Japan – Katinkas Reise ins Zauberland Teil 2 – Kyoto

*Hier gehts zum 1. Teil

Station 3 Kyoto
Erst einmal ein paar Worte zu Kyoto.
Kyoto ist eines der bedeutendsten kulturellen sowie historischen Zentren Japans, wenn nicht sogar DAS bedeutendste. Der Stadtname bedeutet übersetzt „kaiserliche Residenz“ und war von 794 bis 1868 auch tatsächlich der Sitz des Kaisers (Seit 1868 sitzt er in Tokyo). Daher gab es Geld und Kultur in Hülle und Fülle. In Zahlen aktuell:
1600 buddhistische Tempel
400 Schinto-Schreine
viele Paläste
Viele Gärten
(und das bei einer Einwohnerzahl von 1’469’000 Einwohnern).
Die 2 großen Religionen in Japan sind der Buddhismus und der Shintoismus. 80% der Japaner gehören beider Religionen gleichermaßen an, daher gibt es so viele Schreine verschiedener Religionen.  Andere Religionen sind in der klaren Minderheit. Durch meine Manga weiß ich, dass Kurisumasu (gesprochen: krismas (Christmas=Weihnachten)) für verliebte Paare sehr wichtig ist xD. Sie gehen am 24. oder 25.12. auf ein Deto (Date) geben sich Presento (Geschenke) und essen Keki (Cake/Kuchen). Im Japanischen sind viele Wörter aus anderen Sprachen angelehnt und japanisiert. Das war grad eine schöne Beispielkette. Übrigens ist das Wort für Arbeit aus dem Deutschen entnommen und heißt auf Japanisch Arubaito. xD

Während des 2. Weltkriegs gab es die Diskussion, an welchem Ort die erste Atombombe abgeworfen werden sollte. Kyoto stand aufgrund seiner Bedeutung ganz vorn auf der Liste. Einer der befehlshabenden amerikanischen Offiziere (ich habe keine Ahnung von Militär-Sprech, also verzeiht falsche Titelbezeichnungen.) war zuvor schon in Kyoto gewesen und wusste um seiner Schätze. Er fand die Stadt zu wertvoll um sie zu zerstören, so dass Kyoto wieder von der Liste gestrichen wurde und man sich für die Stadt mit großem militärischen Stützpunkt entschied: Hiroshima.
Übrigens wurden fast alle japanischen Großstädte während des Krieges nahezu vollständig zerbombt (wenn auch nicht durch die Atombomben). Nur Kyoto hat man aus Respekt komplett verschont.

