)).
Ich bin nach jedem Tag Arbeit immer so froh, dass ich mich zu Hause verkriechen kann.

Dafür sind hingegen die freien Tage noch so schön.
Ich war vorher freiberuflich. Frei hieß für mich immer Job- und somit Geldlos. Und ich konnte es gar nicht genießen, weil ich oft nicht wusste wann und ob da nochmal Geld reinkommt.

Also diese Last ist weg und ich fühle mich seelisch soviel besser!

Zum Job: Ich übernehme sehr viele Schichtleiterdienste in meinem Unternehmen (eine Freizeitattraktion). Und bin an diesen Tagen die Managerin, die dann gerufen wird, wenn es irgendwo hakt. Ich schaue, dass alle Mitarbeiter an den Positionen sind und pfeif die dann wenn nötig zurück. Ich muss Ersatz bei krankmeldungen finden, oder einen Plan B erschustern, wenn ich niemanden finde.
Ich kümmere mich um Kunden und alles mögliche, wo eben Hilfe und Entscheidungen verlangt werden. Ich gebe Kassen raus und mache Abrechnungen.
Das bringt eine Verantwortung, die ich noch nie tragen musste. Zudem leite ich ja noch eines der Teams in dieser Attraktion, was auch nochmal alles neu ist.
Dazu kommen noch logistische Dinge. (Mein Team ist das Café-Team. ich leite also noch so ganz nebenbei ein Café). Wenn ich das so lese, muss ich selber lachen. Wie absurd das alles ist.
Bisher ging alles gut, auch wenn einiges (durch technische Probleme) daneben ging.
Wie verhext war das alles.

Wieso schreib ich ausgerechnet heute?
So richtiges Feedback gab es von oben für mich bisher nicht. Die haben sich die ganze Sache ja auch erstmal angeschaut. Heute hatte ich dann mal ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten (dem Betriebsleiter) über meine zukünftigen Projekte, deren Stand und auch mich in dieser neuen Position. Das war im Großen und Ganzen sehr positiv.

Interessanterweise hat er Sachen gesagt, die ich immer höre, egal wo ich bin. Er meinte, ich sei zu bescheiden.
Als er das sagte, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein?? Das durfte ich mir ja vorher auch immer anhören in Bezug auf mein Auftreten auf der Bühne.
Ich bin zu perfektionistisch und stresse mich selbst zu sehr, hat er auch gesagt.
Das höre ich ja auch schon die ganze Zeit von links und rechts, dass ich mich zu sehr stresse.

Also im Prinzip ist er mit meiner Arbeit zufrieden, nur mache ich mich kleiner als ich bin. 🙈🙈🙈

Wie war das mit dem Selbstwert und so? Da hab ich echt noch nen langen Weg vor mir.

Ich habe den Betriebsleiter auch nochmal direkt gefragt, ob er die Entscheidung schon bereut mit mir (etwas besser formuliert im Gespräch). Und er meinte, nein gar nicht. Er weiß, dass ich das alles kann und hinkriege. Ich war ja noch bevor ich mich beworben hatte bereits seine 1. Wahl. Und er war ganz enttäuscht, als ich ihm im Personalgespräch vor knapp 2 Monaten quasi sagte, dass ich mich für keine höhere Position im Unternehmen interessiere. Er wollte mich damals schon abklopfen, denn 2 Tage später wurde ja mein damaliger Chef gekündigt. Was er wusste, ich aber nicht. 😉

Jedenfalls muss ich mal etwas auf mein Umfeld vertrauen. Und es vor allem entspannter angehen. Er meine sogar selbst, wenn etwas mal liegen bleibt oder ich Fristen nicht schaffe, wird ja der Laden nicht gleich untergehen.
Das fand ich nochmal sehr gut zu hören.

Ich will die Sache halt nicht verbocken und denen zeigen, dass es eben nicht die falsche Entscheidung war, eine komplett Ahnungslose in die Position zu lassen. Ich bring genug mit in den Job und den Rest kann ich lernen. Ich hab ja genug Lebenserfahrung und bin nicht zu dumm. Ich bin also eigentlich gar nicht ahnungslos. 😉
Das wird alles gut.

Und wenn ich mich dann an das Pensum gewöhnt habe und mein Kopf nicht mehr raucht, dann widme ich mich auch wieder meinem Langzeitprojekt: dem Abnehmen!

Morgen hab ich wieder frei und freue mich wie Bolle!

Passt auf euch auf vor allem bei der kommenden Hitze!

Eure Katinka 🙂

Was wurde aus Mut und Warten und so?

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Ich habe die Stelle bekommen. (worum gehts?? kann man hier nachlesen) Wie verrückt ist das denn? Toll, wenn man so wertgeschätzt und einem eine Führungsposition anvertraut wird. Ich bringe keinerlei Erfahrung oder Ausbildung in diesem Bereich mit. Sie haben mich ein halbes Jahr arbeiten sehen und das reicht denen, mir die Stelle anzuvertrauen. So cool!
Ich werde ein Team innerhalb eines größeren Unternehmens führen.

Ich habe heute meinen neuen Vertrag unterschrieben. Danach war ich so aufgeregt, dass ich erstmal jemanden voll quatschen musste. Wer hat denn nachmittags unter der Woche Zeit? Hab meine Omi angerufen. Die hat sich gefreut.

Jedenfalls sprudel ich grad und genieße noch die letzten Tage ohne Verantwortung.

Ich hoffe, ich kriege das alles gut hin. Ich hoffe, dass die Einarbeit toll läuft und ich mich sicher fühle, sobald ich meinen Dienst allein antrete.

