Keine Befunde – keine Diagnose. UND Abenteuer Callcenter.

Tag 72

Hallo ihr Lieben!

Ich war heute morgen bei meiner Hausärztin und hätte mir den Besuch komplett sparen können. Die Befunde, die das Krankenhaus von mir hatte, wurden meiner Ärztin nicht geschickt. Anstatt mir das gleich beim Empfang mitzuteilen, durfte ich über eine Stunde auf meine Audienz bei ihr warten um dann zu erfahren, dass sie nichts machen kann. Aha… Ich soll also beim Krankenhaus vorbei um die Befunde selbst entgegenzunehmen. Aha… Dass ich das selbst machen muss, stört mich gar nicht. Was mich stört ist, hätten die mir am Empfang gesagt, dass noch keine Befunde eingetroffen sind (Das Krankenhaus wollte die eigentlich faxen, das heißt, die hätten bereits Freitag da sein können. Sprich, meine Praxis, hätte mich schon eher informieren können!!!), DANN hätte ich die Stunde Wartezeit damit verbringen können, die Befunde einfach schnell abzuholen und wäre pünktlich beim Aufruf meines Namens wieder bei der Ärztin eingetroffen. ODER ich hätte im Laufe der gesamten Woche mal die Befunde abholen können… Diese Wartezeit und dieser Arztbesuch war so sinnlos und das ärgert mich. Wurde jetzt erstmal zu einem Spezialisten überwiesen und dann schauen wir weiter. GRML…

Ansonsten kann ich noch ganz toll von meinem ersten Arbeitstag im Callcenter berichten. Vergesst, was ich gestern geschrieben hab. Es ist doch die Hölle! Auf die Kunden habe ich mich mental vorbereitet, aber nicht auf unsere Vorgesetzten. War der Einführungstag mit 2 Stunden Probetelefonieren noch der Kuscheltag, haben sie dann gestern ihr wahre scheußliche Fratze gezeigt… Bevor es an das Headset ging, gab es eine Besprechung. Ich war die Einzige, die Ihren ersten Arbeitstag hatte, die anderen schon Ihren dritte. Das heißt sie hatten schon ZWEI VOLLE (à 5 Stunden) Tage gearbeitet und müssten jetzt eigentlich SCHON wissen, wie man Kunden gewinnt… eieiei…  Da läuft also der Hase lang… Ich genieße noch Welpenschutz wurde mir gesagt, aber das hab ich dem Teamleiter nicht ganz abgekauft… Dann gings ans Telefonieren. Nach ner halben Stunde wurde ich bereits herauszitiert um mein Arbeiten zu verbessern. Wie hätte ich reagieren können…,“ das steht doch alles in der Einwandbehandlung..“ sagte der Mann ganz vorwurfsvoll (immer mit Lächeln. die lächeln da alle den ganzen lieben Tag), „wenn der Kunde das und das sagt müssen sie doch so und so reagieren, Frau Katinka… “ Entschuldigung, ich hab die Einwandsbehandlung vor ner halben Stunde erst bekommen, wie genau soll ich sofort alle Fälle richtig behandeln können?? Frustration stieg im Laufe des Tages immer höher, gar nicht wegen der Kunden, die partout kein Interesse hatten, sondern wegen dieser dämonischen Teamleiter, die die ganze Zeit um einen herumschlichen, mit ihrem fiesen scheinheiligem Lächeln und dich bei jedem kleinsten Mist zuckersüß angekackt haben. Ganz ganz ekliges Klima. Dann kam wieder ne Teambesprechung nach der Pause… Rollenspiel. Die Teamleiterin ist die Kundin. Wir müssen sie vom Produkt überzeugen… Ich hab direkt versagt und alle anderen natürlich auch…. Dann meinte sie, das ist genau das Selbe, als wenn wir mit dem Kunden reden. Genau die selbe Situation… NEIN IST ES NICHT. Hab ich ihr auch gesagt. Sie Doch… Ich NEIN, ES IST NICHT DAS SELBE… Ob die Chefin, physisch anwesend einen ausfragt und Druck ausübt oder irgendne Oma am Telefon ist. Das ist einfach mal nicht das Selbe. Sie hat mir dann sogar Recht gegeben und musste Schmunzeln. haha! hab den Drachen gebrochen… Unsere Aufgabe war es wenigstens einen Kunden von den 100, die wir am Tag anrufen zu überzeugen. Meine Kollegin, die ich schon vom Einführungstag kannte und mit der ich mich gleich gut verstand, saß direkt neben mir. Bei uns beiden klappte es minder gut. Wir tauschten uns den ganzen Tag über aus. Punkt 19:45 Uhr zum Schichtende bekommt sie einen Kunden, bei dem Sie endlich mal richtig weit im Text kommt und der scheint, das Produkt haben zu wollen… Ich war so neidisch. Klar das ich keinen mehr bekomme, der nächste Anruf ist mein letzter Kunde. In dem Moment bekomm ich auch endlich mal nen interessierten Kunden, der auch das Produkt will, ich hab dann ganz aufgeregt auf den Rücken meines Teamleiter geklopft, der sich grad um meine Kollegin kümmert. Beide hatten wir den letzten Anrufer des Tages in der Tasche gehabt und das am ersten Arbeitstag. Dann gabs großen Jubel im Büro und ein paar High Fives… Adrenalinschub…

Aber das ändert ja nichts am Klima und am Job. Ich zieh die Einarbeitungstage noch durch. Dem Stimmchen geht’s nämlich auch ziemlich gut, also haben 7 Semester Sprecherziehung doch ihren Sinn erfüllt 😉 Ein Herr, mit dem ich recht nett gesprochen habe, wollte das Produkt zwar nicht haben, hat aber am Ende des Gesprächs noch gesagt, dass ich eine sehr schöne Sprechstimme hab… hihi… Das wog dann die Drohung zur Anzeige eines anderen Herren wieder etwas auf ^^

Auf zur 2. Schicht! Drückt mir die Daumen ;P

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2 Gedanken zu “Keine Befunde – keine Diagnose. UND Abenteuer Callcenter.

  1. Das ist ja wirklich ein undankbarer Job. Aber dass da auch noch so viel Druck ausgeübt wird, hätte ich nicht gedacht. Dann gutes Durchhalten und viel Erfolg beim Kundengewinnen. Und auch bei deiner ganzen Ärzte-Geschichte.
    Viele Grüße, Idgie

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    1. Ich hab vorher schon in diversen Portalen gelesen, dass das wohl die Firmenpolitik ist. Aber nichts geht über selbst ausprobieren 😉 Kundenservice an sich macht mir sogar irgendwie Spaß, aber nicht mit der Peitsche im Rücken. Hab grad noch einen Beitrag gepostet, da geht’s noch etwas weiter, falls Du Lust und Zeit hast. Ansonsten habe einen schönen Tag! Viele Grüße auch von mir 🙂

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