Abschiednehmen

Wie alt war sie? 84…

Das ist doch ein gutes Alter zum Sterben. Eigene Tochter schon lange tot. Eigener Mann seit 15 Jahren tot. Das Leben ist doch einsam…

Nein es gibt noch Enkel. Und die haben ihre Oma unwahrscheinlich lieb. Reden gern mit ihr. Sitzen gern einfach auf ihrer Couch und schauen zusammen rote Rosen…

Die konnten in 4 Generationen der Oma am Dienstag noch um den Hals fallen und sich verabschieden. Sie konnten sehen, dass sie die Woche kaum überstehen wird.

Meine Mama, meine Schwester meine Nichte und ich saßen um sie herum im Bett und konnten noch mit ihr reden. Sie drücken. Ihre warme Wange streicheln und küssen.

Wir haben ihr noch eine Kartoffel gekocht und ihre selbst gemachte gefüllte Paprikaschote aufgewärmt. Ich hab den Löffel abgeleckt und schmeckte meine Kindheit in dieser Küche. In dem Haus in dem ich gewohnt habe. Unter einem Dach mit dieser kleinen schwachen Frau.

Mittwoch Abend übermannt mich im Bett ein Weinkrampf.

Gestern wach ich auf und schau auf mein Telefon und frage mich, warum mich noch niemand benachrichtigt hat. Keine Nachricht auf meinem Telefon… kein Anruf…

Ich schminke mich und mache wasserfesten Mascara drauf, weil der noch wichtig sein wird am Tag.

Ich sitze in der Ubahn und scrolle durchs Internet und da ruft plötzlich mein Vater an.

Ah da ist ja der Anruf…

Ich weiß schon Bescheid…

Die Verabschiedung wird noch lange dauern…

Die kleinen Freuden…

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

„Lass L. wissen, dass du heute an Ihren Geburtstag denkst.“ NÖ!!
Hab ich der Notification von Facebook via Email auch gleich laut entgegengebracht.
Ich denke ja auch gar nicht an das Geburtstagskind. Nett wäre von FB auch noch ne Erinnerung, woher ich die überhaupt kenne??

Gerade scrolle ich gelangweilt den Newsfeed von Facebook bis zum bitteren Ende… Das einzig spannende sind die Memes, mit denen ich in der letzen Zeit auch sehr gern meine Freunde nerve. Ansonsten denke ich zu fast allem: ist mir egal… ist mir egal.. ist mir egal….

Ich bin gerade so glücklich, dass ich mich nicht mehr verkaufen muss. Nicht mehr im Gedächtnis sein muss. Keinem Sänger, Dirigenten, Pianisten, Regisseur, Kunstmenschen, den ich irgendwann mal wenigstens kurz gesehen habe und dann gleich zum besten Facebookfreund erklärt habe, zum Geburtstag gratulieren muss, Urlaubsfotos liken oder gar kommentieren muss.
Ich bin nun mal mit sehr vielen Künstlern befreundet und sehe, wo die überall hinjeten und Premieren haben und was für tolle Konzerte, an was für tollen Orten, mit was für tollen Orchestern… Und eigentlich will ich das gar nicht mehr sehen. Ich wollte das eigentlich nie sehen. Das ist Gift.
Und trotzdem muss man ja mitmachen für: Hier bin ich. Guck mal! Ich bin lustig. Und ich mag dich! Bitte denk an mich, wenn du wieder nen Job zu vergeben hast, oder empfehle mich weiter…..

Das gehört ja tatsächlich zum Job.

Jedenfalls habe ich das nicht mehr nötig!
Die wissen gar nicht, wie sehr ich mich gerade hämisch darüber freue M. nicht zur Verlobung zu gratulieren, A. nicht ne tolle Premiere zu wünschen und das Urlaubsbild von T. nicht zu liken. Har Har Har!!

Das fühlt sich großartig an!!

Beste Grüße von meinem boshaften Ich! har har…. 👹👹👹👹

 

Und nu?

Einen guten Monat besetze ich also einen neuen Job und schweige seit dem still. Bis heute.
Vielleicht wollt ihr ja wissen, wie es so ist?

