Südafrika – meine kurze Reise nach Johannesburg und Kapstadt

* Da wollte ich heute endlich mal den Südafrikabericht schreiben und bemerkte gleich zu Beginn ganz viel Quatsch und POP-Ups die mein Browser ungefragt öffnete. Hatte mir einen feinen Trojaner auf meinen gerade mal 2 Wochen jungen Laptop zugezogen. Selbst ist Frau, hab grad die vormittäglichen Stunden damit zugebracht, den durch diverse Programme wieder zu entfernen. Scheinbar hat das funktioniert. Denn nun klappt alles wieder reibungslos. Bäm… nun gehts aber zum eigentlichen Thema!

Südadrika. Wenn man gewisse Begriffe hört, dann kommen einen ganz viele Bilder dazu in den Kopf. Bei mir waren das Savanne (mit zugehörigen Tieren), Meer, Nelson Mandela, Kriminalität,…

Was hab ich bekommen? So ziemlich genau das.
Ich fang mal chronologisch mit meinen Eindrücken an. Unsere Reise begann in Johannesburg.
Auf Kriminalität bin ich nicht gestoßen, aber überall wird man darauf aufmerksam gemacht, dass es ganz gefährlich ist. Man soll niemals allein auf die Straße, vor allem auch nur auf gewissen Straßen bewegen, nie viel Geld mit sich herum tragen, nicht wie ein Tourist aussehen, bloß nicht mit dem Handy rumwedeln and so on…
Wenn ich Johannesburg beschreiben müsste fallen mir nur wenige Wörter ein, die auch nicht umbedingt positiv sind: Mauer, Gefängnis, Blase, Apartheid (ja immernoch).
Die jüngste Geschichte des Landes ist noch lange nicht verarbeitet und das merkt man gewaltig.

Vielleicht erklär ich besser, was ich da gemacht hab. Ich bin Sängerin und singe in einem Ensemble. Unsere Reichweite ist ziemlich groß und wir veranstalten jährlich ein Festival und laden diverse Chöre aus jeden Winkel des Planten ein. Nun gab es eine Rückeinladung mit Konzerten eines Südafrikanischen Chores. Um die Kosten einzudämmen, wurden wir (7 Sänger des Ensembles) privat bei verschiedenen Choristen des dortgen Chores untergebracht.
Ich war also ausschließlich bei den Weißen zu Gast und habe mich auch nur in deren „Welt“ aufgehalten. Ich befand mich durchweg in der Wohlstandsblase. Das klingt total pervers, aber so war mein Eindruck. Alle Familien bei denen wir untergerbacht waren hatten ein eigenes Haus mit Pool und (schwarzen) Angestellten. Das ist scheinbar normal dort. Um das Haus herum gab es eine hohe Mauer und darauf noch nen Elektrodraht. Wenn die Familie besonders gut gesittet war (wie die, bei der meine Freundin und ich untergekommen waren) gab es für das Haus noch nen eigenen Wächter, der Tag und Nacht vorm Haus saß und die Hoheit zum Eisentor hatte. Wenn die Familie nur aus der Mittelschicht kamen, dann gab es nur für die Straße, in der die Famlien in ihren ummauerten und zusätzlich Elektrodraht-geschützten Häusern wohnten, einen Wächter, der diese Straße bewachte. Um diese Straße gab es selbstverständlich auch noch ne Mauer und Elektrodraht.
Diese Mauern gibt es um jedes Haus. Überall.
Das Zweite, was mir augenscheinlich war, war, dass man auf der Straße eigentlich nur Schwarze sah. Keine Weißen. Die saßen nämlich alle im Auto. Wir ja auch. Öffentliche werden nicht benutzt (von den Weißen) und außerdem sind die ja eh gefährlich. Es ist ja alles immer gefährlich. Sagt man.
Alle Dienstleistungen, die für mich erbracht wurden (sei es nen Capuccino im Café bekommen, ein Mitbringel aus nem Laden erhalten, Empfang im Museum), wurde immer von Schwarzen getragen. Immer. Ich fühlte mich irgendwann richtig schlecht, dass ich als Weiße die ganze Zeit bedient wurde. Die Menschen dort sind aber alle unglaublich offen und nett im normalen Alltagsbla. Man mag gar nicht glauben, dass alle ne hohe Mauer um sich ziehen. Grad hat vor allem Johannesburg mit Korruption in der Politik zu kämpfen und das merkt man auch auf den Straßen. Vieles bleibt liegen. Die Ampeln fallen aus und es herrscht großes Chaos, um das sich niemand kümmert.
Man sieht sehr viel Armut auf den Straßen und große Bemühungen der Menschen, sich irgendwie nützlich zu machen um überhaupt etwas zu verdienen. An vielen Ampeln stehen Menschen, wollen irgendwas verkaufen (von selbstgemachter Kunst bis hin zu selfie-sticks) oder sammeln deinen Müll aus dem Auto ein, um ein bisschen Trinkgeld zu bekommen, oder helfen dir beim Einparken und bewachen dein Auto, während du beispielsweise einkaufen bist oder im Café hockst. Das ist wirklich bemerkenswert, wie kreativ sie sind.
Wir sind auch mal nach Soweto (Quasi Vorort), gefahren und haben uns dieses Township angeschaut (aus dem Auto). Ehrlich gesagt, sah das alles entwickelter aus, als man vermutet hatte. Auch dort gab es die obligatorischen Mauern oder Zäune um die Hauser, allerdings nicht in dem großen Stile, wie wir es von unseren Familien kannten.