Oh man. Das ist echt verrückt, wenn man offen für alles ist. Man weiß nie, wohin die Reise geht. Hätte mir das jemand vor einem halben Jahr erzählt, hätte ich dem wohl einen Vogel gezeigt.
Ich werde mein Bestes geben und hoffen, dass mir die Arbeit liegt.

🍀🧚‍♀️

Mut. Warten. Mutig bleiben…

Da dieser Beitrag quasi eine Fortsetzung des letzten Beitrags vom Sonntag ist, empfehle ich diesen vorigen zu erst zu lesen, denn sonst versteht man wohl nicht, was los ist.
(Wer keine Zeit hat, eine Kurzfassung: Mein Teamleiter musste gehen und ich habe mich am Montag todesmutig auf die Stelle beworben. Obwohl ich absolut keine Ahnung von dem ganzen Kram habe.)

Ich gab Montag also persönlich meine Bewerbung ab.
Meine Chefin (Die Hauptgeschäftsführerin) sah mich mit dem Zettel in der Hand, bekam große Augen und sprach schon eher seufzend: Oh nein.
Ich tippte darauf, dass sie dachte, dass ich kündigen möchte. Und sagte „keine Angst, ich möchte nicht gehen. Eher im Gegenteil.“
Sie sah den Betreff. Und jetzt begann ein sehr lustiges Schauspiel für mich. Sie begann zu lachen, zu klatschen und mit den Füßen auf den Boden zu trommeln. Ungelogen!!
Und sagte „Oh ich hab mir das so sehr gewünscht, dass du das machst.“
Was ernsthaft??
Sie war auf einmal total aufgeregt und wollte sofort ein Gespräch vereinbaren. Sie hatte schon mit den Betriebsleiter über mich in dieser Position gesprochen. Deshalb sagte er in meinem Personalgespräch vor einer Woche „Schade“, als ich noch ganz unschuldig nicht wusste, dass die Stelle bald frei wird, und mir keine hohen Ziele in der Firma gesteckt habe. Und mit einer anderen Kollegin von auch da ganz oben, sprach sie über mich, die sich das mit mir auch super vorstellen konnte.

Dienstag (also am nächsten Tag) kam ich wieder ins Büro und ich wurde schon von einem anderen Teamleiter, mit dem mich eine – ich sag mal Hass-Liebe – verbindet, grinsend begrüßt. Interessanterweise dachte ich, sei es bei ihm am schwierigsten – von all den anderen – ihn auf meine Seite zu ziehen, aber dann sprach er: Er hatte sofort an mich gedacht, als die Stelle frei wurde…
Also meine Wahrnehmung scheint ja völlig für den Müll zu sein…
Er ist halt sehr gemein und hat immer nen total nervigen Spruch auf Lager. Ich bin allerdings auch nicht auf den Mund gefallen und konnte bisher immer gegenhalten. Allerdings falle ich bei im auch mal aus der Rolle und mir ist egal wenn ich sämtlichen Respekt verliere. Ich habe ihn wohl schon mehr als einmal Arschloch genannt und den Stinkefinger gezeigt. Wohlgemerkt, ist das einer meiner Vorgesetzten. (würde ich auch nicht bei jedem machen…. ) Aber er scheint, das nicht so schlimm zu finden, wenn er sich grinsend freut, dass ich eventuell bald auf seiner Ebene bin. Er sagt auch, dass er mich voll unterstützt und mir gern hilft, wenn ich was brauche. Der Arschloch-Kollege?? Mein Gott. Werden wir jetzt noch beste Freunde oder was?

Im Prinzip scheinen alle Teamleiter auf meiner Seite zu stehen. Und 2 davon meinten, sie werden sich für mich einsetzen. Mir kommen ja fast die Tränen. Also das ist wirklich mal Wertschätzung.
Habe mich also Montag und Dienstag unbesiegbar wie Superman gefühlt. Kein Kryptonit weit und breit.

Meine Chefin hatte es dann aber doch gefunden. Gestern kam dann mal eine gehörige Ernüchterung. Ich hatte mein Gespräch. Sie hatte sich nach all dem Vorgestelle dann auch mal meinen Lebenslauf angeschaut. Da sie wusste, dass ich Sängerin bin, dachte ich, dass sie das schon einkalkuliert hatte, dass ich eben keine kaufmännische Ausbildung oder dergleichen habe. Sogar im Gespräch als ich ihr die Bewerbung gab, sagte sie noch „Ich kann dir alles beibringen und das kriegen wir schon hin. Die meisten sind wie ich aus einer anderen Position hochgerutscht. Ich selbst ja auch.“
Nun war das aber doch ein Problem??

Gestern sind wir dann all die Punkte durchgegangen, die die Stelle mit sich bringt. Und das war schon enorm, hat mich aber nicht überrascht. Ich finde, ich habe mich ganz gut angestellt.
Sie meinte, sie lässt sich das nochmal durch den Kopf geben und sagt mir nächste Woche bescheid, ob sie sich das überhaupt vorstellen kann.
Die Ausschreibung der Stelle ist allerdings noch 2 Wochen aktiv. Wenn sich niemand Geeigneteres findet, bin ich dann wohl Schmerzwahl. Aber immerhin.
Dafür, dass ich absolut gar keine Erfahrung mitbringe, ist das doch schon eigentlich ziemlich cool, dass ich so viel Unterstützung seitens der anderen Teamleiter und sogar des Betriebsleiters erfahre.

Am 11.06. wird es wohl die finale Entscheidung geben.
Es bleibt also spannend!

