Zwischenziel 1 steht vor der Tür!!! UND Abenteuer Callcenter 2

Tag 73

Zwei Tage Verspätung, aber da ham was. Gewicht: 86,5 Kg. Juuu. Das heißt ich habe nun 9 Kg seit Start verloren. Noch läppische 600 Gramm und ich hab mein Zwischenziel einer 85 erreicht (ich vertipp mich jedes Mal und schreib 95. Grad schon wieder. Der aufmerksame Leser meiner letzten Bilanz, wird es vielleicht bemerkt haben. Ich habe es nachträglich korrigiert. Mein Kopf hat sich einfach noch nicht an die 8 gewöhnt 😉 ).

So lange es mir gut geht, werde ich jetzt mit den ganzen Abnehm-Sperenzchen weitermachen. Niemand weiß, was wirklich los ist in meinem Verdauungstrakt. Meine Ärztin schließt einen stressbedingten Reizmagen immernoch nicht aus. Das heißt dann sowieso nichts ernstes und ich kann einfach normal weitermachen. Deshalb geh ich jetzt ganz pragmatisch vor. Termine beim Arzt sind gemacht und vorher kann ich selbst eh nichts machen. Ich tu so, als wäre nichts. Es gibt 2 Möglichkeiten die diesem Szenario folgen. 1. Es passiert gar nichts und mir gehts prima. Und das wäre wunderbar und wünsche ich mir!!! 2. Es geht mir furchtbar beschissen und dann bin ich ein Akutfall und werde dementsprechend sofort behandelt. Ich bin vorsichtig bei der Sache, werde nichts übertreiben und auf Signale hören. Aber dieses Warten auf eventuelle Resultate nervt gewaltig.

Soviel zum eigentlichem Blogthema. Nun weiter… Ich hab so viel Erzählbedarf zu meinem dussligen Callcenterjob, dass ich das einfach rauslassen muss.

Gestern war mein 2. Einarbeitungstag. Was stelle ich fest? Ich mag meine Teamleiterin einfach nicht. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit, da bin ich mir ziemlich sicher. ^^ Sofern die Teamleitung mich nicht während der 6 Tage Einarbeit feuert, geh ich danach definitiv freiwillig. Ich durfte zusehen, wie ein Kollege während der Schicht gefeuert worden ist – an seinem 4. Einarbeitungstag. Er hatte keinen oder nur einen Kunden aktiviert (nennt man das… bei uns geht’s nur um Interessengewinnung, da haben die Leute aber noch lange keinen Vertrag an der Backe, sie sollen es aber denken). Eigentlich wollte er nur aufs Klo gehen (was ausdrücklich erlaubt ist!), der Teamleiter meinte nur noch, „Nehmen Sie gleich ihre Sachen mit und wir unterhalten uns kurz“ und er ward nie wieder gesehen… hui… Gemurmel bei den anderen Einarbeitungskollegen… „Ist er grad gefeuert worden??“ Aber kein Wort zu uns… War er eben weg…

Ich hatte dann einen Kunden an der Strippe, den ich grad überzeugen wollte. Wir dürfen quasi NUR was wir gedruckt vor uns sehen vorlesen, höchstens mal mit einem Wort abweichen, aber ansonsten quasseln wir jedem das Gleiche runter. Zu jedem Einwand der Kunden gibt es einen spezifischen Text (echt wahr… Das sind 7 oder mehr volle A4 Blätter bekritzelt.) Das ist eben das, was wir auswendig lernen sollen, damit wir nicht ewig rumblättern und den Kunden nur noch mit nem Äh… beglücken, wenn er doch gar kein Interesse hat. Da hatte ich eben diesen einen Kunden, und wollte grad mit meinem passenden Einwandstext kommen. Hab die Seite aber nicht so schnell gefunden und hab dann improvisiert, weil ich noch wusste, was ich ungefähr sagen sollte… Schon rief der Teamleiter… „LEITFADEN, nichts selbst was ausdenken….“ JA ICH WEIß DOCH. Aber soll ich stillschweigen, bis ich die passende Seite gefunden hab??? da hat der Kunde längst aufgelegt. (Das hab ich alles still gedacht und nicht gesagt, der Kunde war ja auch noch dran ^^) Der Teamleiter (den ich von allen noch am Liebsten hab. Um uns springen immer so 4 um einen herum) setzte dem noch vorwurfsvoll hinzu: „Das muss sitzen, das müssen Sie auswendig können..“ Toll… Ich hab das Ding grad mal 24 Stunden… Ich hab wirklich am morgen da gesessen und außerdem beim Arzt die Stunde Wartezeit genutzt diesen Text zu lernen. Aber das geht einfach nicht so schnell. Das ist wirklich viel Text. Sogar am Theater sind die verständnisvoller, wenn man noch Texthänger hat nach so kurzer Zeit!! Und Darsteller sind gewohnt, Texte auswendig zu lernen… Die Theaterleute freuen sich noch, wenn man bei Textproblemen nicht aus der Rolle fällt und dann wenigstens sinngemäß improvisiert. Hier in diesem Callcenter wird einfach das Unmögliche erwartet und man wird noch angemotzt, wenn man es nicht geschafft hat. GMRL… Miese Firma… Aber ich nehme wirklich sehr viel mit. Erstens lerne ich im Umgang der Kunden, eigene Interessen durchzusetzen. Eine Sache die mir immer unglaublich schwer viel. Leuten über den Mund zu fahren lernt man auch ^^ Man lernt einfach bissl Arschloch zu sein. Scheiß freundlich aber dabei Arschloch. Das ist wirklich mal ne Erfahrung. Aber ich seh es ja an den Teamleitern. Die haben alle in der Telefonie angefangen. Waren ihrer Zeit also erfolgreich. Typ Scheiß-freundliches-Arschloch ist einfach unabdingbar! Schön, dass ich die ab Donnerstag Nachmittag nie wieder sehen muss 🙂

Bis dahin halte ich tapfer durch, erreiche parallel noch mein Zwischenziel und lerne einfach unglaublich viel über mich, über die Welt, über die verschiedensten Menschen und hab trotz Geheule irgendwie doch noch genug Spaß dabei 😉

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