So richtig viel Zeit die Stadt zu erkunden gab es gar nicht. Wir hatten ja noch Proben und Konzerte und Museen und saßen sehr viel im Auto rum.
OK das klingt grad alles traurig und fad. Das war natürlich nicht alles. Wie gesagt, waren alle Menschen sehr freundlich und nur die Stadtstruktur an sich war für mich sehr befremdlich.

Nun erfreuliches:
Wir haben eine Art kleine Safari gemacht. Für einen Nationalpark hat die Zeit nicht gereicht, deshalb sind wir zu einem sagen wir mal sehr geräumigen Zoo gefahren. Die Fleischfresser sind von den Pflanzenfressern (Klingt ein bisschen wie in „In einem Land vor unserer Zeit“ ^^) getrennt, haben aber alle riesen Areale. Man fährt da mit dem Auto durch und entdeckt überall mal wieder Tiere. Das war sehr spannend und für mich ein Highlight der Reise. Bilder findet ihr unten 😉

Das ist so das Hauptsächliche, das mir zu Johannesburg eingefallen ist.
Nach 4 Tagen ging es auch schon weiter nach Kapstadt. Und schon sah die Welt wieder anders aus. Kapstadt ist sehr westlich (Johannesburg an sich auch, nur eben sehr eingeschränkt). Man konnte sich tatsächlich mal draußen bewegen und es gab keine Mauern mehr. Wahnsinn. Das war wirklich neu.
Die Reise nach Kapstadt begann schon turbulent, weil am Flughafen in Johannesburg so einiges nicht funktioniert hatte. Erst wurde unser Flug ewig nicht an der Tafel angezeigt, dann hat der Self-Check-In nur für eine Person von uns funkioniert. Dann standen wir in der falschen Schlange an, dann waren die Mitarbeiter des Flughafens unglaublich langsam, dann war der Flug überbucht, dann haben wir (meine Freundin und ich) als einzige (außer dem, der eingecheckt war) noch nen Platz bekommen. eigentlich war das Bording fast zu ende, als wir gerade mal am schalter zum check in waren. (der nette rat von der unbeschreiblich langsamen Frau am Check-In, „jetzt müsst ihr euch aber beeilen“ ja danke!). Wir haben den anderen aus dem Ensemble(die immernoch in der Schlange standen) nur zugerufen, dass wir zum Gate müssen und sind wie die Irren quer durch den Flughafen gerannt. Durften an den langen Schlagen beim Security Check vorbeirennen (leider mussten wir trotzdem die Schlange laufen („Sorry“ Excuse me“ „Sorry“, „Bording“, „Bla“), irgendwann haben wir dann das Gate erreicht und die hatten tatsächlich nur noch auf uns gewartet… Super… Da das Flugzeug eh überbucht war, konnten die anderen dann einfach mit der nächsten Maschine kostenfrei fliegen.
Am Abend hat uns dann noch die AirBnB abgesagt, aber irgendwie hat mich das gar nicht mehr gewurmt…

So!