Hier ist der Artikel quasi zu Ende, aber ich möchte nochmal herausziehen, was das alles für mich bedeutet. Ich lerne ja grad, meine Qualitäten mir auch selbst bewusst zu machen und so besser in die Zukunft zu schreiten.
Dass mich quasi jeder gut genug kennt in einem tatsächlich großen Unternehmen, ist ja schonmal was, warüber ich nie nachgedacht habe. Ich bin halt sehr gesellig und quatsche mit jedem, egal auf welcher Ebene. Ich hatte ja sogar schon ein Pläuschchen mit eben der Geschäftsführerin. Sie ging sogar bei einer Bewerbung drauf ein: das kurze Gespräch hat ihr sehr viel über mich gezeigt. Ich kann gut mit Menschen und bin klug genug.
Mein Alter macht mir meist auch zu schaffen. Ich werde bald 32.
Allerdings ist nun auch mein Alter eine Qualität. Ich bin reifer als die anderen und besitze mehr Lebenserfahrung. Das sticht halt auch heraus. Deshab fühle ich mich ja auch so wohl bei den anderen Teamleitern. Die sind nämlich eher in meinem Alter.
In der Kunst duzen sich alle. Ich habe schon zu Unizeiten, meine Dozenten und Professoren duzen können. Daher ist auch meine Respektwand vor Obrigkeiten nicht so extrem. Natürlich ist mir klar, wer mein Vorgesetzter ist und ich behandel den auch so, dennoch bin ich recht locker und habe keine Angst (… Ihn auch mal Arschloch zu nennen xD).
Und ich glaube mein darstellerisches Studium und gerade der Schauspielunterricht mit den Improvisationen war gute Voraussetzung um auf jede Situation irgendwie adäquat reagieren zu können. An sich bin ich recht schlagfertig. Das hab ich auch in meinem Bewerbungsgespräch gemerkt. Ich war total ruhig und entspannt.

Natürlich befürchte ich, falls ich den Job bekomme, zu versagen. Aber das ist total berechtigt und kann ja sogar passieren. Ich bin dennoch total froh, den Schritt gewagt zu haben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich genug von auf-der-Stelle-stehen habe. Sollte sie mich nicht für die Position besetzen, werde ich mich weiter umsehen nach einer geeigneteren Zukunft. Ich hab schon Ideen. Ich muss nur mutig genug sein, es auch anzugehen. Und gerade habe ich vor gar nichts Angst.

Muahhh!

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Foto von Pixabay

Weiter geht’s mit der Selbstbeweihräucherung. Es ist nötig!

Mein letzter Post hat mir nochmal vor Augen geführt, dass ich besser zu mir selbst sein soll. Ich bin zwar selbstbewusst, aber nicht in allen Bereichen und vor allem mein Selbstwert hinkt arg hinterher.
Ich möchte mich für eure Kommentare und Likes darunter bedanken, das hat mich auf jeden Fall gestärkt und eine gewisse Euphorie mitgebracht.

Ich bin total wechselhaft mit meinem Denken mir selbst gegenüber. Ein „Hab ich gut gemacht.“ wird meist von drei „Mein Gott bin ich dämlich“ überschattet. Das hab ich doch gar nicht nötig. Warum möchte ich mich schlecht machen?
Eine gesunde Selbsteinschätzung ist toll, aber sich permanent fertig zu machen, scheint mir nicht dazu zugehören. Ich möchte mich gern also auf meine Qualitäten stürzen.

Gerade die letzte Woche brachte sehr viele positive Prädikate von verschiedenen Personen über mich.
Es begann mit einem Konzert am Sonntag. Ich hatte ein für mich recht anspruchsvolles Stück als Solistin begleitet von Orchester zu singen und ich hab das ganz toll hinbekommen. (Ich wollte das Konzert ursprünglich gar absagen, weil ich ja ich bin und mir ja nichts zutraue… -.-‚ Also erste Hürde, überhaupt zuzusagen, habe ich schon mal gemeistert.) Später nach dem Konzert bekam ich eine Nachricht von einem Zuschauer, der meinen Kontakt über meine Homepage suchte. Er wollte sich nur für den schönen Abend bedanken und sagte mir noch, ich hätte eine phantastische Stimme. Wenn sich jemand extra bemüht, mich googlet um über ein Kontaktformular einen netten Gruß zu hinterlassen, dann ist das wirklich ein tolles Kompliment.

Weiter geht’s mit Montag. Meine Probezeit in meinem Nebenjob ist fast um und deshalb gab es ein Personalgespräch mit meinem Teamleiter und dem Personalchef über meine jetzige und weitere Tätigkeit dort.
Die Worte über mich waren: zuverlässig, pünktlich, fleißig, tolle Kollegin, weitsichtig, gute Kommunikation. Als es darum ging, was ich verbessern könnte ist denen nichts eingefallen und sie schlossen mit den Worten: Na wir müssen uns ja jetzt auch nichts ausdenken, nur damit was auf dem Zettel steht.
Das war ne pure Komplimenten-Dusche. Ich musste mich arg zurückhalten um nicht zu widersprechen und gleich auf all meine Schwächen hinzuweisen…
Ich wurde auch zu meinen beruflichen Zielen (es gibt nämlich Aufstiegschancen) innerhalb des Unternehmens befragt und ich hab wahrheitsgemäß gesagt, dass das grad für mich eine Zwischenstation ist und ich noch auf der Suche nach meiner Zukunft bin oder so ähnlich. Also, dass ich eigentlich nicht ewig da bleiben möchte um andere Positionen zu besetzen (das Feld ist für mich auch komplett Neuland und mir fehlen sämtliche Qualifikationen). Daraufhin sagte mein Personalchef: Schade. (Auch das war ja im Prinzip ein Kompliment. Auch wenn ich mit dieser Aussage nicht unbedingt glänzte)

Mittwoch (2 Tage später also) bekomme ich eine Nachricht, dass mein direkter Vorgesetzter, also mein Teamleiter gekündigt worden ist (ich war auch kein Fan seiner Arbeit muss ich gestehen. Und dass es für ihn brenzlich wird war augenscheinlich).
Ab morgen wird die Stelle intern ausgeschrieben (wir sind ein sehr großes Unternehmen mit Standorten weltweit. Daher ist „intern“ sehr großflächig).