Also so langsam komm ich rein. Eigentlich noch bis letzte Woche war es einfach viel viel viel. Mein Kopf raucht und ich komm zu gar nichts. Auf Arbeit komm ich zu nichts. Privat komm ich zu nichts (was so eigene Projekte anbelangt (Hallo? Sport?)).
Ich bin nach jedem Tag Arbeit immer so froh, dass ich mich zu Hause verkriechen kann.

Dafür sind hingegen die freien Tage noch so schön.
Ich war vorher freiberuflich. Frei hieß für mich immer Job- und somit Geldlos. Und ich konnte es gar nicht genießen, weil ich oft nicht wusste wann und ob da nochmal Geld reinkommt.

Also diese Last ist weg und ich fühle mich seelisch soviel besser!

Zum Job: Ich übernehme sehr viele Schichtleiterdienste in meinem Unternehmen (eine Freizeitattraktion). Und bin an diesen Tagen die Managerin, die dann gerufen wird, wenn es irgendwo hakt. Ich schaue, dass alle Mitarbeiter an den Positionen sind und pfeif die dann wenn nötig zurück. Ich muss Ersatz bei krankmeldungen finden, oder einen Plan B erschustern, wenn ich niemanden finde.
Ich kümmere mich um Kunden und alles mögliche, wo eben Hilfe und Entscheidungen verlangt werden. Ich gebe Kassen raus und mache Abrechnungen.
Das bringt eine Verantwortung, die ich noch nie tragen musste. Zudem leite ich ja noch eines der Teams in dieser Attraktion, was auch nochmal alles neu ist.
Dazu kommen noch logistische Dinge. (Mein Team ist das Café-Team. ich leite also noch so ganz nebenbei ein Café). Wenn ich das so lese, muss ich selber lachen. Wie absurd das alles ist.
Bisher ging alles gut, auch wenn einiges (durch technische Probleme) daneben ging.
Wie verhext war das alles.

Wieso schreib ich ausgerechnet heute?
So richtiges Feedback gab es von oben für mich bisher nicht. Die haben sich die ganze Sache ja auch erstmal angeschaut. Heute hatte ich dann mal ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten (dem Betriebsleiter) über meine zukünftigen Projekte, deren Stand und auch mich in dieser neuen Position. Das war im Großen und Ganzen sehr positiv.

Interessanterweise hat er Sachen gesagt, die ich immer höre, egal wo ich bin. Er meinte, ich sei zu bescheiden.
Als er das sagte, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein?? Das durfte ich mir ja vorher auch immer anhören in Bezug auf mein Auftreten auf der Bühne.
Ich bin zu perfektionistisch und stresse mich selbst zu sehr, hat er auch gesagt.
Das höre ich ja auch schon die ganze Zeit von links und rechts, dass ich mich zu sehr stresse.

Also im Prinzip ist er mit meiner Arbeit zufrieden, nur mache ich mich kleiner als ich bin. 🙈🙈🙈

Wie war das mit dem Selbstwert und so? Da hab ich echt noch nen langen Weg vor mir.

Ich habe den Betriebsleiter auch nochmal direkt gefragt, ob er die Entscheidung schon bereut mit mir (etwas besser formuliert im Gespräch). Und er meinte, nein gar nicht. Er weiß, dass ich das alles kann und hinkriege. Ich war ja noch bevor ich mich beworben hatte bereits seine 1. Wahl. Und er war ganz enttäuscht, als ich ihm im Personalgespräch vor knapp 2 Monaten quasi sagte, dass ich mich für keine höhere Position im Unternehmen interessiere. Er wollte mich damals schon abklopfen, denn 2 Tage später wurde ja mein damaliger Chef gekündigt. Was er wusste, ich aber nicht. 😉

Jedenfalls muss ich mal etwas auf mein Umfeld vertrauen. Und es vor allem entspannter angehen. Er meine sogar selbst, wenn etwas mal liegen bleibt oder ich Fristen nicht schaffe, wird ja der Laden nicht gleich untergehen.
Das fand ich nochmal sehr gut zu hören.

