Bilanz nach 50 Wochen

Kurve 50

Tag 351

Gewicht: 79,0 Kg

Defizit seit letzter Woche: -2,3 Kg
Defizit allgemein: -16,5 Kg

2,3Kg innherhalb einer Woche. Nicht schlecht. Was hab ich gemacht? Keinen Sport und jeden Tag über meinen Bedarf gegessen. Habe ich richtig gut gemacht. Toll toll toll! So macht Abnehmen tatsächlich Spaß!
Ich beschrie es ja schon letzte Woche. Das gottverfluchte Wasser war Schuld und zauberte mir letzte Woche gar ne 81 aufs Waagen-Display. Gar nicht sexy.
Ich weiß, dass es so leider nicht bis zum St. Nimmerleinstag gehen kann, deshalb war ich heute das 1. Mal seit ner Woche wieder im Fitnessstudio (war vorher erkältet) und habe arg auf die Ernährung geschaut. So erwirtschaftete ich mir allein heute ein Defizit von über 1000 Kcal. YAY.
(Ich habe grade große Lust auf ein Nutellabrot, ich weiß nicht, ob ich diese noch bezwingen kann. Aber selbst dann bin ich immernoch stolz und weit unter meinem Gesamtbedarf.)

Shiratakinudeln sei Dank bin ich grad ziemlich vollgefressen und fühl mich wohl. (abgesehen von diesem leisen Nutella-Drang).
Habe mir heute zum 1. Mal auch mal nen Proteinriegel gegönnt. Ich hatte so Lust auf was süßes und wenn die Süßigkeit gleichwertig Eiweiß wie Zucker bereithält, sag ich nicht nein. Die Muskeln können kommen!

Ich bin wieder im Boot. Eigentlich schon seit 3 Wochen, deshalb war ich letzte Woche so frustriert, dass die Waage trotz regelmäßiger Sportlichkeit so furchtbar gemein zu mir war.

Übrigens glaube ich den Übeltäter meiner Gewichtsstagnation ausfindig gemacht zu haben: Meine Psyche!! Ich war seit einer Dekade nicht mehr unter der 79, seit ner Dekade hatte ich kein Normalgewicht (75Kg) mehr. Ich habe irgendwie Angst davor. Ich habe Angst mein Ziel zu erreichen. Ich habe Angst davor normalgewichtig zu sein und mich großartig zu fühlen.

Ich bin komisch.

Kaum ist mir das aufgefallen, dass ich so ein komisches Bauchgefühl dagegen habe, mein Ziel zu erreichen und es als rational total bescheuert angesehen habe, schaffe ich wieder ein Defizit zu essen. -.- Hey Ho!

Morgen wollte ich auch nochmal zum Sporteln gehen, allerdings nur Ausdauertraining, da ich heute gut Krafttraining hinter mir habe. (und ne halbe Stunde auf dem Laufband)

Ich möchte euch meine neuen Beziehungen zu den Geräten nicht verschweigen. Ich habe mich von Schlauchi getrennt. Er bringts einfach nicht so. Mache stattdessen in Eigenregie Bauchübungen auf dem Boden. Das ist weitaus anstrengender und vielseitiger und macht mir mehr „Spaß“ oder so. Spaß triffts nicht. Es ist OKer.

Dafür habe ich aber die Abduktionsmaschinen für mich entdeckt, abgesehen davon, dass man niemanden in die Augen schauen darf, während man diese Übung vollführt (großes Verführungspotenzial. Hat mich mein Freund drauf hingewiesen. Ich hab natürlich unschuldig alle an mir vorbeigehenden Leute angeguckt, nicht ahnend, was meine schoßöffnende Bewegung für ein Kino in anderer Köpfe bewirken könnte. Jedenfalls schäme ich mich jetzt immer auf diesem Ding und versuche möglichst niemanden anzuschauen)
Meine neue große Liebe gilt aber der Klimmzugmaschine. Wer hätte das gedacht? ich freue mich regelrecht auf dieses Teil. Da wird die Armmuskulatur geformt und gestählert meine Herren. Ich weiß, dass das eigentlich nicht so schnell geht, aber ich habe Muckis an den Armen, da wär ich vor nem Monat noch neidisch gewesen. ^^