Kyoto unterscheidet sich zusätzlich im Stadtbild von anderen Städten, da neue Häuser unter der Auflage stehen, nicht höher als die historischen zu sein. Dadurch gibt es keine Skyline (na, ein paar höhere Gebäude stehen um den Bahnhof um ehrlich zu sein). Die Stadt ist zwar weitläufig, man kann aber fast alles erlaufen (aber ich komm auch aus Berlin. Hier ist alles unter 2 km ein Katzensprung und wird erlaufen.) und man hat einen gewissen kleine Großstadtflair trotz seiner Größe. Es gibt ein historisches Zentrum, an den man manchmal wohl auch Geishas sehen kann (die gibt es nämlich bis zum heutigen Tage). Kyoto ist ebenso von den Japanern sehr geschätzt und ein beliebtes Reiseziel. Jede Schulklasse muss mal dort gewesen sein. Außerdem sieht man sehr viele Leute im Kimono herumspazieren. Kimonos werden zu besonderen Anlässen herausgeholt: Abschlussveranstaltungen, Schreinfestivals, Hochzeiten. Für große Feste eben, egal ob spirituell oder weltlich. Da Kyoto so viel Geschichte und göttliche Spiritualität (diese vielen Schreine) ausstrahlt, tragen viele Japaner auch bei der Stadtbesichtigung einen Kimono. Die Stadt ist eben besonders. Übrigens gibt es zahllose Kimono-Verleihe inklusive Styling (bis 18 Uhr muss man die Kleidung wieder zurückgeben), das sowohl von den japanischen als auch den nichtjapanischen Touristen gern genutzt wird. Wir haben einmal zwei ältere europäische Damen gesehen, komplett gestyled mit den FlipFlop-Holzlatschen und den kleinen Täschchen. Das sah ziemlich niedlich aus und ich war ein ganz klein bisschen neidisch (aber meinen Kimono Auftritt hatte ich dann später noch in Tokyo 😉 )
Tag 6
Unser Hostel lag direkt neben einem großen bedeutenden Schrein (Namen sind Schall und Rauch. (hab jetzt doch gegooglet: Heian-Jingu, ein Shinto-Shrein)). Daher wurden wir direkt an unserer Bushaltestelle von einem großen rotem Torii begrüßt. (Wir erlebten das erste Mal das Abenteuer Busfahrt in einem fremden Land. Das ist ja immer ziemlich aufregend. Aber Japan ist natürlich super übersichtlich und es gab keine Probleme, nachdem wir verstanden haben, wie man im Bus bezahlt (beim Aussteigen)).
Wir sind erst Nachmittags in der Stadt angekommen daher blieb nur eine kurze Schreinbesichtigung (Schreine an sich darf man gar nicht betreten, aber auch von außen machen sie viel her. Außerdem gehörte zu ihm noch ein wunderschöner Garten, den man besichtigen konnte.
Später haben wir uns die alten Gebäude des historischen Kerns angeschaut.
Und hatten einen wunderbaren Abend-Spaziergang zurück zum Hostel. Wir mussten jedesmal wieder durch das Gelände des Heian-Jingu (Schrein vor unserem Hostel), der abends schön angeleuchtet wurde. Unser Heimweg war jedes Mal so wundervoll, allein durch die Anwesenheit des Schreins. 🙂
Tag 7
Dieser wurde fast ausschließlich dem Fushimi-Inari-Taisha gewidmet, ein Shinto-Schrein. Inari ist zwar nur eine von vielen Shinto-Gottheiten, gehört aber mit zu den wichtigsten (Gottheit für Fruchtbarkeit, Reis und Sake). Inari Schreine erkennt man an den zinnoberroten Torii, die den Weg zum Schrein deuten. (Allgemein steht fast vor jedem Schrein oder Tempel mindestens ein Torii um den Weg anzuzeigen) Und an den weißen Fuchstatuen, die oft auch paarweise den Weg links und rechts markieren. Allgemein sieht man die Füchse im Inari-Schrein/-Areal überall. Da ranken sich auch mehrer Legenden herum. Die weißen Füchse (Kitsune genannt) gelten als Boten des Inari-Gottes. Außerdem verwandelt sich der Gott/die Göttin (es ist regional unterschiedlich welchen Geschlechts Inari angehört) wohl auch selbst als Fuchs. Jedenfalls gelten Füchse in Japan fast überall als heilig.
Dieser Schrein in Kyoto (genauer gesagt zählt er zum Ort Fushimi, angrenzend an Kyoto) gehört zu den 3 Haupt Inari-Schreinen Japans (Es gib nämlich wohl mehrer Inari-Gottheiten oder Geschwister oder Familien. Dramen ganz wie in griechischer-Mythologie-Manier). Die Besonderheit dieses Schreins in Kyoto sind seine abertausenden Torii, die um einen Hügel herum auf das Heiligtum des Schreins auf die Spitze führen. Am Anfang quetscht man sich noch mit Schaaren von Menschen durch die Tor-Allee, aber der Weg ist recht lang außerdem stetig bergauf und als sportlicher junger Mensch hängt man dann nach und nach die Leute ab und man hat sogar mal private Momente in den Alleen für Fotos! (übrigens war der Inari Tag einer, an den ich 27000 Schritte gelaufen bin. und das zur Hälfte bergauf!) Man kann auch einfach mal durch die Tore heraustreten und den wunderschönen wechselnden Bambus-, Nadel- und Blattwald bewundern. Links und rechts gibt es noch weitere kleine Schreine. Manche irrwitzig klein. Zwischendurch sieht man auch mal buddhistische Tempel oder Figuren, in Ausbuchtungen an denen sich Wand an Wand Miniatur-Schreine sammeln.
Schrein Schrein Schrein. Das ist halt Kyoto.
Übrigens. Falls ihr das nächste mal Sushi esst. Schaut mal ob ihr Inari-Sushi seht. Die zählen zu den Nigiri und bestehen aus einer frittierten Tofutasche mit Reis gefüllt. Dies ist die typische Opfergabe für den Inari-Gott. Daher der Name für das Sushi. 😀
Später zurück in der Stadt sind wir auf den Kyoto-Tower (die Form soll an eine traditionelle japanische Kerze erinnern) herauf und haben die Stadt von oben bestaunt.
Tag 8
Der goldene Pavillon ist eines der großen Sehenswürdigkeiten in Kyoto, da die obere Fassade komplett mit Blattgold verziert ist. Zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir nicht geschafft haben ihn zu besuchen. Dafür waren wir beim silbernen Pavillon (der nie versilbert wurde, daher ist der Name hinfällig, steht aber irgendwie im Gegensatz zum goldenen und wird deshalb trotzdem Silberner Pavillon genannt). Zum silbernen Pavillon gehört wieder ein entzückender verträumter Garten, den ich bis heute nicht vergessen kann. Die Gärten strahlen so viel Ruhe aus, das kann man gar nicht beschreiben.
Wir haben noch einen ganz tollen Überdachten Einkaufskomplex mit Fischmarkt und Handwerksläden gefunden, aber leider keine Bilder gemacht. Aber das hat sehr viel Spaß gemacht.
Kyoto hat unendlich viel zu bieten. Den Königspalast haben wir nicht mal gesehen. 3 Tage sind eindeutig zu wenig, aber wirwollten ja weiter und anderen Städte bereisen.

Ich lasse nun wieder Bilder sprechen:

 

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4 Gedanken zu “Japan – Katinkas Reise ins Zauberland Teil 2 – Kyoto

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