Ich will die Sache halt nicht verbocken und denen zeigen, dass es eben nicht die falsche Entscheidung war, eine komplett Ahnungslose in die Position zu lassen. Ich bring genug mit in den Job und den Rest kann ich lernen. Ich hab ja genug Lebenserfahrung und bin nicht zu dumm. Ich bin also eigentlich gar nicht ahnungslos. 😉
Das wird alles gut.

Und wenn ich mich dann an das Pensum gewöhnt habe und mein Kopf nicht mehr raucht, dann widme ich mich auch wieder meinem Langzeitprojekt: dem Abnehmen!

Morgen hab ich wieder frei und freue mich wie Bolle!

Passt auf euch auf vor allem bei der kommenden Hitze!

Eure Katinka 🙂

Alles neu macht der Ma… JUNI

Als Vorbereitung für meine neue Stelle ab Montag, habe ich mir vorgenommen es mal mit dem Bullet-Journal zu probieren. Das ist eine sehr klare und übersichtliche Form, seinen Alltag zu strukturieren. Alles findet Platz: Von spontanen Ideen, Tages-Ereignisse über Essenspläne bis hin zur Planung eines ganzen Urlaubs. Ich gehe nach der ursprünglichen Methode vom Erfinder selbst vor. Ohne hübsches Lettering und ohne bunte Klebchen.

Mein Vormittag bestand darin, mir das Prinzip mal genauer anzuschauen. Mein Mann macht das schon seit geraumer Zeit. Bis vor kurzem einer der verplantesten Menschen, den ich kenne, überrascht er mit Aufgeräumtheit. Als er einmal auf ein Kommentar von mir „YZ hat heute Geburtstag“ reagierte mit „Ich hab schon gratuliert“ war das augenöffnend für mich. Jedenfalls bin ich derart inspiriert, dass ich denke, dass ich das auch brauche.
Habe heute morgen also ein Bullet-Journal für meinen Alltag und zusätzlich eins nur für die Arbeit gekauft.
Ihr seid live dabei, wie ich erwachsen werde…

Worauf möchte ich hinaus? Ich habe also heute mit dem Bullet-Journal begonnen und ein paar Dinge, die auch für diesen Blog relevant sind, mit integriert. Z.B wie oft ich blogge, sportmache, vernünftig esse (nach meinen Maßstäben).
Mir ist gar nicht aufgefallen, dass ich sehr regelmäßig nämlich alle 3 Tage zum Sport gehe. Das ist Ok. könnte besser sein, aber ist OK.
Außerdem kamen mir Blogideen hoch, die ich schon seit ner Weile hatte. Also vielleicht wird’s ja wieder mal interessanter hier. 😉

Die Waage ging auch wieder ein Stück nach unten und zeigte mir eine immer noch hohe, aber bessere Zahl heute. Nämlich 76 Kg.
Bin mit neuem UND altem BMI wiede im Normal bereich. YESSS
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Gestern war ich Sporteln und konnte von einer sehr guten Position aus beobachten, wie 2 Herren sich nacheinander im Damenzirkel verliefen und sich dann auch noch ausgerechnet mit Schlauchi abmühten. Das war sehr herrlich, wie sie auch absolut keine Ahnung hatten, was zu tun ist…. xD
Jetzt schmeiße ich mich in meine Sportsachen und kann im Fitty hoffentlich wieder Leute beobachten, die einen Kampf mit meinem Liebling wagen…

Allerliebste Grüße und ein schönes Wochenende!
Eure Katinka 🙂

Was wurde aus Mut und Warten und so?

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Ich habe die Stelle bekommen. (worum gehts?? kann man hier nachlesen) Wie verrückt ist das denn? Toll, wenn man so wertgeschätzt und einem eine Führungsposition anvertraut wird. Ich bringe keinerlei Erfahrung oder Ausbildung in diesem Bereich mit. Sie haben mich ein halbes Jahr arbeiten sehen und das reicht denen, mir die Stelle anzuvertrauen. So cool!
Ich werde ein Team innerhalb eines größeren Unternehmens führen.