Uuuuund ich bin mittlerweile lieber auf dem Laufband, als auf dem Crosstrainer. Da kann man halt einfach mal losrennen und selbst wenn man total easy langsam läuft, verbrennt man in der gleichen Zeit mehr Kcal als auf dem Crosstrainer bei einer sehr anstrengenden Stufe… Da geh ich doch lieber spazieren.
Ich halte mittlerweile eine halbe Stunde 8,5 km/h durch. Ich bin super mega stolz auf mich. Das ist zwar nicht wahnsinnig schnell, aber ich musste am Anfang alle 5 Minuten ein langsameres Gehtempo einstellen, damit ich nicht zusammenklappe. Mittlerweile halte ich die km/h durch xD
Und die letzte Minute sprinte ich dann immer bei 11 km/h. Darauf freu ich mich komischerweise auch. Ich fühl mich dann immer wie ein Reh, das die letzte Minute fröhlich herumspringt. Länger als ne Minute halte ich die Reh-Form auch nicht durch, dann geht der Puls über 160 und mein Asthma sagt hallo.

Jedenfalls gehe ich grad sehr selbstverständlich Sporteln und das mit der Ernährung krieg ich wohl auch langsam wieder hin.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Woche entwickeln wird und freue mich auf das kommende Ergebnis.

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Grüntee!

Nachdem ich gestern ca 3 l Grüntee getrunken habe, meldete die Waage heute wieder eine 79,x Kg.
Ich sags ja: Verfluchtes Wasser! Ich habe ca 1,5 Kg innerhalb von 24h abgenommen. Hab ich ganz toll gemacht. Wenn das immer so einfach ist, wird das ja ein Kinderspiel.
Hab gestern übrigens aus trotz Pudding gekocht und über meinen Kcal-Verbrauch gegessen. Aber Zunehmen dürfte ich dennoch nicht, da ich vorgestern wunderbar Kcal eingespart hatte.

Ich lass mich nicht beirren. Und mach weiter. Heute gibt’s leider keinen Sport, da sich tatsächlich irgendwas infektuöses im Kopf festgesetzt hat. :(((
Überhaupt nix Schlimmes. Aber damit das gar nicht erst in den Hals rutscht (und damit das Singen erschwert!), inhalier ich fleißig Thymianöl (beste Zeug überhaupt) und alles wird gut!

Amen.

Frust!

Paralysiert von eurem unglaublich positiven Feedback zu meinem Gesinge (Vielen lieben Dank nochmal :)))) ), habe ich auch letzte Woche die Bilanz geskippt. Hat keiner gemerkt was? Har Har..
Nun muss ich aber wieder mal ran:

Heute hatte ich ein Wiege-Ergebnis von 81,x Kg (hab mir die x gar nicht richtig angeschaut, da mein Kopf von diesem Schlag ins Gesicht benebelt war) 😦
Aufmerksame Leser des Blogs, wissen, dass ich bereits bei 78,x Kg war.

Ich geb gerne zu, wenn ich mich tot gefressen hab und dafür eben durch Gewichtsanstieg büßen muss. Dem ist allerdings nicht so.
Ich habe wieder vermehrt Ernährungs-Tagebuch geführt UND ich gehe gerade tatsächlich regelmäßig zum Sport (3x die Woche mit 1 oder 2 Tagen Trainingspause). Ich kanns mir beim besten Willen nicht erklären.

Ich fühle mich seit einigen Tagen aber auch sehr unwohl und hab das Gefühl aufgeschwemmt zu sein. Ja, ich schieb den schwarzen Peter immer dem Wasser zu.
Vielleicht kommt das Wasser auch vom Muskelaufbau. Zellen werden zerstört. Müssen neu aufgebaut werden und dafür braucht der Körper wieder viel Wasser.