Also nochmal kurz drüber nachgedacht: neee…. ich weiß nicht.. neeeee….. Angst… nee….

Freitag komm ich seit dieser Verkündigung wieder zur Arbeit und der erste Büromensch( Wir haben Arbeiterlein auf Mindestlohn, das was ich grad mache und Büromenschen in leitenden Positionen) kommt auf mich zu: bewirb dich doch (und das immer energischer nach Protest meinerseits).
Samstag erzähl ich meiner Kollegin, die Assistenten meines nun ehemaligen Teamleiters, dass mich der eine Büromensch schon fast genötigt hat, mich zu bewerben. Sie fand diese Idee nun auch großartig und meinte, sie könnte sich das ganz toll vorstellen und wüsste, dass sie gern meine Assistentin wäre. Keim gesetzt. hm…..
Hab dann einem anderen Vorgesetzten, mit dem ich sehr freundschaftlich bin auch erzählt, dass ich nun überlege mich zu bewerben. (er selbst wäre sogar für die Einarbeit zuständig) Auch er war sofort Feuer und Flamme und meinte, er würde sich für mich einsetzen.
Ab dem Moment hab ich mich entschieden und einer weiteren engen Kollegin und ein paar engen Freunden gesagt, dass ich mich nun bereits entschieden habe mich zu bewerben.

Ich habe mir ja nun mal vorgenommen mutig zu sein. Also bin ich mal mutig und werfe mich in einen total neuen Themenbereich und einer total neuen Verantwortung.

Das Leben besteht aus Erfahrungen und die bringen mich ja alle weiter.

Ich bin ja schon so aufgeregt, nur weil ich die Bewerbung einreiche. Ob ich den Job überhaupt bekomme, weiß ich ja gar nicht. Aber ich bin total stolz auf mich, dass ich selbst den Grundstein lege.

Ich habe die Bewerbung heute morgen geschrieben, ausgedruckt und werde sie morgen meiner Chefin persönlich überreichen. Da kann ich ja gleich mal schauen, wie sie guckt und ob ihr die Idee gefällt.
Drückt mir die Daumen! Das wäre ein sehr neues und sehr spannendes Kapitel in meinem Leben, sollte es klappen.

Nach dem Bewerbungsschreiben Schreiben war ich übrigens wählen.
Geht Wählen!
Frieden ist ein wertvolles Gut, das wir uns nicht durch Ignoranz und Desinteresse nehmen lassen dürfen.

Dies und Das… Job und Abnehmen und so…

Jetzt schau ich mal aus dem Berg Klamotten hervor und widme mich wieder anderen Themen

Mir fällt auf, dass ich mich immer mehr verschließe. Ich möchte wenig preisgeben und nicht mehr alles ins Detail beschreiben, was ich tue. Beispielsweise habe ich vor 2 Wochen einen neuen Teilzeitjob begonnen. Vor 3 Jahren habe ich noch darüber haarklein berichtet, wenn ich irgendwo neu war (Callcenter, Coffee-shop). Irgendwie möchte ich das nicht mehr.

Ich möchte euch aber von meinen Erfahrungen berichten. Ich merke, dass ich sehr gewachsen bin. Ich weiß, wer ich bin und wo ich stehe. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann, bzw. bei welchen Tätigkeiten ich mir mehr Zeit nehmen muss, die andere Menschen vielleicht schneller hinkriegen würden. Das ist ein total mächtiges Gefühl. Auch dass, wenn es mir nicht gefällt, ich halt einfach gehe!

Meine neue Tätigkeit ist in einem größerem Unternehmen und ich habe viele Kollegen, die alle herumwuseln und man sieht ständig andere Leute aber auch natürlich immer mal die Selben. Ich komm gut mit allen klar und hab richtig Spaß mittlerweile. (Das hätte ich nach dem 1. Tag ganz sicher nicht gedacht. Ich wollte direkt kündigen…. Ich hatte Kollegen-bedingt einen schwierigen Start. Diese Kollegen haben seitdem aber schon die Firma verlassen und alle haben sich gefreut, dass die weg sind.) Die Vorgesetzten mit denen ich zu tun habe, sind alle in meinem Alter und ich verstehe mich mit allen gut. (Nur mein direkter Supervisor ist etwas arg lahm (bei der Arbeit und im Kopf). Und er versteht meine ganzen Witze nicht und guckt mich jedesmal total entgeistert an. Ich hab jetzt aufgehört mit ihm zu witzeln. Das ist ja verschwendetes Talent und Energie, wenn ich jedes Mal sagen muss „Das war ein Scherz“.
Die anderen sind aber alle cool und blödeln dann mit rum. Gott sei dank, sonst wär das ja trostlos…
Jedenfalls freue ich mich, dass ich so schnell klar komme und irgendwie auch nie das Gefühl hatte, „die Neue“ zu sein, sondern direkt reingleite und weiß, was ich zu tun hab…