Ich habe heute meinen neuen Vertrag unterschrieben. Danach war ich so aufgeregt, dass ich erstmal jemanden voll quatschen musste. Wer hat denn nachmittags unter der Woche Zeit? Hab meine Omi angerufen. Die hat sich gefreut.

Jedenfalls sprudel ich grad und genieße noch die letzten Tage ohne Verantwortung.

Ich hoffe, ich kriege das alles gut hin. Ich hoffe, dass die Einarbeit toll läuft und ich mich sicher fühle, sobald ich meinen Dienst allein antrete.

Oh man. Das ist echt verrückt, wenn man offen für alles ist. Man weiß nie, wohin die Reise geht. Hätte mir das jemand vor einem halben Jahr erzählt, hätte ich dem wohl einen Vogel gezeigt.
Ich werde mein Bestes geben und hoffen, dass mir die Arbeit liegt.

🍀🧚‍♀️

Übergewicht sagt Hallo!

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77 Kg 🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈

Laut alter BMI-Formel bin ich wieder im Übergwicht. Mit neuer renomierter Oxford-BMI Formel, die natürlich viel besser ist, bin ich noch normalgewichtig.

Ich fühle mich fett und aufgedunsen und kein Stück wohl gerade.
Ich könnte mich selbst sowas von Ohrfeigen. Ich war vor 3 Monaten noch bei 71Kg. Ich hoffe auch die mich belächelnden Menschen bei der Erwähnung, dass ich leicht essgestört bin, glauben mir langsam mal?

Warum ist das Gewicht so dramatisch angestiegen? Weil ich komplett mit dem Sport aufgehört habe. Wenn ich vorher (vor heute aber nach meiner Abnahme) so Fressphasen hatte, habe ich das mit sehr sehr viel Sport kompensiert und konnte mein Gewicht halten.

Abgenommen habe ich, wenn ich mich beim Essen reglementieren konnte und zusätzlich Sport gemacht habe.

Tolle Sache. Ich bin mittlerweile froh, wenn ich einfach nur meinen Tagesbedarf an Kalorien nicht überschreite. Weiß der Fuchs, warum mir das grad so schwer fällt.

Ich lass mich jetzt mal nicht mehr hängen und komm aus meinem Schneckenhaus gekrochen.
Das begann mit meiner Bewerbung für eine Fürhungsposition. Ein kleiner Tritt von mir für mich. Egal ob ich die Stelle bekomme oder nicht: Ich will was erreichen!!
Ich kaufe jetzt auch wieder vernünftiger für meine Ernährung ein.
Ich versuche Süßkram nicht besinnungslos in mich reinzuschaufeln.
Ich habe sehr gern sehr viel auf meinem Teller. Also muss ich das mit kalorienarmen Produkten tun. Gemüse. Ganz viel frisches und vielfältiges Gemüse auf dem Teller. Dann ist nicht so schlimm, wenn ich mir 3 Portionen nachhole…

UND ich war gestern wieder beim Sport. Zum allerersten Mal seit März oder so…. HALELUJA!!! Praise the Lord! Salem aleikum! Namaste….

Ich möchte mir selbst gern einen Orden vergeben. Was mich das für eine enorme Überwindung gekostet hat, könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Aber ich war da!
Immer wenn ich mal 2-3 Monate nicht im Fitty bin, nutzen die ja jedesmal die Gelegenheit und bauen um. (das hat sebstverständlich etwas mit meiner Abwesenheit zu tun. Damit sie mich nicht beim Sport stören oder so.) Diesmal nicht. Yay. alles beim alten. Nur zwei komplett neue Trainer waren da.
Kann ich denen gleich zeigen, dass ich ja eigentlich regelmäßiger Gänger bin. Der eine von den neuen Trainer weiß ja nicht, dass ich die Kurse tunlichst meide und traut sich noch mit mir zu reden. Der kam zu mir und hat meine Bewegung auf einem Gerät korrigiert. Vielen Dank. Nur weil ich Blickkontakt meide und alle Kurse ignoriere, heißt das ja nicht, dass man mich nicht ansprechen darf. Vor allem, wenn ich mich Monate lang dusslig anstelle.
Da muss ich gleich wieder an mein erstes Intermezzo mit Schlauchi (Abenteuer Zirkeltraining) denken.