Dr. Google hat mir auch schon diverse Krankheiten bescheinigt, muss mich nur noch für eine entscheiden.
Ich schätze, dass ich Mangelerscheinungen hab. Mir ist aufgefallen, dass ich verhältnismäßig wenig Eisen und Magnesium konsumiere. Neulich (TOM* war auch da) war ich so schwach, dass ich mich bei einem Spaziergang alle 3m auf ne Bank setzen musste, mir beim aufstehen immer leicht schwindelig wurde und als ich zu Hause ankam, erstmal hinlegen musste von diesem strapaziösen Spaziergang durch den Park.
Lächerlich.
Wer jetzt den Finger hebt, dass ich zu wenig esse, kennt mein Essverhalten(und Fettlogik überwinden (hihi)) nicht. Ich konsumiere grad ziemlich genau meinen Gesamtumsatz. Sprich 2000 kcal pro Tag. Dazu kommt alle 3 Tage ne gute Portion Sport (ich verbrenn immer zwischen 800-1000 Kcal, da ich ca 2 Stunden trainiere). Nach Adam Riese müsste es also langsam Richtung Abnahme gehen. Dennoch hab ich 3Kg zugenommen. Aha! Nee? Was?
Ich fall auch immer wieder in mein altes Essmuster. Zwar ess ich weniger, aber immernoch den gleichen unausgewogenen Scheiß.

Seitdem achte ich stark auf meinen Nährstoffhaushalt. Placebo hin oder her, mir gings gleich viel besser und Sport ging auch problemlos. Seit 2-3 Tagen kommt aber was neues dazu. Und ich habe Frauen-Probleme der anderen Art. Wie ich gestern Nacht erfahren habe, gibt es Mittelschmerzen. Das hatte ich also. Reicht es nicht, dass wir (Frauen) Menstruationsschmerzen monatlich haben, muss jetzt auch noch der Kack-Eisprung Probleme machen und mich nur mit Wärmekissen einschlafen lassen…
Was soll denn das??
Ich hab das Gefühl einen Entzündungsherd zu haben. Alles schön mit Wasser gepolstert.
Heute aufgewacht bin ich mit Schnupfen und leichten Kopfweh. Und fühl mich schon wieder stark ermattet. Graaaa… Dabei klappt es grad so gut mit dem Sport. Und ich bin top motiviert.
Vielleicht hab ich mir ja auch einfach nur nen kleinen Infekt eingefangen, der so auf den Körper schlägt.

Ich trinke grad ne riesen Kanne Grüntee und hoffe, dass die Waage irgendwann wiedermal ein akzeptables Ergebnis hervorbringt.

Ansonsten muss dann nächste Woche mal ein Blutbild her. 😦

In froher Erwartung auf baldige Erfolge grüße ich euch! 🙂

 

*Time Of the Month

Ich bin in der Zeit stehen geblieben

Ich sitze grad zu Hause und höre Musik. Zur Zeit höre ich ständig Reptilia von den Strokes. Wenn ich Sport mache kommt ein Mix aus Muse, Portishead, Tocotronic, Queens of the Stone Age, Le Tigre und irgendwelches Electrogedönz von The Knife, Röyksopp, Boys Noize und Trentemöller.

Mein MP3 Player ist im Jahr 2006 eingefroren.

In meinen Teeniejahren war ich ein totaler Musikjunkie und hab unglaublich viel konsumiert. Mit erhobenen Haupt habe ich mich einen Kenner geschimpft. Bin zu jedem kleinen Konzert in die großen Städte gereist: (mit 14 mein 1. Toco Konzert ❤ ). Ich habe die Nase gerümpft, wenn jemand meinte, dass er gerne Radio hört. Was ist das denn bitte für ne Musikrichtung??

Mein musikalischer Kontext war immer vielseitig. Seit dem Alter von 9 Jahren habe ich klassischen Gesangunterricht. Mit 11 kam das Klavier dazu. Ich war mehrmalige Preisträgerin bei Jugend musiziert. Hey, ich war sogar mehrmalige „Landesmeisterin“… haha…
Mit 15 bis zum Abi hab ich in ner Jazzband gesungen. Wir sind damals schon ziemlich gut rumgekommen. Ansonsten hab ich ja immer parallel weiter klassische Musik gemacht. Privat hab ich aber „Indie“ gehört. Damals musste ich immer jedem erklären, dass das nichts mit indischer Musik zu tun hat.