Mein Gesang
Eigentlich gibt’s hier auch nochmal News, aber ich befürchte, dass das zu sehr in die Materie geht, die eigentlich niemand, außer Opernsänger verstehen, bzw. dass das auch einfach niemanden interessiert.
Sei es drum. Ich versuch es mal etwas vereinfacht zu beschreiben, weil es wichtig für mich ist und der größte Teil meines Lebens.
Der Kehlkopf ist ein Organ und wie alle unsere Körperteile ist er individuell geformt. Daher ergeben sich ja die verschiedenen Stimmen (von Farbe über Höhe und alles mögliche, wie verschieden eben Stimmen klingen und was sie alles können).
Im Operngesang gibt es Einteilungen von der Stimme (Ich rede jetzt nur von Frauenstimmen), es gibt tiefe (Alt), mittlere (Mezzo-Sopran) und hohe Frauenstimme (Sopran (und auch hier gibt es noch Unterteilungen….)). Für diese Unterschiedlichen Stimmen gibt es unterschiedliche Rollen und Stücke, deshalb ist die Einteilung da. Damit man im Chor und am Theater klar definiert ist. Und jeder weiß, was der Sänger mitbringt und kann und auch nicht kann (damit man nicht falsch besetzt wird. Das soll ein Schutz für den Sänger sein).
Meine Stimme war und ist nicht so eindeutig. Ich habe lange im Alt/Mezzo-Bereich gesungen. Auch an der Uni habe ich den Abschluss als Mezzosopran gemacht. Aber niemand wollte mich als Mezzo nehmen, ich habe meistens gehört, dass ich wie ein Sopran klinge und deshalb Sopranstücke singen soll. Irgendwann habe ich also entschlossen, das anzunehmen und einen „Fachwechsel“ (so heißt das) hin zum Sopran zu machen. Das geht leider aber nicht so schnell (Im schnitt spricht man von 2 Jahren, die das dauern kann). Der Kehlkopf ist mit Muskeln bestückt und es bedarf Training (wie beim Sport), bis der das leisten kann, was bei der anderen Stimme geleistet werden muss. Genauso bei falscher Technik muss umtrainiert werden. Im Prinzip weiß man, was man machen soll. Aber es ist halt nicht so leicht, wenn man versucht Muskeln im Hals einzeln zu bewegen. Und andere eben ruhig zu lassen, vor allem, wenn man sie nicht sehen kann. Außerdem ist Umlernen immer schwer und dauert seine Zeit.
Ich habe mir diese Zeit geben wollen. Das ist meine Daddelei! Nur vereinzelte Projekte und zwischendurch mal Nebenjobs…
Nun sind mehr als 2 Jahre rum und ich bin immernoch nicht beim Sopran angekommen. Das gab mir zu denken!
Ich bin letzte Woche zur Charité, genauer zum Phoniater gegangen (Das ist quasi ein HNO-Arzt, der sich auf die Stimme/Kehlkopf spezialisiert hat).
Und siehe da. Es hat scheinbar einen anatomischen Ursprung. Es ist minimal. Deshalb wurde darauf vorher nicht geachtet. Ich war 2011 schon mal bei deinen und die hatten noch ein Video meines Kehlkopfes von damals… Genau das gleiche Bild. Ich habe eine kleine Verwachsung (das klingt schlimmer als es ist) an der einen Stimmlippe. Solange man nicht grad Leistungen, wie im Operngesang erwartet, bekommt man sowas gar nicht mit. Jedenfalls kann das der Grund sein (und wird es wohl auch sein), warum ich so Probleme in der Höhe habe, obwohl meine Stimme eigentlich sopranig ist und es für mich leicht sein sollte…
Der eine Arzt war etwas unsicher und hat dann noch seinen Kollegen dazugeholt. Die haben sich sehr viel Zeit genommen und ganz lang mit mir gesprochen. Das fand ich sehr toll. Im Prinzip haben sie mir geraten wohl doch Mezzo zu singen und mir noch ne Liste mit Logopäden gegeben, mit denen ich arbeiten sollte.

Irgendwie war ich danach total erleichtert. Endlich zu wissen, was eigentlich los ist und warum, das alles so schwer für mich ist und ich einfach nicht am Ziel ankomme…

Ob ich jetzt Mezzo oder Sopran weitermache, weiß ich noch nicht. Ich fühle mich nun bei beiden falsch.

Für mich selbst habe ich entschieden, dass es definitiv Nischen gibt, die ich erfüllen kann. In meinem letztem Musikthaterprojekt wurde die Musikauswahl auf unsere Stimmen ausgelegt. Und in meinen letzten beiden Konzerten wurde auch crossover musiziert.
Ich sehe, dass es Möglichkeiten gibt. Ich kann nur halt wohl leider nie im Chor oder Theater vorsingen, weil ich nicht in die Konventionen passe. Daher ist mir der „sicherere“ Weg (Festanstellung) verwehrt.
Aber vielleicht ja doch. Ich werde nicht aufgeben. Und weiter probieren. Und solange erstmal den Weg gehen, den ich für richtig halte.
Mein Bauchgefühl ist nicht schlecht und ich möchte drauf vertrauen, auch wenn ich mich dadurch mit Freunden sogar über manche meiner Entscheidungen über meinen Weg streiten muss.

Apropos Bauchgefühl.
Dieser Beitrag ist derart durcheinander! Ich entschuldige mich sehr dafür, wir gehen jetzt nämlich total eiskalt rüber zu Ernährung xD

Kann sich noch jemand an meine Pickel am Kiefer und Wange erinnern? Die sind immer noch da. Seitdem ich nicht mehr genervt dran herumfummel ist es viel besser geworden, aber ich bekomme sie trotzdem immer noch pausenlos. Also die Pickel.
Vor ein paar Tagen kam ich auf die Idee, dass ich vielleicht Soja nicht so gut vertrage. Ich hatte diese Pickel ja nie vorher sondern erst seit geraumer Zeit. Und vielleicht genau seitdem ich versuche die vegane Ernährung in mein Leben einzubauen und dadurch sehr viele Produkte aus Soja zu mir nehme (v.a. Soja-Milch und Tofu). Vielleicht ist das ja des Rätsels Lösung? Soja-Unverträglichkeit ist ja nun nichts ungewöhnliches.