Jedenfalls war ich wieder ganz toll 2 Stunden im Fitty. Habe gestern okay-isch gegessen und bin einigermaßen stolz auf mich.

So kann es doch weitergehen!

Die allerschönsten Grüße,
Eure Katinka
🍀💪🍀💪🍀💪🍀💪🍀

Mut. Warten. Mutig bleiben…

Da dieser Beitrag quasi eine Fortsetzung des letzten Beitrags vom Sonntag ist, empfehle ich diesen vorigen zu erst zu lesen, denn sonst versteht man wohl nicht, was los ist.
(Wer keine Zeit hat, eine Kurzfassung: Mein Teamleiter musste gehen und ich habe mich am Montag todesmutig auf die Stelle beworben. Obwohl ich absolut keine Ahnung von dem ganzen Kram habe.)

Ich gab Montag also persönlich meine Bewerbung ab.
Meine Chefin (Die Hauptgeschäftsführerin) sah mich mit dem Zettel in der Hand, bekam große Augen und sprach schon eher seufzend: Oh nein.
Ich tippte darauf, dass sie dachte, dass ich kündigen möchte. Und sagte „keine Angst, ich möchte nicht gehen. Eher im Gegenteil.“
Sie sah den Betreff. Und jetzt begann ein sehr lustiges Schauspiel für mich. Sie begann zu lachen, zu klatschen und mit den Füßen auf den Boden zu trommeln. Ungelogen!!
Und sagte „Oh ich hab mir das so sehr gewünscht, dass du das machst.“
Was ernsthaft??
Sie war auf einmal total aufgeregt und wollte sofort ein Gespräch vereinbaren. Sie hatte schon mit den Betriebsleiter über mich in dieser Position gesprochen. Deshalb sagte er in meinem Personalgespräch vor einer Woche „Schade“, als ich noch ganz unschuldig nicht wusste, dass die Stelle bald frei wird, und mir keine hohen Ziele in der Firma gesteckt habe. Und mit einer anderen Kollegin von auch da ganz oben, sprach sie über mich, die sich das mit mir auch super vorstellen konnte.

Dienstag (also am nächsten Tag) kam ich wieder ins Büro und ich wurde schon von einem anderen Teamleiter, mit dem mich eine – ich sag mal Hass-Liebe – verbindet, grinsend begrüßt. Interessanterweise dachte ich, sei es bei ihm am schwierigsten – von all den anderen – ihn auf meine Seite zu ziehen, aber dann sprach er: Er hatte sofort an mich gedacht, als die Stelle frei wurde…
Also meine Wahrnehmung scheint ja völlig für den Müll zu sein…
Er ist halt sehr gemein und hat immer nen total nervigen Spruch auf Lager. Ich bin allerdings auch nicht auf den Mund gefallen und konnte bisher immer gegenhalten. Allerdings falle ich bei im auch mal aus der Rolle und mir ist egal wenn ich sämtlichen Respekt verliere. Ich habe ihn wohl schon mehr als einmal Arschloch genannt und den Stinkefinger gezeigt. Wohlgemerkt, ist das einer meiner Vorgesetzten. (würde ich auch nicht bei jedem machen…. ) Aber er scheint, das nicht so schlimm zu finden, wenn er sich grinsend freut, dass ich eventuell bald auf seiner Ebene bin. Er sagt auch, dass er mich voll unterstützt und mir gern hilft, wenn ich was brauche. Der Arschloch-Kollege?? Mein Gott. Werden wir jetzt noch beste Freunde oder was?

Im Prinzip scheinen alle Teamleiter auf meiner Seite zu stehen. Und 2 davon meinten, sie werden sich für mich einsetzen. Mir kommen ja fast die Tränen. Also das ist wirklich mal Wertschätzung.
Habe mich also Montag und Dienstag unbesiegbar wie Superman gefühlt. Kein Kryptonit weit und breit.