Mittlerweile ist Indie ein Schimpfwort für mich und hat sich von Independent zu Mainstream degeneriert. Alle musizieren irgendwie nur noch im Sumpf der Einheit.

Liebe Freunde, ich habe Musik studiert. Ja ok, ich hab mehr Zeit mit Mozart und Co verbracht, aber eine Liebe zur Klassik schließt eine Liebe zu „moderner“ Musik nicht aus.

Mittlerweile höre ich sehr wenig Musik. Paradoxerweise war das besonders während des Studiums so. Wenn man die ganze Zeit immer von Musik umgeben ist, weiß man Stille zu schätzen. Auch wenn ich mich in nem Gespräch befinde, oder ein Buch lese, kann ich parallel schlecht Musik hören. Mein Gehirn fängt immer sofort an, alles auseinander zu nehmen und ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Im Gegensatz dazu höre ich Musik sehr aktiv und bewusst. Ich leg ne Platte auf und höre zu. Mache vllt etwas dazu, was intellektuell nicht weiter stimulierend ist.

Abgesehen davon, gibt es nur noch wenig Musik, die mich umhaut. Für mich muss Musik immer irgendwas mitbringen. Entweder eine starke harmonische Struktur, einen starken Text, oder eine starke Instrumentierung. Einfach nur ne schöne Stimme ist langwelig (sagt die Opernsängerin ^^). Ich brauch immer was besonderes.

Ich bin sehr froh, dass meine Lieblinge der 90/00er Jahre ALLE noch existieren, und weiter in teilweise viel zu langen Abständen Alben herausbringen, oder ich sie wenigstens noch in Konzerten bewundern kann.

Im Februar war ich beim ausverkauften Massive Attack Konzert. Ich musste einen üblen Aufwand betreiben, um noch an 2 Karten für das selbe Konzert zu kommen (zwischen zeitlich hatte ich nämlich jeweils eine für den 17.2. und den 18.2.  -.-). Das war das Weihnachtsgeschenk an meinen Freund. Jedem dem ich davon erzählte, fragte, wer denn Massive Attack sei.
Whaaat?? Dann singt man jedem kurz Teardrop vor und alle: Ach die!
JA man…
Es war übrigens unbeschreiblich toll.

Ich könnte ewig und immer Triphip hören.
Hier übrigens eine Anfrage: Ich warte ja immer auf eine*n Musiker*in, der*die mich an die Hand nimmt und mit mir Sachen à la Portishead, Goldfrapp, Fever Ray, Air, etc… macht. NA? Jemand Interesse?

Ich geh ans Musizieren viel zu verkopft ran und alles, was ich produziere, gefällt mir nicht. Ich sitze an meinem feinen Klavier, improvisiere und singe. Nehme das auf. Hörs mir an und denke: Ach du Scheiße. Das würde ich selber im Leben nicht hören… Ahhh…

So wird aus mir nie eine eigenständige Musikerin. Da wird’s wohl erstmal beim Reproduzieren und neu-Interpretieren bleiben.

Das ist eigentlich der Grund, warum ihr von mir nichts eigenes hört. Ich möchte Musik machen, die mich selbst umhaut und weiß nicht, ob ich das jemals schaffen werde.

Das Kämmerlein bleibt dennoch nicht still. Ich probier es weiter…

Gleich geh ich zum Sport. Welches Album wird’s wohl heute?

 

Ich singe für euch

Es ist so weit. Ich habe mich entschlossen euch mein Gesinge mal zu zeigen.

Habe gestern ein Youtube-Account eingerichtet und werde euch nun die Videos hier einbetten.
Da es um die Musik geht und ich euch aber trotzdem nicht ne schwarze Wand angucken lassen wollte, habe ich jeweils ein langweiliges Bild dazugetan 😉

Ich bin der Welt abhanden gekommen von Gustav Mahler aus den Rückert Liedern. Das ist ein Mitschnitt meiner Masterprüfung und zeigt euch mal mein Operngesinge.