Ich möchte also Soja weitestgehend vermeiden.
Wenn man dann noch versucht dabei abzunehmen, das heißt weniger zu essen als 2000 Kcal am Tag, ist das mit der Eiweißaufnahme schwieriger, vor allem wenn man nicht nur vegan sein möchte sondern auch noch Soja verbannt.
Arg..

Ich habe entschieden Fleisch wieder normal in meinen Tagesplan einzubauen. Milchprodukte möchte ich weitestgehend aber meiden. Es gibt so viele vegane Alternativen, die nicht auf Soja-Basis beruhen, dass ich das gut hinkriegen werde.

Zum Sport habe ich es durch meine neue Tätigkeit nicht mehr geschafft. Mein Kopf und Körper ist die ganze Zeit am Rödeln. Ich bin wieder sehr viel stehend und gehend unterwegs, daher decke ich meinen Bewegungssoll ganz gut. Zum Sport gehe ich wieder, wenn ich mich dafür bereit fühle. Ich möchte aber unbedingt noch vor Neujahr gehen, damit es kein Neujahrsvorsatz wird, sondern ich ganz normal dann einfach 2019 weitermache.

So das war doch mal kunterbunt, falls ihr überhaupt bis zum Ende gelesen habt!
Übrigens habe ich sehr viele Komplimente für mein Abendkleid bei 2 Konzerten am Wochenende erhalten. Ich wollte das gar nicht mehr ausziehen. 😀

Seid lieb gegrüßt und habt eine gute Woche!

Eure Katinka Bell
❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️❄️

Bilanz der letzten KWs

Was ist hier schon wieder los?
Madame kommt nicht zu Potte und dümpelt wieder im eigenem Mus.

Theoretisch könnte ich auch einen alten Post recyceln, denn letztendlich passiert das ja immer wieder und ich komm immer zu den gleichen Schlüssen.

Aber ich mach mal einen Umriss der gegenwärtigen Umstände.

Positiv bleiben ist das Einzige was mir hilft um nicht komplett im Sumpf des Versagens abzutauchen.
Worte haben eine große Kraft und ich muss aufpassen, wie ich mich artikuliere, vor allem mir selbst gegenüber.
Ich neige dazu mich klein, dumm, unfähig und schwach zu machen. Ich mache das zwar mit Selbstironie, aber derart oft und fast immer, wenn ich über mich selbst rede, dass das mittlerweile schon sämtliche Ironie verloren hat und Realität geworden ist.

Hauptsächlich zieht mich mein Berufliches herunter. Und eigentlich ist es nicht mal das, sondern Menschen um mich herum, die meinen wissen zu müssen, wie es mir geht, weil sie denken, dass mich meine berufliche Situation herunter zieht. Und dadurch, zieht einem dann irgendwann wirklich die berufliche Situation herunter, weil das ja nicht gesellschaftsfähig ist, wie ich lebe.

Vorgeschichte: Die Uni hat mich damals ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich habe sehr lange studiert und war am Ende so ausgebrannt, dass ich ein Jahr lang nicht wusste, wohin es mit mir gehen soll. Ich konnte mir jedenfalls nicht vorstellen zu singen.
Ich war leider immer viel zu brav und habe auf alle guten Ratschläge gehört. Ich habe immer einfach gemacht, was von mir erwartet wurde. Auch nie mehr. Eigene Ideen und Wünsche habe ich gar nicht gelernt zu verfolgen, da ich immer auf die, die es besser wissen, vertraut habe (vor allem Lehrer und Dozenten dann später).
Gerade die Uni hat mich sehr sehr klein gemacht. Sie hat mir viel meiner Natürlichkeit genommen.
Ihr müsst verstehen, ein Gesangsstudium ist sehr speziell und intim. Ich hatte fast nur Einzelunterricht. Der Gesangslehrer ist schon fast ein Therapeut und weiß eigentlich immer, was gerade in deinem Leben los ist, denn jede Stimmung legt sich auf die Stimme (jedenfalls konnte ich das schwer trennen). Durch dieses uneingeschränkte Vertrauen, haben Gesangslehrer auch eine große Macht über dich. Intuition gegenüber der eigenen Stimme (welche Stücke zu früh, zu hoch, zu schwer, zu einfach,… sind. Oder mein eigenes Verhängnis: was habe ich überhaupt für eine Stimme? Alt oder Sopran?) wird einem aberkannt und über einen hinweg entschieden. Noch zu Musikschulzeiten hatte ich in einer Jazzband gesungen und wegen Wettberwerbe im klassischen Bereich bekam ich das Verbot mit der Band weiter aufzutreten (weil nicht alle Sänger das unterschiedliche Singen trennen können. Mir wurde abgesprochen, dass ich das kann). An der Uni organisierten Kommilitonen ein Projekt, in dem wir zum ersten mal szenisch auftreten konnten, meine Gesangslehrerin verbot mir die Teilnahme, weil es zu früh für mich war. (Ich war 20 und im 2. Semester).
An der Uni gab es ein Projekt mit dem „Skandal-Regisseur“ Calixto Bieito und manche Lehrer verboten die Teilnahme ihrer Studenten am Kurs, weil seine Inszenierungen eben skandalträchtig sind.
Man lernt an der Uni, dass man noch zu jung, zu früh, zu irgendwas ist. Selbstbewusstsein sein wird einem abtrainiert, dabei ist das so wichtig auf der Bühne.
Hier möchte ich erwähnen, dass die Lehrer natürlich wirklich nur im besten Interesse des Studenten handeln wollen. Ich ärger mich über mich selbst, denn es gehörte zu meiner Natur artig zu sein. Und ich ärgere mich über die Dozenten, die wie Übereltern alle Entscheidungen übernehmen und mich und auch andere nicht wirklich für den Beruf ausgebildet haben.

