Schwangerschaft und (Über-)Gewicht

Hallo Ihr Lieben,

gestern jährte sich mein WordPress-Dasein (oder Dahinscheiden, wie man es nimmt). 5 Jahre reise ich mit der Ab- und Zunehmbahn.

Ich wollte abnehmen und startete bei einem adipös-wert von 95,5 Kg (bei 175cm Körpergröße). Bis letztes Jahr etwa Frühling war ich richtig erfolgreich. Mit einem Tiefstgewicht von ca 72 Kg. Richtig gut. Aber ich bin ja blöd und lerne nicht aus meinen Fehlern und hab mir ganz schnell wieder was angefressen. Ende des Jahres wog ich schon wieder 80Kg. Einfach mal so 8 Kg zugenommen, weil ich mich null bewegt habe und dabei ordentlich weitergefuttert. Ich könnte mich ja nur ohrfeigen.

Nun bin ich schwanger. Das schon seit Dezember 😉 und seitdem ging das mit der Zunahme weiter. Versteh mich nicht falsch. Ja man nimmt ganz normal in einer Schwangerschaft zu. Das ist mir schon klar. Aber auch da muss ich ja gleich wieder übertreiben.
Die Zunahme sollte sich nach dem Start BMI richten. Untergewichtige sollten also eher so 12-18 Kg in einer Schwangerschaft zunehmen. Normalgewichtige irgendwas um die 11-16 Kg und Übergewichtige (ich) 7-11 Kg insgesamt, am Ende der Schwangerschaft.

Zum Start der Schwangerschaft lag ich also schon im Übergewicht, das heißt 7-11 Kg sind voll OK. Ich bin jetzt in der 25. Schwangerschaftswoche (7.Monat) und bin jetzt schon stolze 90Kg schwer. 10 Kg zugenommen. Ist ja eigentlich noch im Rahmen. Allerdings beginnt JETZT erst die starke Zunahme, jedenfalls bei den meisten Schwangeren, die bis hierhin eher so bei 4 Kg Zunahme rumdümpeln. Maaaaan. Das nervt doch. Wieso krieg ich das einfach nicht auf die Reihe. Ohne Sport bin ich völlig aufgeschmissen.

Lasst mich mal bitte kurz Rumheulen. Da kommen mir jetzt nämlich gleich mehrere Sachen in die Quere:
1) Ausgangssperre: Ob es nun Lockerungen gibt oder nicht, ich fühl mich wahnsinnig unwohl draußen und fühl mich als Schwangere doppelt gefährdet, weil ich vor allem mein kleines Wesen in mir beschützen will. Daher gehe ich fast gar nicht vor die Tür. Sinnvoll oder nicht. Keine Ahnung. Aber lieber faul und dick, als krank auf der Intensivstation.
2) Schwangerschaftswehwehchen. Erst die unendliche Müdigkeit. Als hätte mir jemand mit ’ner Keule auf den Kopf gedonnert. Und das jeden Tag. Am Wochenende habe ich bis 11 Uhr geschlafen. Von 14-16 Uhr Mittagsschlaf gemacht und um 20-21 Uhr war ich wieder im Bett. An Werktagen war ich auf Arbeit und konnte mich natürlich nicht die ganze Zeit irgendwo rumlümmeln, dafür war ich nach der Arbeit einfach tot.
Dann kam endlich das verheißungsvolle 2. Trimester. Der Heiland wo alles fein sein soll und man sich wohl und fit fühlt und Bäume ausreißt und endlich wieder Sport machen kann.
Ich hab dann doch tatsächlich mit Schwangerschaftsyoga begonnen und direkt am nächsten Tag ne Wirbelblockade gehabt. Super. Ich hatte so extreme Schmerzen, dass ich weder stehen oder laufen noch sitzen konnte. Nur liegen ging halbwegs. Das war Ende März da begann der Lockdown. Mein Mann und ich sind beide seitdem im Homeoffice. Gott sei Dank. So konnte mir mein Mann beim Anziehen helfen. Ich hab das alleine wirklich nicht geschafft. Nachdem ich dann beim Orthopäden war und Physio hatte gings mir nach ein paar Wochen wieder besser und mittlerweile ist das ganz weg.
So lange man nie wirklich vor Schmerzen bewegungseingeschränkt war, kann man wohl nie ganz nachvollziehen, wie es Menschen geht, die durch Alter oder Krankheit, das täglich durchmachen. Das wurde mir nochmal bewusst, wie selbstverständlich ich sonst mit meinem Körper umgehe…
3) gehört eigentlich zu Schwangerschafswehwehchen, ich finde aber das verdient nen eigenen Punkt. Der Gott verfluchte Ischias. Alter Schwede. Sobald ich über 30 min spazieren war. Tut mir der so höllisch weh und ich krüppel mich wieder auf dem Sofa rum. Ein Glas vom Couch-Tisch nehmen erscheint mir schon wie ein unüberwindbares Hindernis.