Kapstadt ist wunderschön und toll. Krasses Gegenteil zu Johannesburg. Hinter dir liegen die Berge und vor dir das Meer. Wirklich bezaubernd. Wir sind auch auf den Tafelberg hoch und haben die schöne Aussicht genossen.

Schon als wir vom Flughafen in die Stadt reinfuhren begrüßte uns ein Schwarm Flamingos der auf einmal neben uns in die Luft stieg. Das war so toll, dass ich mich immernoch nicht einkriege, wenn ich nur das Foto sehe! ^^

Außerdem waren wir am Kap der Guten Hoffnung und haben am Meer gepicknickt. Es gab eine Weinverkostung im ältestesn Weingut Südafrikas. Wir waren auf Robben Island. Eine kleine Insel, die direkt vor Kapstadt liegt und ehemals die politischen Gefangenen beherbergte (so auch Nelson Mandela, der dort viele Jahre in Einzelhaft verbrachte). Zur Insel sind wir mit einer Fähre, die durch den starken Wellengang eine gute Stunde brauchte. So konnte ich meine Sehkrankheit entdecken und habe ordentlich.. äh… ich brauchte später einen Kaugummi…

Für die vielen schönen Dinge, lass ich nun lieber Bilder sprechen.
* Nachtrag für die WordPressblogger. Wenn ihr den Beitrag auf meiner Seite, statt im Reader lest, dann öffnet sich beim Klick auf ein Bild die Galerie. Im Reader müsst ihr jedes Bild einzeln anklicken, wodurch sich eine neue Seite öffnet: Nerv-Potenzial 😉

Viele Grüße 😀

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15 Gedanken zu “Südafrika – meine kurze Reise nach Johannesburg und Kapstadt

    1. Ich schätze, dass „Joburg“ einfach nicht so die Touristen-Stadt ist. Ich habe aber auch nicht alles gesehen. Gerade das moderne Zentrum und die „coole Szene“, haben wir leider nicht gesehen. Es gibt auch schönes dort. Mein Besuch war vllt sehr einseitig. Kapstadt und Umgebung bietet wirklich viel schönes. Dort fühlt man sich auch sicher. Ich habe gelesen, dass bspw. auf den Bahamas die Kriminalität höher sein soll als in Südafrika und da fahren die Leute auch gern hin. 😀

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  1. Soweit fliegste weg! Die Johannesburg Berichterstattung hoert sich wirklich grauenhaft an – Konnte nachvollziehen, dass du dich dort schlecht gefuehlt hast.

    Wie warm ist es denn da jetzt? Die Berge sehen toll aus. Irgendwie hat das Kap was an sich. Man kommt ueber den Ozean gebraust und sieht Land und weiss „Ok – jetzt bist du in Afrika“

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    1. Das war ja der Seeweg von Europa nach Indien. Man schiffert ja eigentlich die ganze Zeit um Afrika herum. Das Kap der Guten Hoffnung hieß mal Kap des Sturm. Da geht ordentlich die Post ab. Die waren wohl eher froh, wenn se das überstanden haben, machten 3 Kreuze und riefen: Halleluja! Auf nach Indien!

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    2. wir hatten „Pech“ mit dem Wetter. bei uns waren es um die 23 °C und auch mal Regen. Also recht frisch. Als wir Johannesburg verlassen hatten waren es wieder 28° bei purem Sonnenschein. ich hab grad mal aus Spaß geschaut: in Kapstadt waren heute 30°

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