Was ich erfahren habe an der Uni, ist, dass all die Studenten, die sich damals hinweggesetzt haben, Gesprächsstoff der Lehrer/Studenten waren und eben nicht von ihnen gegängelt worden sind, jetzt erfolgreicher sind.
Sie haben immer auf ihr Bauchgefühl gehört und wenn sie vielleicht doch mal daneben lagen, konnten sie zumindest aus ihren eigenen Fehlern lernen.

Ich habe sehr spät gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören.
Ich habe das Gefühl zum ersten Mal zu wissen, was mir gut tut und was ich gerade brauche um dahin zukommen, wo ich auch hin möchte. (wichtig: wo ich hin möchte. Und nicht wo andere mich sehen.)
Dennoch quatschen immernoch Leute rein und meinen es besser zu wissen oder wollen helfen.
Ich nehme mir gerade ganz bewusst eine Auszeit. Ich singe Projekte hier und da, habe mein festes Ensemble, das jede Woche auftritt und nehme Dinge an, die durch Kontakte entstanden sind. Ich gehe aber nicht zu Vorsingen oder anderen Auditions, weil ich einfach nicht so weit bin. Das ist aber OK. Mir nutzt es nichts eine Arie toll vorsingen, dann aber die ganze Rolle nicht durchstehen zu können um dann einen schlechten Eindruck zu hinterlassen und nie wieder gefragt zu werden.

Gerade lerne ich unter anderem diese Arie:

Das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Ich muss noch ganz schön an meinem hohen C arbeiten, aber hey, ich habe ein hohes C… Ich bin jedenfalls sehr froh und spüre, dass grad ganz viele Knoten platzen. Das gibt mir also Recht!

Und jetzt kommt ganz viel Eigenlob für meine eigene Selbstwertschätzung: Ich habe eine außergewöhnlich Stimme, die einen großen Wiedererkennungswert besitzt. Ich habe eine große Stimme, die auch herausgehört wird, wenn ich in einem Ensemble oder Chor singe. Ich habe eine gefällige, warme Stimme.

Das sind meine Punkte. Die habe ich. Daran gibt’s nichts zu rütteln, die gab mir die Natur.
Was mir noch fehlt ist eine stabile Technik und die Ruhe und das Vertrauen vor schwierigen Phrasen. Das lerne ich gerade! Also ist doch eigentlich alles in Ordnung?

Ich möchte mir den Schuh nicht mehr anziehen, dass weil ich nicht sooo viel zu tun hab, es mir ja auch schlecht zu gehen hat.
Es ist selbstgewählt! Ich verdiene nicht so viel, weil es selbst gewählt ist. Das ist der Unterschied. Je mehr Zeit ich mir jetzt gebe, desto schneller bin ich am Ziel. Auch wenn alle anderen dagegen sprechen und meinen, ich sollte trotzdem vorsingen gehen und trotzdem blabla….

Fassen wir zusammen:
Ich habe einen beruflichen Fahrplan. Ich weiß, was ich erreichen möchte und wie ich es erreichen kann. (Das ist ziemlich toll!)
Meine Teilzeit-Tätigkeit ist selbst gewählt. Und dass ich trotzdem überlebensfähig bin, (wenn auch sehr knapp) ist doch ein gutes Zeichen.
Ich bin optimistisch. Ich glaube wirklich daran, dass ich erfolgreich sein kann.
Alle Hindernisse sind überwindbar. Es liegt tatsächlich in meiner Hand, dadurch ist es machbar!

Was hat das ganze mit meiner Abnahme zu tun?
Sehr viel. Mein beruflicher Zwischenzustand belastet mich ziemlich stark (vor allem in der letzten Zeit) und zieht mich dann doch herunter. Und in solchen Momenten, verliere ich Kraft und Lust für andere Dinge und flüchte ins Fressen.
Die Lage in meiner einzigen festen Tätigkeit ist gerade einfach zum Davonlaufen, weshalb ich sogar auch diese Tätigkeit ab Januar aufgebe.
Das ist sehr mutig von mir, aber es ist notwenig. Ich bange äußerst vor dem neuen Jahr, denn ich habe absolut keine Ahnung, wie es weiter geht. Aber ich werde es anpacken und nicht in ein Loch fallen.

Selbstmitleid schüttel ich also mal ab. Ich habe mehr zu bieten.

shana towa!

🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀

Geburtstagsgeschenk

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Den Strauß habe ich gestern von ner lieben Freundin bekommen. So wunderschön 😀

Dieses Jahr ist für mich das letzte Jahr mit ner 2 vorne dran. Oder das vorletzte. Oder vorvorletzte schauen wir mal, wie eitel ich sein werde.
Was mit 2016 geschieht, weiß ich noch nicht so genau, ich habe noch ein größeres Singsang-Projekt vor mir. Endlich mal. Ne richtige Opernrolle, in nem richtigen Projekt, mit richtigem Orchester und richtig Gage. Die Rolle passt zwar eigentlich gar nicht zu mir (sie liegt zu hoch für meine Stimme), und ich befürchte umbesetzt zu werden, aber ich beiße mich erstmal durch und keep my fingers crossed, wie die lieben Ex-EUler zu sagen pflegen.