Feeling Good in der Coverversion der Coverversion von Muse (denn auch die haben das Stück nur gecovert). Ich war als Teenie unglaublich großer Muse-Fan. Damals haben die noch in kleinen Hallen gespielt und die Karte kosteten ca. 30 € oder so. Mittlerweile füllen sie die O2-World Mercedes-Benz-Arena und die Karten sind unerschwinglich. Naja, ein Fan-Girl weniger. Jedenfalls ist auch das ein Konzertmitschnitt, allerdings bereits 10 Jahre alt… Ach herjee… Ich mag die Aufnahme trotzdem, deshalb zeig ich es euch. Wir vollführten ein Konzert mit meinem Musik-LK Kurs und das war mein Beitrag. Diese wundervollen Klaviertöne erzeuge ich übrigens selbst, da ich mich selbst begleite. Also hört schön hin und achtet auf meine Verspieler 😉

Darkwing Duck. Vor 2 Jahren oder so haben ein Freund und ich uns zusammen getan und mal bissl Quatsch fabriziert. Das und einige andere Disneysongs (Gummibärenbande, Ducktales, Arielle… ) sind bei herum gekommen. Also ich finde, uns ist da ein Geniestreich gelungen, aber hört selbst 😉

Die Ente hab ich selbst gemalt 😉

Ich bin dabei, eigene Songs zu schreiben, aber man ist selbst ja immer der größte Kritiker. Und noch trau ich mich nicht. Also abwarten. Irgendwann passiert’s schon noch 😉

Wenn ich das irgendwann mal hinkriegen sollte, oben im Menü noch ne zusätzliche Seite einzurichten, dann wird es dort Musik geben, aber ich kriegs einfach nicht gebacken (ein stiller Hilfeschrei an euch).

In aufgeregter Erwartung eurer Kommentare grüße ich euch 😉

Südafrika – meine kurze Reise nach Johannesburg und Kapstadt

* Da wollte ich heute endlich mal den Südafrikabericht schreiben und bemerkte gleich zu Beginn ganz viel Quatsch und POP-Ups die mein Browser ungefragt öffnete. Hatte mir einen feinen Trojaner auf meinen gerade mal 2 Wochen jungen Laptop zugezogen. Selbst ist Frau, hab grad die vormittäglichen Stunden damit zugebracht, den durch diverse Programme wieder zu entfernen. Scheinbar hat das funktioniert. Denn nun klappt alles wieder reibungslos. Bäm… nun gehts aber zum eigentlichen Thema!

Südadrika. Wenn man gewisse Begriffe hört, dann kommen einen ganz viele Bilder dazu in den Kopf. Bei mir waren das Savanne (mit zugehörigen Tieren), Meer, Nelson Mandela, Kriminalität,…

Was hab ich bekommen? So ziemlich genau das.
Ich fang mal chronologisch mit meinen Eindrücken an. Unsere Reise begann in Johannesburg.
Auf Kriminalität bin ich nicht gestoßen, aber überall wird man darauf aufmerksam gemacht, dass es ganz gefährlich ist. Man soll niemals allein auf die Straße, vor allem auch nur auf gewissen Straßen bewegen, nie viel Geld mit sich herum tragen, nicht wie ein Tourist aussehen, bloß nicht mit dem Handy rumwedeln and so on…
Wenn ich Johannesburg beschreiben müsste fallen mir nur wenige Wörter ein, die auch nicht umbedingt positiv sind: Mauer, Gefängnis, Blase, Apartheid (ja immernoch).
Die jüngste Geschichte des Landes ist noch lange nicht verarbeitet und das merkt man gewaltig.

