Die kleinen Freuden…

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

„Lass L. wissen, dass du heute an Ihren Geburtstag denkst.“ NÖ!!
Hab ich der Notification von Facebook via Email auch gleich laut entgegengebracht.
Ich denke ja auch gar nicht an das Geburtstagskind. Nett wäre von FB auch noch ne Erinnerung, woher ich die überhaupt kenne??

Gerade scrolle ich gelangweilt den Newsfeed von Facebook bis zum bitteren Ende… Das einzig spannende sind die Memes, mit denen ich in der letzen Zeit auch sehr gern meine Freunde nerve. Ansonsten denke ich zu fast allem: ist mir egal… ist mir egal.. ist mir egal….

Ich bin gerade so glücklich, dass ich mich nicht mehr verkaufen muss. Nicht mehr im Gedächtnis sein muss. Keinem Sänger, Dirigenten, Pianisten, Regisseur, Kunstmenschen, den ich irgendwann mal wenigstens kurz gesehen habe und dann gleich zum besten Facebookfreund erklärt habe, zum Geburtstag gratulieren muss, Urlaubsfotos liken oder gar kommentieren muss.
Ich bin nun mal mit sehr vielen Künstlern befreundet und sehe, wo die überall hinjeten und Premieren haben und was für tolle Konzerte, an was für tollen Orten, mit was für tollen Orchestern… Und eigentlich will ich das gar nicht mehr sehen. Ich wollte das eigentlich nie sehen. Das ist Gift.
Und trotzdem muss man ja mitmachen für: Hier bin ich. Guck mal! Ich bin lustig. Und ich mag dich! Bitte denk an mich, wenn du wieder nen Job zu vergeben hast, oder empfehle mich weiter…..

Das gehört ja tatsächlich zum Job.

Jedenfalls habe ich das nicht mehr nötig!
Die wissen gar nicht, wie sehr ich mich gerade hämisch darüber freue M. nicht zur Verlobung zu gratulieren, A. nicht ne tolle Premiere zu wünschen und das Urlaubsbild von T. nicht zu liken. Har Har Har!!

Das fühlt sich großartig an!!

Beste Grüße von meinem boshaften Ich! har har…. 👹👹👹👹

 

8 Gedanken zu “Die kleinen Freuden…

  1. Hallo Katinka,
    Ich kenne die Branche nur von Ferne und von vor SocialMedia. Aber ich sah neulich eine Dokumentation über eine sehr bekannte Sängerin am Tag vor einer sehr wichtigen Premiere. Und statt sich um sich zu kümmern bereitete sie für jedes Ensemblemitglied kleine Premierengeschenke vor. Ich war geschockt. In meiner Welt waren solistinnen Diven die von anderen beschenkt und angebetet werden und nicht um die Gunst bis zur letzte Bratsche oder dem dritten Inspizienten buhlen müssen. Es ist unfassbar. Dann sah ich irgendwo was ein Solist an einem A oder B Haus verdient und wusste nun warum so viele die mit mir in meiner Jugend sangen statt den solistischen Weg einzuschlagen lieber in Chöre mit Tarifvertrag gewechselt sind.
    Ich kann dich gut verstehen, dass du nun einen anderen Weg gehst. Es ist toll zu musizieren, aber man muss sich gut überlegen welchen Preis man zu zahlen bereit ist.
    Ich bewundere Dich für deine Kraft deinen Weg zu gehen. Das ist toll!
    Liebe Grüße
    Coreli

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    1. Hallo Coreli,
      Und selbst die Plätze im Chor sind rar und heiß umkämpft.
      Das mit den Premierengeschenken ist tatsächlich ’ne süße Tradition und zieht sich von der kleinsten Offproduktion bis hin ins große Opernhaus. Ich hab auch immer fein gebastelt 🙂

      Das Klischee der Operndiva kommt noch aus einer anderen Zeit.
      Diven gibts sicherlich auch ab und an noch, aber die meisten Sänger sind eigentlich ziemlich locker und offen.