Ich bin grad in einer großen Umbruchphase und überleg, wie es weiter geht. Ich war letztes Jahr schon bei der Berufsberatung. Mitgenommen daraus habe ich nur BerufAktuell, in dem ich ab und an lustlos blätter, und sonst nichts.
Ich überlege, nochmal ne Ausbildung zu machen, habe auch schon einiges Konkretes im Auge, ich informiere mich, treffe mich mit verschiedenen Leuten und rede über ihre Berufe und was es Wissenswertes drüber gibt, Job-Chancen, Gehalt, etc…
Studieren kommt für mich nicht nochmal in Frage (nach Diplom und Master-Abschluss) (Höchstens ein Duales Studium). Sicherlich würde man das mit der Finanzierung irgendwie hinkriegen. Aber ganz ehrlich, ich will es gar nicht hinkriegen. Ich will jetzt endlich Geld verdienen und nicht nur grad so viel, dass es reicht. Außerdem ist die Freiberuflichkeit so gar nichts für mich. Ich stell mich richtig doof an.
Ich denke, dass der Sängerberuf einfach nichts für mich ist. Mag sein, dass das Instrument (die Stimme) passt, aber meine Persönlichkeit ist oft zu weich, zu sprunghaft, zu zweifelnd.
In letzter Zeit sind mir auch einige Artikel über den Weg gelaufen, wie es um die Kunst (der Oper) bestellt ist, wie es am Theater ist, wie die Leute ausgebeutet werden. Und man den Beruf nur macht, weil man ihn liebt, aber eigentlich vorne und hinten nichts raukommt.
Hier ein Zeit-Artikel und ein weiter Artikel von br-klassik. Und das sind Artikel über Leute, die bereits im Job arbeiten. Das macht echt keinen Mut. 😉
Die längsten Verträge (wenn man nicht grad im Opernchor singt) gehen ein Jahr lang und danach wird man verlängert oder sucht sich eben was neues. Familienplanung ist auch so ein Ding. Wenn man freiberuflich ist, gibt’s keinen Mutterschutz. Keine Arbeit, kein Geld. So einfach. Aber eigentlich habe ich keine Ahnung, weil ich soweit ja noch gar nicht gekommen bin.
Wusste ich vorher schon? Jein. Ich hab es mir einfach anders vorgestellt. Ich dachte man studiert. Nach dem Abschluss ist man fertig und toll ausgebildet und alle reißen sich um dich. Die Dozenten reden auch immer in der Zukunftsform: „wenn du dann am Theater bist….“. Und mir wurde mehrmals von Dozenten versprochen Agenturen vorgestellt zu werden.
Niemand stellt dich vor. Niemand reißt sich. Du musst natürlich Klinken putzen (wie auch in anderen Berufen) und vorsingen vorsingen vorsingen. Das mache ich nicht, weil ich mich nicht richtig vorbereitet fühle, weil ich die falschen Sachen gelernt habe und weil ich immer wieder den Mut verliere und zwischenzeitlich resigniere. Das ist ziemlich bekackt und bringt mich natürlich nicht weiter.

Gestern hatte ich Geburtstag. Ich hatte einen sehr schönen Tag, eine schöne Feier mit vielen lieben Menschen und viele Gückwünsche. Anders dieses Jahr waren aber die Glückwünsche an sich. Der Tenor war fast überall: das wird schon. Bin ich denn grad wirklich so traurig? Mir geht’s gut und ich bin glücklich. Aber ganz ehrlich, eigentlich stimmt es. Ich brauch ein „es wird schon“, denn grad „ist“ nichts. also muss erstmal irgendwas „werden“. Ein „Es“ muss existieren.

Ich habe grad die Kraft, Motivation und Lust, Dinge zu verändern. Ich werde jetzt weiter Gesangsunterricht nehmen (Termine habe ich bereits bis September gebucht), mich vorbereiten. Wenn mein Repertoire halbwegs steht, werde ich vorsingen gehen, Wettbewerbe machen und was sonst noch möglich ist, irgendwie voranzukommen.
Ich werde mich parallel weiter informieren, was es es für Job-, Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Das ist für mich komischerweise greifbarer, als das Singen.

Außerdem werde ich mir einen Wunsch erfüllen, den ich schon lange vor mir herschiebe, weil ich danach komplett pleite sein werde, aber jetzt soll es halt so sein.
Mein Freund und ich haben grad die Flugticktes für einen 3 wöchigen Japan-Aufenthalt gebucht. Und ich bin soooo irre gespannt und freu mich wie sonstwas.

Das ist ein Wunsch, den ich mir einfach erfüllen möchte und grad erfüllen kann, also warum warten? Danach wird es natürlich weitergehen. Ich darf mich nicht immer von allem verschrecken lassen. Mir werden so viele Hände gereicht, ich muss einfach mal zugreifen.

Ich selbst bin mein größter Feind und Saboteur. Ich wünsche mir für mich vor allem mehr Selbstbewusstsein für meine Fähigkeiten und mehr Selbstwertschätzung im Allgemeinen.

So das war mein teils psychologischer, teils philosophischer und einfach nur ehrlicher Text zu meinem 29. Geburtstag!

Mir geht’s sehr gut und ich bin sehr gespannt, was noch kommen wird. Die Welt steht mir offen und ich befreie mich grad von unnötigen „Aber“-Fesseln.
Es wird ein gutes Jahr, das weiß ich jetzt schon. 😀