Vielleicht erklär ich besser, was ich da gemacht hab. Ich bin Sängerin und singe in einem Ensemble. Unsere Reichweite ist ziemlich groß und wir veranstalten jährlich ein Festival und laden diverse Chöre aus jeden Winkel des Planten ein. Nun gab es eine Rückeinladung mit Konzerten eines Südafrikanischen Chores. Um die Kosten einzudämmen, wurden wir (7 Sänger des Ensembles) privat bei verschiedenen Choristen des dortgen Chores untergebracht.
Ich war also ausschließlich bei den Weißen zu Gast und habe mich auch nur in deren „Welt“ aufgehalten. Ich befand mich durchweg in der Wohlstandsblase. Das klingt total pervers, aber so war mein Eindruck. Alle Familien bei denen wir untergerbacht waren hatten ein eigenes Haus mit Pool und (schwarzen) Angestellten. Das ist scheinbar normal dort. Um das Haus herum gab es eine hohe Mauer und darauf noch nen Elektrodraht. Wenn die Familie besonders gut gesittet war (wie die, bei der meine Freundin und ich untergekommen waren) gab es für das Haus noch nen eigenen Wächter, der Tag und Nacht vorm Haus saß und die Hoheit zum Eisentor hatte. Wenn die Familie nur aus der Mittelschicht kamen, dann gab es nur für die Straße, in der die Famlien in ihren ummauerten und zusätzlich Elektrodraht-geschützten Häusern wohnten, einen Wächter, der diese Straße bewachte. Um diese Straße gab es selbstverständlich auch noch ne Mauer und Elektrodraht.
Diese Mauern gibt es um jedes Haus. Überall.
Das Zweite, was mir augenscheinlich war, war, dass man auf der Straße eigentlich nur Schwarze sah. Keine Weißen. Die saßen nämlich alle im Auto. Wir ja auch. Öffentliche werden nicht benutzt (von den Weißen) und außerdem sind die ja eh gefährlich. Es ist ja alles immer gefährlich. Sagt man.
Alle Dienstleistungen, die für mich erbracht wurden (sei es nen Capuccino im Café bekommen, ein Mitbringel aus nem Laden erhalten, Empfang im Museum), wurde immer von Schwarzen getragen. Immer. Ich fühlte mich irgendwann richtig schlecht, dass ich als Weiße die ganze Zeit bedient wurde. Die Menschen dort sind aber alle unglaublich offen und nett im normalen Alltagsbla. Man mag gar nicht glauben, dass alle ne hohe Mauer um sich ziehen. Grad hat vor allem Johannesburg mit Korruption in der Politik zu kämpfen und das merkt man auch auf den Straßen. Vieles bleibt liegen. Die Ampeln fallen aus und es herrscht großes Chaos, um das sich niemand kümmert.
Man sieht sehr viel Armut auf den Straßen und große Bemühungen der Menschen, sich irgendwie nützlich zu machen um überhaupt etwas zu verdienen. An vielen Ampeln stehen Menschen, wollen irgendwas verkaufen (von selbstgemachter Kunst bis hin zu selfie-sticks) oder sammeln deinen Müll aus dem Auto ein, um ein bisschen Trinkgeld zu bekommen, oder helfen dir beim Einparken und bewachen dein Auto, während du beispielsweise einkaufen bist oder im Café hockst. Das ist wirklich bemerkenswert, wie kreativ sie sind.
Wir sind auch mal nach Soweto (Quasi Vorort), gefahren und haben uns dieses Township angeschaut (aus dem Auto). Ehrlich gesagt, sah das alles entwickelter aus, als man vermutet hatte. Auch dort gab es die obligatorischen Mauern oder Zäune um die Hauser, allerdings nicht in dem großen Stile, wie wir es von unseren Familien kannten.

So richtig viel Zeit die Stadt zu erkunden gab es gar nicht. Wir hatten ja noch Proben und Konzerte und Museen und saßen sehr viel im Auto rum.
OK das klingt grad alles traurig und fad. Das war natürlich nicht alles. Wie gesagt, waren alle Menschen sehr freundlich und nur die Stadtstruktur an sich war für mich sehr befremdlich.

