Kurze 19. Bilanz und lange Beschreibung meines Ist-Zustands ;)

Tag 135

Gewicht gestern: 84,5 Kg
Gewicht heute: 84,8 Kg 😦

Unterm Strich achte ich grad nicht so wirklich viel auf meine Ernährung. So ein bisschen halbherzig bin ich dabei. Sieht man ja an der Stagnation, bzw. gemächlichen Abnahme die letzten Wochen (gar Monate um es genau zu nehmen). Am Anfang ging das alles viel locker flockiger (die ersten 8Kg gabs ja bereits nach 3 Monaten und seitdem schleppt das ziemlich).

Es hat für mich grad einfach keine Priorität. Mir schwirrt so viel anderes im Kopf rum. Letzter Beitrag war auch eher ein Sortieren für mich. Genau das beschrieb ich auch im allerersten Post. Der Blog dient zur Sammlung meiner zerstreuten Selbst. Mir geht einfach unheimlich viel im Kopf herum und manchmal muss ich es einfach aufschreiben, oder eben einfach Buch über meinen Tag führen und für euch gibt es dadurch random facts ohne Sinn und Verstand. Diese Beiträge könnt ihr meinetwegen auch getrost überlesen.

Es folgen genannte random facts:

Gestern war Jom Kippur. Der höchste jüdische Feiertag und das bedeutet für mich der alleranstrengendste Synagogen Tag. Der Vorabend – Kol nidre – ging ja auch mit einer Kaffeeschicht einher. Deshalb war der Tag dann doch ziemlich lang. Heute war auch wieder Coffee-Bar und jetzt bin ich derbe fertig.
Ich lass heute auch das ganze Tabellengedöns. Ich reich das dann vielleicht nach.
Morgen muss ich nur zum normalen Shabbat-Gottesdienst. Yay!

Meine erste Kaffee-Schicht heute lief gut und ich konnte endlich mal in der Pause schön runterkommen (weil ich nervlich gar nicht so weit oben war ^^). Aber nach der Pause gings los. Ich hab wieder ein super beknacktes Minus gemacht und ich könnte mich dafür ohrfeigen. Aber das reicht natürlich nicht. Ich wurde dann auch total blöd von nem Kollegen (Den ich nur vom Probetag von vor 7 Wochen kenne, also heute hatten wir das 1. Mal so richtig das Vergnügen) angekackt und wir hatten so eine Endlosdebatte, bei der der eine den anderen nicht versteht, man immer die gleiche Erklärung gibt und man einfach nicht zum Ziel kommt. Super nervig und anstrengend.
Außerdem gab er mir noch total tolle Tipps: „Du musst besser aufpassen!“ (Ach was.) „Das ist echt blöd!“ (Das sagte er aber genervt und nicht mein-Beileid-mäßig). WEIL mein Minus wird nicht von MEINEM Trinkgeld (was sich in nem Coffee-shop verständlicherweise bescheiden hält) sondern vom GESAMTEN Trinkgeldtopf abgezogen. Also von allen. Jetzt fühl ich mich nur noch mieser. Deshalb war der auch so böse.
Ich versteh es auch nicht so ganz. Ich kann durchaus nen 10er von ’nem 20er Schein unterscheiden. Ich weiß nicht, warum mir sowas fast einmal Pro Tag passiert. Gerade an der Kasse bemühe ich mich um Ruhe und Aufmerksamkeit.
Das hat dem Feierabend jedenfalls auch nochmal so einen richtig bitteren Beigeschmack gegeben. Nicht nur das Minus sondern diese blöde Debatte mit dem angepissten Typen. Entschuldigung das war meine 5. Schicht. Also meine 1. Woche… Fehler sind Scheiße und ich ärger mich mindestens genauso dolle, wenn nicht noch mehr. Ich fühl mich ja eh schon wie der allerletzte Depp…