Fazit: ich schließe mich einfach zu Hause ein und bleib den ganzen lieben langen Tag auf dem Sofa liegen.

Jetzt wisst ihr, wie man ganz schnell 10 Kg zunimmt.

Interessanterweiser geht’s mir mit fortschreitendem Gewicht aber immer besser (das hat wohl auch eher was mit fortschreitender Schwangerschaft zu tun.)
Seit ein paar Tagen ist das mit dem Ischias nicht mehr so schlimm. KO und aus der Puste bin ich zwar schnell, aber in dem Sinne nicht müde, dass ich sofort einschlafen müsste.

Eine Sache die mich am Übergewicht eigentlich am meisten stört ist, dass ich von außen wenig von den Bewegungen spüre. Ja innerlich spüre ich Kindsbewegungen. ordentlich sogar. Aber von außen nur sehr dezent. Eigentlich kann man wohl sogar ertasten, ob da grad ein Fuß oder der Rücken, gegen die Bauchwand drückt, aber mit dem ganzen Bauchspeck bleibt mir das leider verwehrt. Dafür bin ich wirklich böse auf mich.

Außerdem fühl mich extrem unwohl in meinem Körper. Ich bin jedenfalls keine stolze Bauchträgerin, die jedem ihren Babybauch präsentiert. Ich versuch den eher zu verstecken. Ich bin doof. Ich weiß. Ich hab einfach das Gefühl überall an mir hängen Melonen. Meine Brüste, mein Bauch, meine Schenkel, mein Po. Alles Melonen. Vor allem mit meinem Busen habe ich ordentlich zu kämpfen. Der war vor der Schwangerschaft schon groß. Mittlerweile habe ich Körbchen Größe H. Ja zählt das mal mit euren Fingern nach. Also ganz ehrlich lieber Körper? Meinst du wirklich, dass Körbchen E/F (vor der Schwangerschaft) nicht echt schon ausreichend war? Wenn ich dann nicht stillen kann, schneid ich mir die Dinger einfach ab…

So fertig mit heulen und so.
Dass ich soviel jammer ist übrigens ein gutes Zeichen. Denn dem Baby geht’s bisher wunderbar. Ich war auch beim Organultraschall und alles ist feini. Würde es dem Baby nicht gut gehen, dann wär mir mein Rücken und Gewicht und alles auch total egal. Also sehen wir das mal alles positiv.

Mein Gewicht habe ich nicht immer unter Kontrolle, aber manchmal schon. Und manchmal kann ich auch echt gut abnehmen und mein Gewicht halten. Also ist nicht alles verloren. Und nach der Zunahme ist vor der Abnahme und so….

Übrigens wird es ein Mädchen. 😀

10 Gedanken zu “Schwangerschaft und (Über-)Gewicht

  1. Meinen herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! 💕
    Ich bin damals mit 99 kg schwanger geworden, mein Arzt sagte zu Beginn, ich solle bloß nicht noch zunehmen. Aber ich war so besorgt um mein Baby, dass ich mich so gesund wie nie zuvor (und leider auch danach nie) ernährt habe, mit sehr viel Gemüse und Obst. Ich habe bis zum 7. Monat nicht zugenommen, dann meinte der Depp von Arzt, wenn ich nichts zunehme müssen wir aufpassen, dass es dem Kind gut ginge. Dabei gings dem immer prächtig. Na ja, am Ende wog ich dann doch 111 kg. 2 Wochen nach der Geburt war ich wieder bei 99 kg.
    Also mein Tipp: Mach dich nicht verrückt, lass es dir so gut gehen, wie es geht, ohne über dein Gewicht oder Aussehen nachzudenken.
    Ich habe die Kindsbewegungen erst gegen Ende außen gespürt und gesehen. Aber das innere Spüren zählt doch auch und ist so schön. Und die Kilos verschwinden ganz schnell wieder. Bleib nur danach am Ball. Das habe ich nicht getan und so nahm ich wieder zu.
    Sorry für die vielen Worte, aber ich schwelge gerade in Erinnerungen. Bleib positiv und alles Gute von mir! 😘