      Singen als Hobby wieder zu haben, ist zusätzlich noch eine schöne Sache in meiner aktuellen Entwicklung 🙂

      Ich danke dir für deinen Kommentar. Deine Worte freuen mich sehr und ich hoffe, du hast auch noch Spaß am Musizieren!
      Viele Grüße, Katinka 🙂

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      1. Liebe Katinka,
        tatsächlich hab ich seit meiner Krebserkrankung nach und nach alles musizieren aufgegeben. Zuerst war mir körperlich alles zuviel und dann war ich aus allem draußen und hatte so ein Problem in der eigenen Körperwahrnehmung. Dazu konnte ich es einfach nicht mehr ertragen ständig in irgendeiner Weise bewertet zu werden. Ich hatte von so vielem die Nase voll. Viel hat auch mit meinem ExMann zu tun der als Cellolehrer viel bei kleineren Konzerten rum kommt. Es ging einfach nicht mehr. Ich muss erst einmal mein Leben in den Griff bekommen. Und dann schau ich weiter.
        Liebe Grüße
        Coreli

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      2. Oh das tut mir leid zu hören. In die Kerbe wollte ich da jetzt nicht hauen.
        Ich hoffe, du bist wieder gesund, bzw. auf dem besten Weg dahin.
        Vielleicht findest du den Weg zur Musik auch wieder zurück des Musizierens wegen. Ohne Zuhörer. Ohne Wertung… nur du und dein Instrument/deine Stimme…
        Ich wünsche es dir. Es kann ein gutes Ventil sein, Emotionen und Angestautes loszulassen.
        Durch deinen Kommentar spüre ich jedenfalls, dass es für dich doch noch eine gewisse Bedeutung hat. Mach sie dir zu eigen, sobald du wieder die Kraft dazu hast.
        Ich wünsche dir alles Gute!

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      3. Danke für deine Worte. Sagte mir die Musiktgerapeutin in der Psychatrie auch und tief in mir drin weiss ich es auch. Ich bin halt auch einer Menge A******…ngeber in der Welt der Musik getroffen. Der Krebs ist nun schon 8 Jahre her. Ich hab ne Ahnung wo ich eine offene Tür und Zuspruch finden könnte. Und tatsächlich hab ich vor kurzem einen neindruclenden Liederabend mit dem unvergleichlichen Hans Christoph Begemann besucht und ich war noch tagelang zutiefst berührt. Aber ich bin noch nicht so weit.
        Aber genau deswegen hat mich dein Ursprungspost so zum grinsen gebracht. Deine heimliche Freude nicht zu Geburtstag/Hochzeit gratulieren zu müssen fand ich so nachvollziehbar.
        Du machst das großartig. Auch wenn sicher viele Zuhörer dich vermissen werden.
        Liebe Grüße
        Coreli

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      4. Die Neugier und die Lust wird irgendwann ganz allein kommen, bis dahin finde ich es schön, dass du solche Abende wie den Liederabend schon wieder so genießen kannst.
        Und ich bin auch nicht von der Welt und brödel in meiner Kammer zu Hause..
        Vllt kommt wieder mal was bei YouTube. Vllt sogar ein Konzert. Das geht ja nicht verloren. Es wartet nur auf eine Gelegenheit 😉
        Liebe Grüße,
        Katinka 🙂

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  2. Ich habe auch erst letztens bei vielen fb-Freunden die Abos gekündigt. Dabei kenne ich 95% der Freunde persönlich und trotzdem taten mir ihre Posts im Moment nicht gut. Auf fb verzichten möchte ich trotzdem nicht, weil ich dort einigen sehr interessanten Seiten folge. Jetzt muss ich nur noch die Werbung und die fb-Erinnerungen usw mental ausblenden.
    Schön zu lesen, dass es dir so gut geht. Auf dass es sehr lange anhält und du im Notfall schnell wieder zurück in den Zustand findest.
    LG, Idgie

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    1. Ja. Mit Facebook verbindet mich auch so eine Hassliebe. Ich habe auch noch nicht vor, mich davon zu trennen 😉
      Danke für deinen Kommentar. Erstmal sieht alles danach aus, dass ich auf nem hoch bleibe 😉
      (Leider bleibt auch mein Gewicht auf nem Hoch 😂)
      Liebe Grüße,
      Katinka

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