Vorgestern früh 7:30 Uhr fegte ich den Außenbereich des Cafés. Und da überkams mich dann: „Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?“ Ich räume irgendwelche verranzten Zeitungen und Bierflaschen und versüffte Tüten weg. In aller Herrgottsfrühe (Die Frühschicht beginnt übrigens um 5:15Uhr. Die hatte ich bisher aber noch nicht.). Für nen Mindestlohn. Und drück abzüglich noch mein Kassenminus ab. Ich hab ein verdammtes Diplom. Und zusätzlich einen verdammten Master… Muss aber erstmal Geld verdienen, damit ich Gesangsunterricht nehmen kann, damit ich gut genug zum Bewerben bin. Um dann endlich im erlernten Beruf arbeiten zu können. Die Uni hat’s leider irgendwie nicht geschafft mich dahin zubringen, wo ich gerne gewesen wäre.
Dann treffe ich noch nen Dozenten im Coffee-Shop, der fragt, ob ich noch singe… Allgemein immer die Frage: „Und was machst du so??“ Ja keine Ahnung. Was mach ich denn? … Ich hasse die Frage.
Ich war letzte Woche schon bei der Berufsberatung, um mal zu hören, was denn so meine Möglichkeiten sind. Außerdem überlege ich ernsthaft noch ne Ausbildung zu machen. Ich ertrag dieses Dazwischengehänge nicht mehr.
Als Akademiker kann man sich wohl sogar auf alle möglichen Stellen bewerben. Einfach irgendne Firma anschreiben und auf ne Stelle bewerben. Das wusste ich gar nicht. Meine Mama (sie ist unter anderem Ausbilderin) bestätigte dies. So so…
Ich bleib weiter offen. Das mit dem Kaffee-Job schau ich mir noch ne Weile an, aber ich hab vor jeder Schicht fast schon panische Angst. Muss erst Mittwoch wieder hin. Gott sei Dank!
Niemand muss sich für getane Arbeit schämen. Aber ich hätte so auch einfach nach der 10. Klasser abgehen können und nicht noch 11 (ELF!!) weitere Jahre in Ausbildung stecken müssen.
Außerdem finde ich das total eigenartig, dass es scheinbar so einfach gehen soll, sich in einer Firma zu bewerben, allein durch einen Hochschulabschluss, auch wenn man „nur“ Singen studiert hat.
Meine Erfahrung bei der Bewerbung für den Kaffee-Job oder einer Drogeriekette (Ich bin scheinbar nicht fähig genug ein Regal zu bestücken, denn die haben mich gar nicht erst eingeladen) zeigte mir eine andere Wahrheit…

Fazit:
– Ich möchte singen.
– Ich möchte mit Menschen arbeiten, die zu mir kommen, weil sie von mir etwas wollen (nicht weil ich denen was andrehen will) (vllt sollte ich mir das mit dem Gesangsunterricht doch nochmal überlegen.)
– Kundenkontakt macht Spaß
– Telefonieren an sich ist OK
– Stressjobs mit schnell schnell und am Besten alles gleichzeitig sind Scheiße (Phasenweise ist ja ok)
– Teamleiter, die die ganze Zeit auf die Finger schauen und dich immer ankacken und gefühlt nur drauf warten, dass du was falsch machst, sind Scheiße
– Leuten etwas andrehen, von dem sie nicht mal wissen, dass es existiert (bspw. Telefontarif) ist Scheiße
– Leuten Kuchen andrehen, nachdem sie Kaffee bestellen, ist nett. Dabei haben alle Beteiligte auf eine seltsame Weise Spaß. (Situationsbeispiel: Ich: „Wollen sie denn vielleicht noch was Süßes zum Kaffee?“ Kunde: „Och öhm, nagut, dann gönn ich mir ein Stück Schokokuchen. Der sieht ja lecker aus.“ Ich: „ja nicht wahr? Hier, Bitteschön“ Kunde: „ja Ausgezeichnet! Vielen Dank“ Ich: „Lassen Sie es sich schmecken“ man witzelt dabei halb ironisch und irgendwie haben alle danach gute Laune)
– Ich möchte mehr als Mindestlohn verdienen
– Ich möchte mich gut und ernstgenommen beim Arbeiten fühlen und nicht durchweg wie der allerletzte Depp

Ich weiß, dass ich gut singen kann, dass ich halbwegs intelligent, offen und freundlich bin. Mit Kassen kann ich nicht so gut, aber sonst bin ich ein recht flinker Lerner. Ich Spreche Deutsch und Englisch, halbwegs Italienisch und noch halbwegsiger Französsich. Außerdem bring ich mir selbst Japanisch bei (weil ich ein オタク bin. hihi…) Und Fetzen Hebräisch kann ich mittlerweile auch schon.  Na? Jemand Interesse? 😀

Wo wir schon dabei sind: Ich suche eine/n Pianistin/en, die/der Lust hat mit mir zu arbeiten. Raum Berlin. Für kleine Mucken, Vernissages, Hochzeiten, Veranstaltungen, Bars. Was auch immer… Kennt jemanden wen, der jemanden kennt? Ich geb auch gern Klar-Namen und meine Homepage raus 😉