Nun erfreuliches:
Wir haben eine Art kleine Safari gemacht. Für einen Nationalpark hat die Zeit nicht gereicht, deshalb sind wir zu einem sagen wir mal sehr geräumigen Zoo gefahren. Die Fleischfresser sind von den Pflanzenfressern (Klingt ein bisschen wie in „In einem Land vor unserer Zeit“ ^^) getrennt, haben aber alle riesen Areale. Man fährt da mit dem Auto durch und entdeckt überall mal wieder Tiere. Das war sehr spannend und für mich ein Highlight der Reise. Bilder findet ihr unten 😉

Das ist so das Hauptsächliche, das mir zu Johannesburg eingefallen ist.
Nach 4 Tagen ging es auch schon weiter nach Kapstadt. Und schon sah die Welt wieder anders aus. Kapstadt ist sehr westlich (Johannesburg an sich auch, nur eben sehr eingeschränkt). Man konnte sich tatsächlich mal draußen bewegen und es gab keine Mauern mehr. Wahnsinn. Das war wirklich neu.
Die Reise nach Kapstadt begann schon turbulent, weil am Flughafen in Johannesburg so einiges nicht funktioniert hatte. Erst wurde unser Flug ewig nicht an der Tafel angezeigt, dann hat der Self-Check-In nur für eine Person von uns funkioniert. Dann standen wir in der falschen Schlange an, dann waren die Mitarbeiter des Flughafens unglaublich langsam, dann war der Flug überbucht, dann haben wir (meine Freundin und ich) als einzige (außer dem, der eingecheckt war) noch nen Platz bekommen. eigentlich war das Bording fast zu ende, als wir gerade mal am schalter zum check in waren. (der nette rat von der unbeschreiblich langsamen Frau am Check-In, „jetzt müsst ihr euch aber beeilen“ ja danke!). Wir haben den anderen aus dem Ensemble(die immernoch in der Schlange standen) nur zugerufen, dass wir zum Gate müssen und sind wie die Irren quer durch den Flughafen gerannt. Durften an den langen Schlagen beim Security Check vorbeirennen (leider mussten wir trotzdem die Schlange laufen („Sorry“ Excuse me“ „Sorry“, „Bording“, „Bla“), irgendwann haben wir dann das Gate erreicht und die hatten tatsächlich nur noch auf uns gewartet… Super… Da das Flugzeug eh überbucht war, konnten die anderen dann einfach mit der nächsten Maschine kostenfrei fliegen.
Am Abend hat uns dann noch die AirBnB abgesagt, aber irgendwie hat mich das gar nicht mehr gewurmt…

So!

Kapstadt ist wunderschön und toll. Krasses Gegenteil zu Johannesburg. Hinter dir liegen die Berge und vor dir das Meer. Wirklich bezaubernd. Wir sind auch auf den Tafelberg hoch und haben die schöne Aussicht genossen.

Schon als wir vom Flughafen in die Stadt reinfuhren begrüßte uns ein Schwarm Flamingos der auf einmal neben uns in die Luft stieg. Das war so toll, dass ich mich immernoch nicht einkriege, wenn ich nur das Foto sehe! ^^

Außerdem waren wir am Kap der Guten Hoffnung und haben am Meer gepicknickt. Es gab eine Weinverkostung im ältestesn Weingut Südafrikas. Wir waren auf Robben Island. Eine kleine Insel, die direkt vor Kapstadt liegt und ehemals die politischen Gefangenen beherbergte (so auch Nelson Mandela, der dort viele Jahre in Einzelhaft verbrachte). Zur Insel sind wir mit einer Fähre, die durch den starken Wellengang eine gute Stunde brauchte. So konnte ich meine Sehkrankheit entdecken und habe ordentlich.. äh… ich brauchte später einen Kaugummi…

Für die vielen schönen Dinge, lass ich nun lieber Bilder sprechen.
* Nachtrag für die WordPressblogger. Wenn ihr den Beitrag auf meiner Seite, statt im Reader lest, dann öffnet sich beim Klick auf ein Bild die Galerie. Im Reader müsst ihr jedes Bild einzeln anklicken, wodurch sich eine neue Seite öffnet: Nerv-Potenzial 😉

Viele Grüße 😀