Meine Chefin hatte es dann aber doch gefunden. Gestern kam dann mal eine gehörige Ernüchterung. Ich hatte mein Gespräch. Sie hatte sich nach all dem Vorgestelle dann auch mal meinen Lebenslauf angeschaut. Da sie wusste, dass ich Sängerin bin, dachte ich, dass sie das schon einkalkuliert hatte, dass ich eben keine kaufmännische Ausbildung oder dergleichen habe. Sogar im Gespräch als ich ihr die Bewerbung gab, sagte sie noch „Ich kann dir alles beibringen und das kriegen wir schon hin. Die meisten sind wie ich aus einer anderen Position hochgerutscht. Ich selbst ja auch.“
Nun war das aber doch ein Problem??

Gestern sind wir dann all die Punkte durchgegangen, die die Stelle mit sich bringt. Und das war schon enorm, hat mich aber nicht überrascht. Ich finde, ich habe mich ganz gut angestellt.
Sie meinte, sie lässt sich das nochmal durch den Kopf geben und sagt mir nächste Woche bescheid, ob sie sich das überhaupt vorstellen kann.
Die Ausschreibung der Stelle ist allerdings noch 2 Wochen aktiv. Wenn sich niemand Geeigneteres findet, bin ich dann wohl Schmerzwahl. Aber immerhin.
Dafür, dass ich absolut gar keine Erfahrung mitbringe, ist das doch schon eigentlich ziemlich cool, dass ich so viel Unterstützung seitens der anderen Teamleiter und sogar des Betriebsleiters erfahre.

Am 11.06. wird es wohl die finale Entscheidung geben.
Es bleibt also spannend!

Hier ist der Artikel quasi zu Ende, aber ich möchte nochmal herausziehen, was das alles für mich bedeutet. Ich lerne ja grad, meine Qualitäten mir auch selbst bewusst zu machen und so besser in die Zukunft zu schreiten.
Dass mich quasi jeder gut genug kennt in einem tatsächlich großen Unternehmen, ist ja schonmal was, warüber ich nie nachgedacht habe. Ich bin halt sehr gesellig und quatsche mit jedem, egal auf welcher Ebene. Ich hatte ja sogar schon ein Pläuschchen mit eben der Geschäftsführerin. Sie ging sogar bei einer Bewerbung drauf ein: das kurze Gespräch hat ihr sehr viel über mich gezeigt. Ich kann gut mit Menschen und bin klug genug.
Mein Alter macht mir meist auch zu schaffen. Ich werde bald 32.
Allerdings ist nun auch mein Alter eine Qualität. Ich bin reifer als die anderen und besitze mehr Lebenserfahrung. Das sticht halt auch heraus. Deshab fühle ich mich ja auch so wohl bei den anderen Teamleitern. Die sind nämlich eher in meinem Alter.
In der Kunst duzen sich alle. Ich habe schon zu Unizeiten, meine Dozenten und Professoren duzen können. Daher ist auch meine Respektwand vor Obrigkeiten nicht so extrem. Natürlich ist mir klar, wer mein Vorgesetzter ist und ich behandel den auch so, dennoch bin ich recht locker und habe keine Angst (… Ihn auch mal Arschloch zu nennen xD).
Und ich glaube mein darstellerisches Studium und gerade der Schauspielunterricht mit den Improvisationen war gute Voraussetzung um auf jede Situation irgendwie adäquat reagieren zu können. An sich bin ich recht schlagfertig. Das hab ich auch in meinem Bewerbungsgespräch gemerkt. Ich war total ruhig und entspannt.

Natürlich befürchte ich, falls ich den Job bekomme, zu versagen. Aber das ist total berechtigt und kann ja sogar passieren. Ich bin dennoch total froh, den Schritt gewagt zu haben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich genug von auf-der-Stelle-stehen habe. Sollte sie mich nicht für die Position besetzen, werde ich mich weiter umsehen nach einer geeigneteren Zukunft. Ich hab schon Ideen. Ich muss nur mutig genug sein, es auch anzugehen. Und gerade habe ich vor gar nichts Angst.

Muahhh!

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Foto von Pixabay