So! Das musste raus und jetzt geht es mir auch besser! Danke!
*Anmerkung für Mutti: Mir geht’s gut! Mach dir keinen Sorgen. ;D

Hier noch postive Neuigkeiten, die langsam spruchreif werden. Das Ensemble in dem ich singe (mit dem musizieren wir eben auch im jüdischen Gottesdienst) hat für nächstes Jahr eine Einladung nach Stockholm zum konzertieren (das sieht wohl schon sehr sehr gut aus) UUUND wenn alles klappt und bitte bitte soll es, machen wir auch ne Konzertreise nach Südafrika bereits im März. hihi… Also drückt die Daumen!!!

Ich hab jetzt eine gefühlte Ewigkeit für den Post gebraucht (Braucht ihr auch immer so lang? Also mindestens ne Stunde) und mich damit wieder gut runtergeholt und gut motiviert. Vielen Dank nochmal für eure Aufmerksamkeit und die Plattform hier.
Meine Selbstthearpie funktioniert 😉

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4 Gedanken zu “Kurze 19. Bilanz und lange Beschreibung meines Ist-Zustands ;)

  1. Prima, dass es Dir nach dem posten etwas besser geht!
    Gerade in diesen Phasen, wo nix wirklich rund läuft, ist es immens hilfreich, sich irgendwo alles aus dem Hirn schreiben zu können.
    Beruflich: Wenn nicht eine Spezialqualifikation (ein Nichtschwimmer als Rettungsschimmer ginge dann eher nicht) gefordert ist, kann sich eigentlich jeder auf alles bewerben.
    Du hast Gesang studiert? Hm, da fällt mir jetzt ad hoc auch nichts wirklich tolles ein, wo gerade händeringend Leute gesucht werden.
    Ich weiß nur, Du brauchst einen langen Atem und bis dahin Jobs, die Dich über Wasser halten. :-\ Meine Cousinen und Ehemänner haben Gesang studiert und es hat gefühlte Ewigkeiten gebraucht. Und dann gings auf einmal. Leipziger Gewandhaus, WDR Rundfunkchor…
    Bleib dran! 🙂 Nicht nur am singen!

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    1. haha, anhand deiner Antwort merke ich nur: es gibt zu viele Sänger ^^ Man muss halt wirklich wirklich gut sein, und zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ne Mischung aus allem irgendwie. So richtig lösen davon kann ich mich auch nicht, sonst wäre ich endlich mal konsequent. Naja… mal schauen, wohin die Reise noch geht. Danke für deine Unterstützung 😉

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  2. Karrieren im künstlerischem Bereich scheinen wirklich von Unwägbarkeiten gepflastert zu sein. Ich drücke dir die Daumen, dass du demnächst genauso wie Juliandras Cousinen und Ehemännern einen Durchbruch haben wirst. Bis dahin lasse dich nicht in die Irre von irgendwelchen Arbeitgebern bzw. Vorgesetzten führen. Diese Leute wie du sie aus dem Callcenter beschreibst oder im Coffee Shop sind Menschen mit einfacher Bildung. Die wenigsten werden dir das Gefühl geben alles richtig zu machen oder gut in dieser Sache zu sein, für die sie 3 Jahre oder länger in Ausbildung standen.
    Diese Sprüche was machst du, usw. mag ich auch nicht. Dieser gut gemeinte Rad du kannst dich als Akademiker überall bewerben ist wahrscheinlich auch nicht die geringste Aufmerksamkeit wert. Das Bewerben um einen Job ist nie einfach genauso wie die Positionen im Vorstellungsgespräch niemals ausgewogen sein werden…
    In ein paar Jahren sehen wir dich auf der Bühne und alle Blogger hier, wie wir sind, werden zu dir kommen, um von dir den Gesang zu hören, ich male es mir schon aus, es wird prächtig sein!

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    1. Da muss ich Lächeln. Danke. Irgendwo ist es ja auch ganz aufregend, verschiedene Dinge auszuprobieren. Ich bin noch lange nicht am Ende, und in weniger schwachen Momenten genieße ich das ja sogar ein wenig. Die Welt steht offen. Mann kann mit 30/50/70 (immer eigentlich) nochmal einen komplett neuen Weg einschlagen. Ich halt mir grad alles offen. 🙂

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