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar. Es ist bei mir halt das Ärgern über so viel Unnötigkeit…

      Wenn ich an den nicht so speckigen Stellen meines Bauches fühle, spürt man da auch ab und an was von außen. Mir tuts halt hauptsächlich für meinen Mann leid. Aber auch er durfte Baby Bell schon spüren.
      Wenn du sagst, dass es bei dir erst zum Ende der Schwangerschaft ging, kann ich mich ja doch glücklich schätzen 😊
      Mir geht’s jedenfalls grad sehr gut und ich freue mich. Viele liebe Grüße:)

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  2. Herzlichen Glückwunsch im Team Mädchen 🎊 Bei uns wird’s auch wieder eines! 😊
    Und deinen Text könnte ich 1 zu 1 kopieren. Bin jetzt (32. SSW) bei 18 kg (🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️) und habe die 80 kg Marke geknackt. Tja, schmeckt halt alles irgendwie so gut 🤷🏻‍♀️ Bäh fühle ich mich trotzdem. Und Rücken. Und aua generell. Naja Copy und Paste deines Textes eben. Aber: Schwangerschaft ist ein endlicher Zustand. Damit versuche ich mich zumindest zu trösten!
    Ich drück dich! 😘

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    1. Mensch, ich hatte ungelogen grad an dich gedacht und da schreibst du hier. Wie verrückt ist das denn?
      Geteiltes Leid ist halbes Leid, was?
      Irgendwie beruhigt es mich, dass es dir auch so geht, auch wenn ich dir natürlich keine Schmerzen oder Wehwehchen oder ähnliches wünsche.
      Essen schmeckt fantastisch, das stimmt. Ich könnte grad fast nur Fleisch essen. Geht dir das auch so? 🙈
      Hauptsache Baby ist gesund, ne?

      Du bist mir nur 6-7 Wochen voraus. Eigentlich müssten wir ja dann ein Baby treffen machen. Schade, dass die Distanz so groß ist.

      Ich drück dich zurück ❤

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  3. Du sprichst (schreibst) mir aus der Seele. Was mich total rausbringt ist diese Corona-Sache. Bin vorher extrem viel Fahrrad gefahren (30 km am Tag), aber jetzt… fährt man ja nirgendwo mehr hin! Wenn es hochkommt, fahr ich zweimal die Woche, und dann auch nur halbsoviel. Was mir sehr „hilft“ ist die Tatsache, dass ich seit Woche 13 oder 14 ganz übel unruhige Beine habe, meist abends und auch nachts. Das einzige, was hilft, ist Bewegung, sodass ich quasi gezwungen bin, sehr regelmäßig Yoga zu machen oder spazieren zu gehen – sonst kriege ich sofort die Quittung und kann nicht schlafen 😀

    Sei nicht böse auf dich selbst und mach dich nicht fertig. Erstens – ist es jetzt eh so, wie es ist. Und zweitens – dein Baby kriegt ja auch mit, wie es dir geht. Und wenn du dich immer grämst, kann das nicht gut sein 🙂

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    1. Ja du hast wohl recht.
      Ich versuch mir mal ein Beispiel an die zu nehmen.

      Hauptsächlich bin ich auch nicht böse auf mich selbst, sondern eigentlich grad fröhlich und zufrieden. Aber es gibt eben auch mal schlechte Momente. Das schieb ich jetzt mal ein wenig auf die Hormone 😉

      Dann wünsche ich uns beiden mal noch eine schöne entspannte Schwangerschaft mit genug und richtiger Bewegung und einem gesunden, glücklichen Kind. 🙂

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    1. Das ist ja lieb, dass du fragst. Ich bin jetzt 37+2. Also lang kann es nicht mehr dauern. Bisher war alles sehr unkompliziert und uns geht’s gut 😉
      Ich hoffe, bei dir ist alles in Ordnung. Ich lese auf jeden Fall mit!

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